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Wenn das Klassenzimmer zur Hitzefalle wird: AIT entwickelt Strategien für klimaresistente Schulen

30.05.2026

Citizen-Science-Projekt untersucht steigende Temperaturen im Schulalltag und sucht Lösungen gegen Hitzestress

Die Temperaturen steigen .jpg
© Gerd Altmann pixabay.com
Wien – Hitzewellen belasten zunehmend den Schulalltag in Österreich. Was früher vor allem in die Sommerferien fiel, trifft heute immer häufiger den regulären Unterricht: Heiße Tage im Juni und September werden durch den Klimawandel zur neuen Realität in den Klassenzimmern. Das Forschungsprojekt „Climate Ready Schools“ unter der Leitung des AIT Austrian Institute of Technology untersucht nun, wie Schulen besser auf die steigenden Temperaturen vorbereitet werden können. 

Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte die zunehmende Hitze erleben und welche Maßnahmen notwendig sind, um Schulen klimaresistenter zu machen. Das Projekt setzt auf einen Citizen-Science-Ansatz: Schulen forschen aktiv mit und entwickeln gemeinsam Lösungen gegen Hitzestress.
 

Hitze beeinträchtigt Konzentration und Lernen 

Die Zahlen zeigen deutlich, wie stark sich das Klima bereits verändert hat. Seit der Periode 1961–1990 hat sich die Zahl der Hitzetage in Wien – also Tage mit mehr als 30 Grad Celsius – von durchschnittlich zehn auf rund 30 pro Jahr verdreifacht. Auch die Zahl der Sommertage mit Temperaturen über 25 Grad ist massiv gestiegen.
 

Besonders problematisch für Schulen ist, dass die Hitze mittlerweile verstärkt in den Unterrichtsmonaten auftritt. Laut aktuellen Klimaprognosen könnten künftig sogar Mai und September ähnlich heiß werden wie heute der Juni.
 

Wie belastend die Situation bereits ist, zeigt eine Umfrage an fünf Schulen mit mehr als 1.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. 88 Prozent empfinden die Hitze im Schulgebäude an heißen Tagen als starke Belastung, 97 Prozent geben an, dass konzentrierter Unterricht im Juni zeitweise kaum möglich sei. Gleichzeitig sprechen sich 91 Prozent für konkrete Maßnahmen gegen Hitze an Schulen aus.
 

Von Sonnenschutz bis Ventilatoren

Im Rahmen des Projekts werden gemeinsam mit Schulen unterschiedliche Strategien getestet. Dazu zählen bauliche Maßnahmen wie außenliegender Sonnenschutz oder bessere Lüftungssysteme ebenso wie organisatorische Anpassungen – etwa geänderte Raumbelegungen oder hitzetaugliche Angebote im Schulbuffet.
 

Auch einfache Maßnahmen im Unterrichtsalltag spielen eine Rolle: morgendliches Querlüften, ausreichend Trinkwasser oder der Einsatz von Ventilatoren können die Belastung reduzieren.
 

Begleitend dazu führen Forschende Temperatur- und Luftfeuchtemessungen in Klassenzimmern durch. Erste Ergebnisse aus Schulen in Wien und Niederösterreich zeigen, dass viele Klassenräume im Juni über längere Zeit als thermisch „nicht behaglich“ eingestuft werden mussten. An zahlreichen Tagen lagen die Raumtemperaturen über 27 Grad Celsius.
 

Schulen müssen sich anpassen 

Für Martin Schneider, Experten für Klimaresilienz am AIT, steht fest, dass Schulen langfristig umdenken müssen: „Hitze beeinträchtigt nicht nur das Wohlbefinden, sondern auch Konzentration und Lernbedingungen. Um Schulen klimaresilient zu gestalten, braucht es ein Zusammenspiel aus baulichen, organisatorischen und individuellen Maßnahmen.“
 

Die bisherigen Erkenntnisse zeigen laut Projektteam, dass es keine einzelne Patentlösung gibt. Vielmehr brauche es ein Bündel unterschiedlicher Maßnahmen, um Schulen schrittweise an die Folgen des Klimawandels anzupassen.
 

An dem Projekt beteiligt sind derzeit Schulen in Wien und Niederösterreich, darunter das Camillo Sitte Bautechnikum, das GRG23 Wien sowie das BG/BRG Bruck an der Leitha.

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