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Zum Ukraine-Jahrestag: Keine Sicherheit ohne Energiesicherheit

23.02.2026

Die heimischen Gasspeicher haben sich heuer wieder verstärkt geleert. Eine österreichische Sicherheitsstrategie muss sich in der aktuellen Weltunordnung die Frage stellen: Was wäre, würden selbstverständliche Gas-Importe von einem Tag auf den anderen versiegen?

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Erdgas © pexels.com pixabay.com

Wien - Spätestens seit dem aktuellen EU-Beschluss, bis Ende 2027 vollständig aus russischem Erdgas auszusteigen und den Import von russischem Flüssiggas ab Jänner 2027 zu verbieten, ist klar: Die langjährigen europäischen Gewissheiten über billiges Gas aus dem Osten brechen endgültig weg. Gleichzeitig geraten wir bei LNG-Lieferungen zunehmend in neue Abhängigkeiten von Staaten wie den USA oder Katar. Energie „made in Austria“ wird zum Schutzschirm gegen alte und neue Abhängigkeiten.
 

Vier Jahre lang Krieg in Europa. Gleichzeitig werden Energiemärkte unzuverlässiger und die Versorgungssicherheit zunehmend unberechenbarer. Österreich braucht im Winter wie weitere Länder Westeuropas besonders viel Energie – durch Heizung, Warmwasser und höherem Strombedarf. Der hohe Verbrauch in der kalten Jahreszeit wird immer noch zu über zwei Drittel durch teure Gas-Importe aus dem Ausland gedeckt. Im Vorjahr hat sich der Gasverbrauch laut E-Control in Österreich um knapp 10 Prozent erhöht – gleichzeitig sind die Stromimporte um rund 36 Prozent gestiegen. In den Wintermonaten von Oktober bis März liegt der Gasbedarf bei rund 70 Prozent. Die Gasspeicher haben sich heuer wieder verstärkt geleert und stehen aktuell bei rund einem Drittel.


Österreich steckt tief im Gaswinter



„Die heimischen Gasspeicher sind heuer mit Ende Februar wieder gefährlich nahe an die Krisenjahre 2022, 2023 herangerückt. Zeitgleich hat Österreich den Ausbau von Winterstrom und die Flexibilisierung des Stromsystems noch zu wenig vorangetrieben. Erneuerbare haben das Potential zum wichtigen Sicherheitsnetz zu werden. Gerade im Winter hat etwa die Windkraft Hauptsaison und produziert 2/3 ihres Jahresstroms. Das Potential ist hoch: aktuell sind 1.200 Megawatt Windenergie baureif und können über 3 TWh Winterstrom bereitstellen“, so Josef Plank, Präsident der IG Windkraft.

„Es gibt keine Sicherheit ohne Energiesicherheit“, sagt Michael Zinkanell, Direktor des Austria Instituts für Europa- und Sicherheitspolitik. Eskalierende Konflikte bringen wachsende Unsicherheit auf den internationalen Energiemärkten. „Wir stehen an der Schwelle großer, geopolitischer Umbrüche. Das hat nicht erst die Grönland-Frage gezeigt. Russland, die USA oder Katar nutzen Energie zunehmend als geopolitisches Druckmittel. Jede Investition in erneuerbare Energie muss auch als sicherheitspolitische Investition verstanden werden.“ Jeder Euro für Energieimporte sei für die Verbesserung der Verteidigungskapazitäten indes verloren. „Je weniger fossile Energie wir importieren müssen, vor allem aus Russland – aber auch aus den USA – desto weniger leicht sind wir erpressbar. Heimische Erzeugung stärkt unsere strategische Autonomie“, so Zinkanell.
 

„Österreich ist in vielen Bereichen von Gas abhängig, vor allem die Industrie hat in den vergangenen Jahrzehnten auf Gas gesetzt, aber auch viele hunderttausende Haushalte werden mit Gas beheizt. Für den Ausstieg aus Gas gibt es gerade bei Haushalten viele Alternativen, schwieriger ist das schon in der Industrie. Aber auch in den produzierenden Bereichen bieten sich andere Technologien und Energieträger an. Volkswirtschaftlich gesehen macht das jedenfalls Sinn, geben wir doch jährlich rund 3 Milliarden für Gasimporte aus. Auch energiepolitisch wäre das ein Gewinn, weil die Unsicherheit durch Gasimporte weiterhin hoch ist. Weniger Gas zu verbrauchen würde auch unsere Emissionen reduzieren und uns jedenfalls unabhängiger machen “, so Franz Angerer von der Österreichischen Energieagentur: „Der Druck diesen Wandel jetzt rasch zu schaffen steigt. Die Zeit des vermeintlich billigen Pipelinegases ist vorbei.“
 

3 Milliarden Euro überweist Österreich aktuell jährlich für Gasimporte ins Ausland. Rund 14 Milliarden für alle fossilen Importe (Kohle, Öl, Gas u.a.).1,4 Milliarden geben wir für Strom-Importe aus. Unabhängige, heimische Energie macht das Land regional widerstandsfähiger und sicherer. Mehr als 200 meist mittelständische Betriebe in allen Regionen Österreichs und rund 8.000 Beschäftigte stehen für saubere Energie „made in Austria“ – statt Gas als Waffe „against Austria“ ausgeliefert zu sein.



Heimischer Windstrom in Vorbereitung

 

214 Windräder bzw. 1200 MW an Energie-Leistung sind aktuell in vielen Regionen des Landes fertig genehmigt. Das entspräche der Versorgung von 925.000 Haushalten (3,2 TWh Strom) – oder dem gesamten Stromverbrauch Vorarlbergs. Diese Leistung ist ein sofortiger, konkreter Beitrag, um den kommenden, in der EU beschlossenen Ausstieg aus russischem Gas abzufedern – damit Österreich der nächste Gaswinter nicht teuer zu stehen kommt.

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