Waldfonds fast ausgeschöpft: Landwirtschaftskammer fordert weitere Unterstützung für klimafitte Wälder
WIen - LKÖ-Präsident Josef Moosbrugger warnt, dass die Klimakrise die heimischen Wälder massiv unter Druck setzt und aktive Anpassungsmaßnahmen dringend notwendig bleiben.
Die aktuellen Niederschlagsdefizite würden deutlich zeigen, wie stark Wälder von ausreichendem Regen abhängig sind. Fehle Wasser, wachse der Wald langsamer und verliere an Widerstandskraft gegenüber Schädlingen wie dem Borkenkäfer. Zwar sei der Anteil an Schadholz zuletzt zurückgegangen, anhaltende Trockenheit könne die Situation jedoch rasch wieder verschärfen, so Moosbrugger.
Besonders wichtig sei daher die aktive Anpassung der Wälder an den Klimawandel. Geschädigte Flächen müssten rasch aufgeforstet und bestehende Wälder gezielt zu widerstandsfähigen Mischwäldern umgebaut werden. Strukturreiche Bestände mit unterschiedlichen Baumarten und Altersstufen gelten laut Fachleuten als besonders klimafit.
Der Waldfonds habe sich dabei als wichtiges Instrument erwiesen. Viele Fördermittel seien inzwischen jedoch nahezu ausgeschöpft. Trotz budgetärer Einschränkungen brauche es weiterhin finanzielle Unterstützung für Wiederaufforstung, Waldumbau und Schutzmaßnahmen, fordert die Landwirtschaftskammer.
Moosbrugger betont zudem die Bedeutung der nachhaltigen Forstwirtschaft für Klima und Gesellschaft. Seit 1990 sei der Holzvorrat in Österreichs Wäldern deutlich gestiegen. Gleichzeitig trage die Nutzung von Holz als Baustoff und Energieträger dazu bei, fossile Rohstoffe zu ersetzen und CO₂-Emissionen zu reduzieren.
Kritik übt die Landwirtschaftskammer an aus ihrer Sicht unrealistischen EU-Vorgaben. Waldwachstum folge natürlichen Grenzen und könne nicht unbegrenzt CO₂ aufnehmen. Europäische Regelungen müssten daher stärker an wissenschaftlichen Erkenntnissen und den realen Auswirkungen des Klimawandels ausgerichtet werden, so Moosbrugger.