Zurück richtung Zukunft: Weltweite Aktionen während der Weltklimakonferenz für gerechte Transformation
Wien - Die Weltklimakonferenz COP30 in Belém, Brasilien erreichte am Wochenende ihre Halbzeit. Weltweit gingen am Freitag Menschen mit Fridays For Future zum globalen Aktionstag auf die Straße.
In Graz trafen sich unzählige Menschen, um mehr Ambitionen und ein Ende des Rückwärtsgangs zum Klimaschutz in Österreich und weltweit einzufordern. In Wien demonstrierten am Freitag junge Menschen vor dem Haus der EU, um Europa auf seine Verantwortung aufmerksam zu machen. "Politische Entscheidungen müssen in Einklang mit der Wissenschaft und im Respekt vor der junger Generationen und der bereits von der Klimakrise betroffenen Bevölkerung weltweit getroffen werden." so die Jugendlichen.
“Eine Woche, nachdem aufgeweichte EU-Klimaziele mit an den Verhandlungstisch der COP genommen wurden, steht vieles auf der Kippe. Zugleich heißt das, dass wir die großen Kippunkte noch verhindern können und müssen. Egal ob in Österreich, in der EU oder in der Staatengemeinschaft des Pariser Klimaabkommens: Es darf keine Blockaden geben, kein Verzögern, weil jedes weitere Zugeständnis an fossile Lobbys buchstäblich Öl ins Feuer gießen würde.”, meint Aktivistin Lea Moser bei der Aktion in Wien.
Die Weltklimakonferenz jährt sich heuer zum dreißigsten Mal. Dieses Jahr steht besonders die Abkehr von fossilen Brennstoffen und deren Förderung im Vordergrund, sowie eine Stärkung der nationalen Klimabeiträge (NDCs) und des Just Transition Work Programme, bei dem besonders der Gerechtigkeitsaspekt in der Klimapolitik hervorgehoben werden soll. Schon im Sommer hob der Internationale Gerichtshof mit einem deutlichen Urteil hervor, dass die Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad eine völkerrechtliche Pflicht der Staaten sei, um die Menschenrechte wahren zu können. Aktuell befindet sich die Welt jedoch am Weg zu einer Erhitzung um 2,8 Grad, was katastrophalen Folgen hätte, wie Wissenschafter*innen warnen.
“Während alle Zeichen auf Alarm stehen, fehlt in Österreich jegliches rechtlich verbindliche Bekenntnis zum Schutz der Menschen und des Klimas. Ein Klimaschutzgesetz ist nicht in Aussicht, fossile Brennstoffe werden nach wie vor subventioniert und das, obwohl mehr als zwei Drittel der Österreicher*innen Klimaschutz laut dem Meinungsforschungsinstituts Marketagent als die größte Herausforderung unserer Zeit sehen. Doch es ist offensichtlich: Die Politik ist uns ein verbindliches, wirksames und gerechtes Handeln schuldig, eine ideologische Trotzhaltung gefährdet uns alle und muss aufgehoben werden.” so Moser.
Zurück richtung Zukunft
“Wir gehen heute die Herrengasse rückwärts. Denn der aktuelle klimapolitische Kurs schleudert uns mit neuen fossilen Abhängigkeiten, verschleppten Klimazielen und einem fehlenden Klimagesetz geradewegs rückläufig. Wir stellen uns heute entschieden gegen einen fossilen Rollback und sagen: wir müssen zurück Richtung Zukunft!”, so der Schüler Nils Fischer von Fridays For Future in Graz.