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Was ist los im Schweizer AKW Gösgen?

03.09.2025

Das Risiko-AKW Gösgen (CH) liegt 21 km von der deutschen Grenze entfernt.

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Atomkraft ist nicht wirtschaftlich © OpenClipart-Vectors pixabay.com
Aktuell ist es wegen technischer Probleme abgeschaltet und produziert frühestens Ende Februar wieder Strom - wenn nicht noch neue Probleme hinzukommen ... Die finanziellen Folgen des Ausfalls liegen bei bis zu 500 Millionen Schweizer Franken. Die AXPO gehört zu den Betreibern und hat auf ihrer Homepage einen „nett-manipulativen“ Neusprechbegriff für die technischen Probleme hinter der Abschaltung gefunden und spricht von einer Anfahrverzögerung des Kernkraftwerks Gösgen“. Sprache ist immer auch Macht.

Stefan Auchter, Geschäftsführer des BUND Regionalverbands: „Konkret war das zunächst eine geplante Abschaltung zur Wartung, die grob 2 Monate dauern sollte, die sich jetzt aber um mindestens ein halbes Jahr verlängert. Das bedeutet, dass bei der Wartung zuvor unerkannte Probleme aufgetaucht sind, die so gravierend sind, dass ein Weiterbetrieb nicht genehmigt werden kann. Gleichzeitig schweigt der Betreiber über die Details und ist nicht Willens oder in der Lage, die Probleme allgemeinverständlich und nachvollziehbar zu beschreiben.“ 

Axel Mayer, Gründer der Mitwelt Stiftung Oberrhein: „Es gibt ein erstaunliches und erschreckendes Phänomen. In der Schweiz wird jetzt viel über die massiven finanziellen Folgen der Abschaltung berichtet. Über die möglichen Gefahren für Mensch und Umwelt, die Grund für die Abschaltung sein könnten, wird wenig berichtet und diskutiert. Was sagt diese Gewichtung der Debatte über den Zustand der Medien und einer Gesellschaft aus?“ 

Die extrem atomkraftfreundliche „Aufsichtsbehörde“   ENSI macht zu den konkreten technischen Gründen der Abschaltung kaum Angaben. „Der AKW-Betreiber soll allerdings Nachweise zur fehlenden Sicherheit und zur möglichen Überlastung im Speisewassersystem erbringen.“
Was bedeuten diese ENSI-Aussage konkret? Sind diese jetzt erkannten Sicherheitsprobleme und technischen Mängel neu aufgetreten oder bestanden sie schon lange? Welche Sicherheits-Risiken bringt die Überlastung im Speisewassersystem für Menschen und Umwelt?

In einem AKW wie Gösgen, in dem in etwa die kurz- und langlebige Radioaktivität von ca. 1060 Hiroshima-Bomben im Jahr entsteht, sind diese Fragen nicht unerheblich. Es ist unschön für die Betreiber, wenn sie 500 Millionen Franken verlieren. Doch wesentlich unschöner sind die möglichen Gefahren, die von diesen Problemen ausgehen.

Ein Unfall in einem der grenznahen Atomkraftwerke in der Schweiz könnte nach wissenschaftlichen Einschätzungen auch massive Folgen für Baden-Württemberg haben. Je nach Wetterlage müssten weite Teile des Landes evakuiert werden, heißt es in einer neuen Untersuchung des Trinationalen Atomschutzverbands (TRAS). Betroffen wären unter Umständen Regionen bis in mehreren Hundert Kilometern Entfernung. Die Evakuierungszone könnte nicht nur die Großstadt Freiburg i. Br., sondern auch Städte wie Karlsruhe, Stuttgart, Mannheim, Heidelberg, Reutlingen, Heilbronn, Ulm, Nürnberg, Augsburg und München umfassen. Auch die gleichzeitige Evakuierung mehrerer Großstädte oder etwa des gesamten Oberrheingrabens könnte erforderlich sein. Darauf ist der Katastrophenschutz nicht ausgelegt.

Selbst bei günstigen Wetterlagen, bei denen der Wind die radioaktive Wolke größtenteils in die Schweiz oder nach Frankreich tragen würde, bekäme das Dreiländereck so große Strahlendosen ab, dass weite Teile der Region zwischen Waldshut-Tiengen, Freiburg und Basel komplett geräumt werden müssten, heißt es in der Untersuchung. Je nach Windrichtung am Katastrophentag wären selbstverständlich auch große Gebiete der Schweiz betroffen.


Stefan Auchter, BUND
Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein
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03.09.2025
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