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Wie E-Autos zu Speichern werden – und Vehicle-to-Grid Österreichs Stromnetz fit für die Zukunft macht

15.12.2025

Elektrisch fahren mit klarem Vorteil für die Energiewende

V2GElektroauto.png
© AI gen OEKONEWS

Elektromobilität nimmt in Österreich immer mehr die  Fahrt auf: Mehr als eine Viertelmillion E-Pkw sind bereits unterwegs. Doch mit jedem neuen Fahrzeug wächst nicht nur die Zahl emissionsfreier Kilometer, sondern gleichzeitig ein bislang unterschätzter Schatz: Das enorme Speicherpotenzial von Autobatterien. Vehicle-to-Grid (V2G), also das bidirektionale Laden, macht Elektroautos zu  einem aktiven Teil des Energiesystems. Was lange als Zukunftsmusik galt, entwickelt sich rasant zu einem zentralen Baustein der Energiewende - mit handfesten wirtschaftlichen Vorteilen für E-Autobesitzer:innen und großer Bedeutung für die Netzstabilität. 
 

Wenn Autos Strom liefern 

Beim bidirektionalen Laden fließt Energie nicht nur vom Netz ins Fahrzeug, sondern bei Bedarf auch wieder zurück. Elektroautos werden so zu mobilen Stromspeichern, die überschüssige erneuerbare Energie aufnehmen und zeitversetzt dann zur Verfügung stellen, wenn diese gebraucht wird. Gerade angesichts der stark wachsenden Photovoltaik-Einspeisung,  mit ihren ausgeprägten Mittagsspitzen,  ist das ein entscheidender Hebel: Sonnenstrom kann zwischengespeichert statt abgeregelt und später flexibel eingespeist werden. Erneuerbare Energie geht damit nicht verloren, das Stromnetz wird entlastet, und neue Flexibilitätsmärkte eröffnen E-Autobesitzer:innen zusätzliche Einnahmemöglichkeiten.
 

Schon heute zeigt sich die Dimension dieses Potenzials: Obwohl Elektrofahrzeuge erst rund fünf Prozent des gesamten Pkw-Bestands in Österreich ausmachen, übertrifft ihre theoretische Flexibilität jene stationärer Batteriespeicher deutlich. In der Größenordnung nähert sie sich bereits den österreichischen Pumpspeicherkraftwerken an, was die strategische Bedeutung von V2G aufzeigt.
 

2025: Der Startschuss in Österreich


Das Jahr 2025 markierte einen Wendepunkt. Aus dem Forschungsprojekt „V2G Network“ ging die V2G Alliance Austria hervor. Heute vereint sie mehr als 60 Unternehmen, Energieversorger, Forschungseinrichtungen und Technologieanbieter.  Ziel der Allianz ist es, Wissen zu bündeln, Pilotprojekte voranzutreiben und technische Standards zu etablieren - und Österreich als Vorreiter für bidirektionales Laden zu positionieren.
 

Internationaler Rückenwind 

Auch weltweit gewinnt V2G rasant an Bedeutung. In rund 27 Ländern sind bereits Projekte in Umsetzung. China nutzt V2G bereits im urbanen Raum zur Netzstützung, in den USA entstehen zahlreiche Anwendungen im Flottenbereich, etwa bei Schulbussen. Die Niederlande zählen zu Europas Vorreitern und betreiben sogar erste V2G-fähige Stadtquartiere. Deutschland und Frankreich bauen ihre Programme aus, während ab 2026 weitere serienmäßige V2G-Fahrzeuge,  auf den Markt kommen.
 

Ein Schlüsselfaktor dieser Entwicklung ist die Standardisierung. Mit der ISO 15118-20 steht erstmals ein interoperables Protokoll zur Verfügung, das V2G massentauglich macht. Hersteller ziehen nach: Renault bietet bereits heute V2G-fähige Modelle an, BMW folgt ab 2026, ebenso Hyundai, Kia und Mercedes-Benz. Der VW-Konzern wird über die MEB-Plattform zusätzliche Dynamik in den Markt bringen.
 

Ladeinfrastruktur wird leistbar 

Parallel dazu verändert sich der Markt für bidirektionale Ladeinfrastruktur. Lange waren entsprechende Wallboxen rar und teuer. Ab 2026 zeichnet sich eine Trendwende ab: Mehr Anbieter, sinkende Preise und erste serienreife Produkte – angeführt von BMW mit der aktuell günstigsten DC-Wallbox ihrer Klasse – machen V2G für eine breite Nutzer:innengruppe attraktiv. 

Die Chance für Österreich
 

Für Österreich ergibt sich daraus eine einmalige Konstellation: rasch wachsende Elektromobilität, stark zunehmende PV-Erzeugung und ein steigender Bedarf an Flexibilität im Stromnetz. Eine landesweit verteilte Speicherlandschaft aus Fahrzeugbatterien kann Netzengpässe reduzieren, die Stabilität erhöhen und den kostspieligen Netzausbau langfristig abfedern. V2G wird damit zum Gamechanger der Energie- und Mobilitätswende.
 

Blick nach vorn: 2026 

Das kommende Jahr wird entscheidend. Die V2G Alliance Austria plant den Ausbau ihres Netzwerks, die Vertiefung der Zusammenarbeit mit allen relevanten Stakeholdern, die Begleitung erster kommerzieller Anwendungen und neue Forschungsprojekte.

Österreich hat die Chance, sich als europäischer Leitmarkt für Vehicle-to-Grid zu etablieren und damit zwei Transformationen gleichzeitig voranzubringen: jene der Mobilität und jene des Energiesystems.

Die V2G Alliance Austria wird diesen Weg aktiv mitgestalten.

Weitere Informationen: www.v2g-alliance.at

Links

  • Erster internationaler Standard für Vehicle-to-Grid: V2G-Technologie startet kommerziell in den Alltag
  • Utrecht energized: Europas erster V2G-Carsharing-Dienst
  • V2G verdoppelt Autarkiegrad der PV–Anlage
  • V2G–Projekt erfolgreich abgeschlossen
  • China steuert geradewegs auf "Vehicle to Grid" zu
  • Weltweit erstes offenes Vehicle–To–Grid–Testlab entsteht
  • Großteil der E–Autobesitzer wünschen sich "Vehicle to Grid"
  • Weltweit erstes offenes Vehicle–To–Grid–Testlab entsteht
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15.12.2025
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