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Windkraft und Naturschutz: Wie Energiewende und Artenvielfalt gemeinsam gelingen können

26.08.2026

Windkraft Simonsfeld setzt bei ihren Energieprojekten auf ökologische Ausgleichsmaßnahmen: In den March-Thaya-Auen wird ein wertvoller Altholzwald geschützt, der seltene Wachtelkönig gefördert und rund um ein Sonnenkraftwerk neuer Lebensraum geschaffen. Insgesamt stehen knapp 100 Hektar extensiv bewirtschaftete Flächen für den Naturschutz zur Verfügung.

MarchThaya.jpg
March- Thaya Naturreservat © Gerhard Egger - WWF Österreich
Die Energiewende braucht Flächen – doch genau diese Flächen können gleichzeitig für den Naturschutz wertvoll sein. Wie das funktionieren kann, zeigt die Windkraft Simonsfeld mit mehreren Projekten im Weinviertel und in den March-Thaya-Auen. Gemeinsam mit Biolog:innen, Landwirt:innen, Naturschutzorganisationen und regionalen Partnern werden Lebensräume gesichert, aufgewertet und langfristig geschützt.

Ein Schwerpunkt liegt auf knapp 100 Hektar landwirtschaftlicher Flächen, die das Unternehmen gepachtet und auf eine extensive Bewirtschaftung umgestellt hat. Durch Brachen, angelegte Strukturen und eine zeitlich abgestimmte, schonende Mahd sollen insbesondere Greifvögel, Niederwild und Insekten profitieren. 


Zehn Hektar Altholzwald vor der forstlichen Nutzung bewahrt

Besonders wertvoll ist ein rund zehn Hektar großer Altholzbestand in den March-Thaya-Auen. Dem ökologisch bedeutenden Wald drohte die forstliche Nutzung. Im Rahmen von Ausgleichsmaßnahmen pachtet die Windkraft Simonsfeld die Fläche nun langfristig und hält sie damit von einer Bewirtschaftung frei.
 

Der Wald ist nicht nur als Lebensraum wichtig, sondern  ist auch Heimat für zahlreiche geschützte Vogelarten. Unter anderem wurden Rot- und Schwarzmilan, Habicht, Wespen- und Mäusebussard, Schwarzstorch und Uhu als Brutvögel nachgewiesen.
 

„Biologinnen und Biologen bemühen sich bereits seit den 1990er-Jahren darum, in diesem Gebiet eine Horstschutzzone einzurichten. Bislang fehlten dafür jedoch die finanziellen Mittel“, erklärt Lara Landis, Biologin bei der Windkraft Simonsfeld. Durch die nun langfristig gesicherte Fläche könnten wichtige Horstbäume erhalten und Brutplätze geschützt werden.
 

Zusätzlich unterstützt das Unternehmen ein Renaturierungsprojekt des WWF Österreich in den March-Thaya-Auen mit 30.000 Euro.


Wachtelkönig profitiert von späterer Mahd

Ein weiteres Naturschutzprojekt widmet sich dem Wachtelkönig, einem der seltensten Wiesenvögel Europas. Gemeinsam mit der WEB Windenergie und dem Verein AURING unterstützt die Windkraft Simonsfeld seit Jahren die Erfassung der Vögel und konkrete Schutzmaßnahmen.
 

Dabei geht es um eine eigentlich einfache, aber entscheidende Maßnahme: Die Wiesen werden dort später gemäht, wo Wachtelkönige brüten. So erhalten die Jungvögel ausreichend Zeit, flügge zu werden.
 

Insgesamt konnten rund 68 Hektar geeignete Lebensräume gesichert werden. Auf 6,7 Hektar wurde die Mahd gezielt verschoben. Landwirt:innen und Flächeneigentümer:innen erklärten sich zudem bereit, mit der Bewirtschaftung zu warten, bis die Jungvögel den kritischen Zeitraum überstanden haben.
 

Der Erfolg lässt sich mittlerweile messen: 2025 wurden im österreichischen Teil der March-Thaya-Auen 71 Wachtelkönige nachgewiesen, so viele wie noch nie seit Beginn der systematischen Erhebungen im Jahr 2013.


Photovoltaik auf ehemaliger Deponie
 

Auch beim Sonnenkraftwerk Klement in Ernstbrunn wird versucht, Energiegewinnung und Ökologie miteinander zu verbinden. Die Photovoltaikanlage wurde auf dem Gelände einer ehemaligen Deponie errichtet. Ein bestehender pannonischer Trockenrasen bleibt dabei als wertvolles Biotop erhalten.
 

Rund um die Anlage wurden mehr als 700 Bäume und Sträucher gepflanzt. Die Grünflächen werden von Schafen beweidet. Zusätzlich entstand eine Benjeshecke aus Totholz und Heckenschnitt, die mit Weiden begrünt wird.
 

Steinhaufen schaffen weitere Strukturen für Eidechsen, Kleinsäuger, Wildbienen und andere Insekten. Auch die seltene Sperbergrasmücke soll von den neuen Rückzugs- und Brutplätzen profitieren.


Energiewende nicht gegen Naturschutz ausspielen

Für Alexander Hochauer, Finanzvorstand der Windkraft Simonsfeld, ist die Verbindung von Klimaschutz und Biodiversität ein zentraler Bestandteil der Energiewende: „Die Energiewende darf nicht gegen den Naturschutz ausgespielt werden.“  Wind- und Sonnenenergie könnten gleichzeitig die heimische Stromversorgung stärken, regionale Wertschöpfung schaffen und konkrete Beiträge zum Schutz von Lebensräumen leisten.

Technikvorstand Markus Winter betont, dass es dabei vor allem auf die konkreten Bedingungen vor Ort ankomme. Gemeinsam mit Fachleuten und regionalen Partnern müsse für jedes Projekt nach Lösungen gesucht werden, die ökologisch tatsächlich wirksam sind.
 

Die Beispiele aus dem Weinviertel zeigen: Naturschutz und erneuerbare Energie müssen kein Widerspruch sein. Entscheidend ist, wie Projekte geplant werden  -  und ob aus Ausgleichsmaßnahmen langfristig echte, funktionierende Lebensräume entstehen. Gerade bei der Flächenfrage der Energiewende dürfte dieser Ansatz künftig an Bedeutung gewinnen.

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26.08.2026 | Autor*in: Doris Holler-Bruckner
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