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Wien: Stadtentwicklung darf nicht länger an Autobahnbau hängen – „Stadtregierung legt selbst auferlegte Fesseln ab“

15.09.2026

Grüne begrüßen Entkoppelung weiterer Baufelder in Seestadt und im Oberen Hausfeld von großen Straßenbauprojekten.

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© Fürthner PID / Seestadt
Wien - Zwei wichtige Geschäftsstücke standen heute im Wiener Stadtsenat auf der Tagesordnung: Sowohl im Oberen Hausfeld als auch in der Seestadt Nord werden Teile dieser Stadtentwicklungsgebiete nicht mehr vom Bau hochrangiger Straßen abhängig gemacht. Die Grünen Wien begrüßen diesen Schritt ausdrücklich: „Jahrelang wurde so getan, als könnten Wohnungen, Schulen und Geschäfte nur entstehen, wenn gleichzeitig neue Autobahnen oder Schnellstraßen gebaut werden. Die Stadt legt nun Stück für Stück die selbst auferlegten Fesseln ab – das ist positiv und ein Schritt in Richtung vernünftiger Stadtentwicklungspolitik", sagt Peter Kraus, Stadtrat und Parteivorsitzender der Grünen Wien.


„Mit dem Entscheid im Stadtsenat wird eine jahrelange Grüne Forderung endlich durchgesetzt: Die Seestadt kann und muss unabhängig vom Bau neuer, großer Straßen weiterentwickelt werden. Dass jetzt erneut Baufelder entkoppelt werden, ist ein wichtiger Schritt“, ergänzt Heidi Sequenz, Mobilitätssprecherin der Grünen Wien.



Oberes Hausfeld: Entwicklung nicht mehr an Lobauautobahn gekoppelt

Im Oberen Hausfeld betrifft die Änderung einen kleinen Bereich zwischen Stadtstraße und U-Bahntrasse. Dort sind unter anderem ein Bildungscampus und Geschäfte vorgesehen. Die Entwicklung dieses Areals war im UVP-Verfahren mit der 5 Kilometer entfernten Lobauautobahn verknüpft worden. Diese Koppelung wird nun zur Gänze durch eine Änderung des UVP-Projekts aufgehoben. „Es war von Anfang an sachlich nicht nachvollziehbar, warum ein kleiner Stadtentwicklungsbereich mit Bildungseinrichtungen und Nahversorgung vom Bau der Lobauautobahn abhängig sein sollte. Gut, dass diese Verknüpfung jetzt beseitigt wird”, so Sequenz. Das Obere Hausfeld ist mit zwei U-Bahnstationen, einer Straßenbahn und mehreren Buslinien bestens mit Öffis versorgt.



Seestadt Nord: Weitere Baufelder nicht mehr von S1-Spange abhängig

Auch in der Seestadt Nord kommt Bewegung in eine jahrelange Blockade. Die weitere Entwicklung der Seestadt wurde im UVP-Verfahren mit der Verkehrsfreigabe der Stadtstraße beziehungsweise mit der S1-Spange verknüpft. Die Grünen fordern seit Jahren, dieses Junktim aufzuheben. Bereits 2025 wurden durch eine Änderung des UVP-Bescheids 23 Baufelder aus dieser Verknüpfung gelöst. Nun kommen rund 25 weitere Baufelder hinzu. „Wien braucht Wohnungen, soziale Infrastruktur und lebendige Stadtteile – und keine künstlichen Abhängigkeiten von Straßenbauprojekten. Nach den ersten Entkoppelungen 2025 müssen jetzt konsequenterweise auch die verbleibenden Flächen folgen“ so Kraus und Sequenz abschließend.
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