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Windkraft an Land treibt die Energiewende voran

19.06.2026

Onshore-Windenergie bleibt weltweit ein wichtiger Motor beim Ausbau erneuerbarer Energien.

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WindEnergy Hamburg © Hamburg Messe und Congress / Romanus Fuhrmann

Größere Anlagen, digitale Technologien und intelligente Netze sorgen für steigende Effizienz und stehen auch im Mittelpunkt der WindEnergy Hamburg 2026, der weltweit führenden Fachmesse der Branche.
 

Die Zukunft der Windenergie wird vor allem an Land entschieden. Während Offshore-Projekte oft große Aufmerksamkeit erhalten, zeigen die aktuellen Zahlen ein klares Bild: Von den weltweit 165 Gigawatt neu installierter Windkraftleistung im Jahr 2025 entfielen mehr als 155 Gigawatt auf Onshore-Anlagen. Lediglich rund 9 Gigawatt wurden auf See errichtet. Damit bleibt die Windenergie an Land die tragende Säule der globalen Energiewende.
 

Die Gründe dafür liegen vor allem in der Wirtschaftlichkeit. Onshore-Windkraft zählt heute - neben großen Photovoltaik-Anlagen  - zu den kostengünstigsten Formen der Stromerzeugung. Planung, Bau und Betrieb sind deutlich günstiger als bei Offshore-Projekten, gleichzeitig können neue Anlagen immer höhere Erträge erzielen.

„Onshore-Windenergie ist das Fundament der globalen Energiewende“, betont Andreas Arnheim, Director der WindEnergy Hamburg. Auf der Weltleitmesse werden vom 22. bis 25. September mehr als 1.600 Unternehmen ihre neuesten Technologien und Lösungen präsentieren. Rund 60 Prozent der Aussteller sind dem Onshore-Segment zuzuordnen.
 

Wachstum trotz Herausforderungen

 

Die Branche befindet sich weiterhin auf Wachstumskurs. Zwar kämpfen Hersteller und Projektentwickler mit steigenden Kosten, Lieferkettenproblemen und langwierigen Genehmigungsverfahren. Dennoch rechnet die Internationale Energieagentur (IEA) damit, dass sich die weltweit installierte Windkraftleistung bis 2030 auf mehr als 2.000 Gigawatt nahezu verdoppeln wird. Rund 85 Prozent dieses Ausbaus sollen laut Prognosen auf Onshore-Projekte entfallen.
 

Damit wird die Windenergie nicht nur zu einem zentralen Instrument für den Klimaschutz, sondern auch für die Versorgungssicherheit vieler Staaten.
 

Energieunabhängigkeit gewinnt an Bedeutung

 

Spätestens die jüngsten geopolitischen Spannungen und die dadurch ausgelösten Schwankungen bei Öl- und Gaspreisen haben gezeigt, wie wichtig eine unabhängige Energieversorgung ist. Neben dem Klimaschutz zählt die Energiesouveränität heute zu den stärksten Argumenten für den Ausbau erneuerbarer Energien.

„Die Dringlichkeit von Resilienz ist allen politischen Akteuren durch die Blockade der Straße von Hormus und die in der Folge gestiegenen Öl- und Gaspreise noch einmal drastisch vor Augen geführt worden“, sagt Claus Ulrich Selbach, Vice President Exhibitions bei der Hamburg Messe und Congress.
 

Während China aufgrund seines riesigen Binnenmarktes beim Ausbau der Windkraft weltweit führend ist, setzen europäische Unternehmen weiterhin Maßstäbe bei Technologie und Innovation. Voraussetzung dafür seien jedoch stabile politische Rahmenbedingungen und starke europäische Lieferketten.
 

Dr. Dennis Rendschmidt, Geschäftsführer von VDMA Power Systems, fordert deshalb eine gezielte Stärkung der europäischen Wertschöpfung: Nur so könne technologisches Know-how gesichert und die Branche langfristig widerstandsfähig aufgestellt werden.
 

Repowering bringt mehr Leistung auf gleicher Fläche

 

Ein wesentlicher Wachstumstreiber ist das sogenannte Repowering. Dabei werden ältere Windkraftanlagen durch moderne, deutlich leistungsstärkere Turbinen ersetzt.

In Deutschland entfielen 2025 bereits rund 37 Prozent des Onshore-Zubaus auf solche Modernisierungsprojekte. Wo früher Anlagen mit zwei Megawatt Leistung standen, entstehen heute Windräder mit sechs Megawatt oder mehr. Größere Rotoren und höhere Türme ermöglichen eine wesentlich bessere Nutzung der Windressourcen.
 

Zu den technologischen Vorreitern zählt der Hersteller Enercon. Dessen Turbine E-175 EP5 E2 erreicht eine Nennleistung von sieben Megawatt und einen Rotordurchmesser von 175 Metern. Das Modell gehört derzeit zu den leistungsstärksten Onshore-Anlagen weltweit und wird bereits in zahlreichen internationalen Projekten eingesetzt – von Österreich über Litauen bis nach Kanada.
 

Digitalisierung als Schlüsseltechnologie

 

Neben leistungsfähigeren Turbinen verändert vor allem die Digitalisierung die Windenergiebranche. Moderne Anlagen liefern kontinuierlich Daten über ihren Betriebszustand, wodurch Wartungsarbeiten präziser geplant und Ausfälle minimiert werden können.
 

Auch intelligente Stromnetze und die Integration von Speichersystemen gewinnen zunehmend an Bedeutung. Sie helfen dabei, schwankende Stromerzeugung aus Wind und Sonne besser ins Energiesystem einzubinden und die Versorgungssicherheit zu erhöhen.
 

Branche blickt nach Hamburg

 

Wie dynamisch sich der Markt entwickelt, zeigt das Beispiel des Projektentwicklers wpd. Das Unternehmen verfügt weltweit über eine Projektpipeline von mehr als 38.000 Megawatt Onshore-Windleistung. Allein in Deutschland befinden sich derzeit Projekte mit einer Gesamtleistung von knapp einem Gigawatt im Bau.
 

Gleichzeitig warnen Branchenvertreter vor regulatorischen Unsicherheiten. Sinkende Strompreise bei gleichzeitig steigenden Investitions- und Finanzierungskosten könnten den Ausbau bremsen, wenn politische Rahmenbedingungen nicht verlässlich gestaltet werden.
 

Vor diesem Hintergrund wird die WindEnergy Hamburg 2026 für viele Akteure der Branche zu einem wichtigen Treffpunkt. Fachleute aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Wissenschaft wollen dort über die Zukunft der Windenergie diskutieren – von neuen Turbinentechnologien über Speicherlösungen bis hin zu digitalen Netzen.

„Networking ist der Schlüssel für die erfolgreiche Weiterentwicklung der Windenergie“, sagt Andreas Arnheim. Die Messe biete dafür die ideale Plattform, mit einem gemeinsamen Ziel: eine sichere, klimafreundliche und zukunftsfähige Energieversorgung weltweit.
 

WindEnergy Hamburg 2026 

Die WindEnergy Hamburg gilt als weltweit führende Fachmesse der Windenergiebranche. Vom 22. bis 25. September 2026 werden mehr als 1.600 Unternehmen aus rund 40 Ländern sowie etwa 43.000 Fachbesucherinnen und Fachbesucher aus rund 100 Ländern in Hamburg erwartet. Im Mittelpunkt stehen Innovationen, Investitionen und internationale Kooperationen für die Energiewende der kommenden Jahrzehnte.

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