Windstrom speichern statt abregeln: Großspeicher direkt am Windpark in Niedersachsen
Im Norden Deutschlands entsteht ein neues Modell für die Energiewende: Am Windpark Berne im Landkreis Wesermarsch errichten der Batteriespeicheranbieter Voltfang und der Windparkbetreiber Alterric einen Großbatteriespeicher direkt am bestehenden Windpark. Der Speicher soll überschüssigen Windstrom aufnehmen und später wieder ins Netz einspeisen.
Die Besonderheit des Projekts ist die sogenannte Co-Location. Windpark und Batteriespeicher teilen sich dabei den bereits vorhandenen Netzanschluss. Ein zusätzlicher Netzanschluss und die dafür notwendige neue Infrastruktur sind damit nicht erforderlich. Das kann nicht nur Kosten sparen, sondern auch die Umsetzung erheblich beschleunigen.
Gerade in Norddeutschland ist die Situation bekannt: Es gibt große Mengen an Windstrom, gleichzeitig sind die Übertragungs- und Verteilnetze regional stark ausgelastet. In Situationen mit sehr hoher Windstromproduktion müssen deshalb Windkraftanlagen teilweise gedrosselt oder abgeschaltet werden.
Ein Batteriespeicher direkt am Windpark kann hier ansetzen. Er nimmt Strom auf, wenn er im Netz gerade nicht vollständig benötigt beziehungsweise transportiert werden kann, und gibt ihn zu einem späteren Zeitpunkt wieder ab. Damit lässt sich die vorhandene Windkraftanlage besser ausnutzen.
„Co-Location ist keine Zukunftsvision, sondern die logische Antwort auf die Anforderungen des heutigen Stromnetzes. Wer einen Windpark betreibt, braucht einen Speicher daneben“, sagt Roman Alberti, Mitgründer und CEO von Voltfang.