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Wie KI Tourismus nachhaltiger machen kann

02.10.2026

Künstliche Intelligenz verändert die Art, wie wir Reisen planen und Destinationen auswählen. Können digitale Technologien zu einem nachhaltigeren Tourismus beitragen? 

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© Archiv
Künstliche Intelligenz wird auch im Tourismus immer wichtiger. Sie empfiehlt Reiseziele, plant Routen, unterstützt bei Buchungen und entscheidet zunehmend mit, welche Orte für Reisende sichtbar werden. Laut einer aktuellen Studie der Österreich Werbung wollten sich 2026 bereits 13 Prozent der Befragten in zehn europäischen Ländern bei der Wahl ihres Sommerreiseziels von KI inspirieren lassen. Vor rund eineinhalb Jahren waren es erst 3 Prozent.

UN Tourism stellte deshalb den diesjährigen Welttourismustag unter das Motto „Digitale Agenda und künstliche Intelligenz zur Neugestaltung des Tourismus“. 


Chancen für mehr Nachhaltigkeit

KI kann dabei helfen, Besucherströme besser zu steuern und Überlastungen sensibler Naturräume frühzeitig zu erkennen. Auch Verkehrsplanung sowie der Einsatz von Energie und Wasser in Hotels und Destinationen könnten durch digitale Systeme effizienter werden.

Chancen ergeben sich zudem für kleine und regionale Tourismusbetriebe. KI kann bei Marketing, Kommunikation und Kundenservice unterstützen und ihnen helfen, online besser sichtbar zu werden. Gleichzeitig verändert sich die Arbeitswelt: Beschäftigte brauchen neue digitale Kompetenzen und entsprechende Weiterbildungsangebote.

 

Wenn Algorithmen Reiseziele bestimmen

Die Digitalisierung bringt jedoch auch neue Herausforderungen. Algorithmen, Buchungsplattformen und soziale Medien beeinflussen zunehmend, welche Reiseziele wahrgenommen werden. Werden einzelne Orte online besonders stark beworben, kann dies zu einem rasanten Anstieg der Besucherzahlen führen – mit Folgen für Natur, Infrastruktur und die lokale Bevölkerung.
 

Auch die Verteilung der touristischen Wertschöpfung wird damit zur Frage. Wenn große internationale Plattformen darüber entscheiden, welche Angebote sichtbar und buchbar sind, könnten lokale Betriebe und Gemeinschaften an Einfluss verlieren.
 

Hinzu kommt der Ressourcenverbrauch der KI selbst: Rechenzentren benötigen erhebliche Mengen an Energie und Wasser und beanspruchen Flächen.
 

Technik soll Menschen unterstützen

Für einen nachhaltigen Tourismus wird daher entscheidend sein, KI nicht nur zur Steigerung der Effizienz einzusetzen, sondern sie bewusst zu gestalten.  

Technologie kann nicht das ersetzen, was ein nachhaltiges Reiseerlebnis im Kern ausmacht: Menschen. Gastfreundschaft, persönliche Begegnungen, kultureller Austausch und lokales Wissen geben einem Ort seine Identität und einer Reise ihre besondere Qualität. Genau diese menschlichen und lokalen Erfahrungen machen nachhaltigen Tourismus aus – und können durch KI nicht ersetzt werden, wie es die  Naturfreunde Internationale (NFI) auf den Punkt bringen.

UN-Generalsekretär António Guterres plädierte zum Welttourismustag für eine digitale Zukunft des Tourismus, die offen, inklusiv und menschlich  ist. KI kann dabei ein wichtiges Werkzeug sein,  nachhaltiger Tourismus entsteht aber letztlich durch die Menschen und Regionen, die ihn gestalten. 
 

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