Wie stark belastet der Mensch die Antarktis?
Die Antarktis gilt als eine der wichtigsten Regionen für die Erforschung des Klimawandels. Doch auch die entlegene Polarregion ist zunehmend menschlichen Einflüssen ausgesetzt. Das internationale Forschungsprogramm Antarctica InSync soll deshalb genauer untersuchen, wie stark Umweltverschmutzung und menschliche Aktivitäten die Ökosysteme der Antarktis und des Südlichen Ozeans belasten.
Das vom Alfred-Wegener-Institut initiierte Programm wird international koordiniert. Das Helmholtz-Zentrum Hereon übernimmt dabei die Leitung des Forschungsschwerpunkts „Anthropogene Einflüsse in der Antarktis“. Untersucht werden unter anderem PFAS, neuartige Schadstoffe sowie Mikro- und Nanoplastik. Dafür analysieren die Forschenden Proben aus Luft, Meerwasser, Eis, Sedimenten und Organismen.
Auch die Auswirkungen von Schifffahrt, Fischerei und Tourismus, Unterwasserlärm und invasiven Arten stehen im Fokus. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen herausfinden, wie diese Belastungen die empfindlichen antarktischen Ökosysteme verändern und mit den Folgen des Klimawandels zusammenwirken.
Die ersten gemeinsamen Expeditionen sind ab Ende 2027 geplant. Der Wissenschaftsplan wird im August 2026 bei der SCAR Open Science Conference in Oslo vorgestellt. Das Programm soll damit wichtige Erkenntnisse für den langfristigen Schutz der Antarktis und ihrer Meeresökosysteme liefern.