Waldbrände setzen Feuerwehren unter Druck: Ruf nach mehr Geld und Hubschraubern
Der Verband sieht darin mehr als eine saisonale Belastung. Trockenheit, Hitze und schwierige Geländebedingungen machen Waldbrände zunehmend aufwendig. Gleichzeitig müssen die Feuerwehren auch während großer Einsätze ihre Einsatzbereitschaft in den Gemeinden aufrechterhalten.
Wie anspruchsvoll die Einsätze inzwischen sind, zeigen Beispiele aus diesem Jahr. Im Kärntner Lesachtal waren die Feuerwehren 24 Tage im Einsatz, rund 2.000 Feuerwehrmitglieder waren beteiligt und etwa 110 Hektar betroffen. In Eisbach-Rein in der Steiermark dauerte der Einsatz 17 Tage; insgesamt waren rund 2.500 Feuerwehrkräfte beteiligt.
Auch in Niederösterreich gab es großflächige Waldbrände: Bei zwei Großbränden im Föhrenwald bei St. Egyden standen über 18 Einsatztage hinweg zeitweise bis zu 800 Feuerwehrmitglieder gleichzeitig im Einsatz. Rund 159 Hektar waren betroffen.
In Tirol forderten die Brände in Wildermieming und Virgen rund 900 Feuerwehrmitglieder, in der Wiener Lobau waren rund 18 Hektar betroffen.
Besonders schwierig sind Einsätze in alpinen Regionen. Steile und schwer zugängliche Flächen, rasche Brandausbreitung und zahlreiche Glutnester können die Löscharbeiten über viele Tage verlängern. Gleichzeitig sind in manchen Gebieten zusätzliche Gefahren wie Munitionsbelastung vorhanden.
Eine zentrale Rolle spielt die Unterstützung aus der Luft. Je schneller Hubschrauber verfügbar sind, desto früher können Brandherde aus der Luft bekämpft und die weitere Ausbreitung eingedämmt werden. Gleichzeitig ist die Verfügbarkeit entsprechender Luftfahrzeuge angesichts mehrerer paralleler Einsätze eine Herausforderung.
Der Bundesfeuerwehrverband fordert deshalb eine langfristige Absicherung der Hubschrauberverfügbarkeit, sowohl bei Bundesheer und Innenministerium als auch bei privaten Anbietern. Auch die Ausstattung der Hubschrauber mit Löschwasserbehältern und die Finanzierung entsprechender Infrastruktur müssten gesichert werden.
Die Feuerwehren haben in den vergangenen Jahren bereits massiv in die Waldbrandbekämpfung investiert. Seit 2020 flossen laut Bundesfeuerwehrverband mehr als 20 Millionen Euro aus Feuerwehrbudgets, unterstützt durch den Waldfonds, in Spezialausrüstung.
Finanziert wurden unter anderem geländegängige Spezialfahrzeuge, Löschwasserbehälter, Faltbehälter, spezielle Rucksacksysteme, Schanzwerkzeug sowie leichtere Schutzkleidung und Helme. Auch Stützpunktfeuerwehren, Feuerwehr-Flugdienste, Treibstoffversorgung und Übungsinfrastruktur wurden ausgebaut.
Aus Sicht des Verbands reicht eine Finanzierung durch Gemeinden und Länder angesichts der steigenden Anforderungen jedoch nicht mehr aus. Waldbrandbekämpfung müsse als gesamtstaatliche Aufgabe betrachtet werden.
Feuerwehrpräsident Robert Mayer fordert daher eine stärkere Beteiligung des Bundes. Die mehr als 260.000 Feuerwehrmitglieder im Einsatzdienst seien rund um die Uhr bereit und würden einen großen Teil ihrer Arbeit ehrenamtlich leisten. Für die neuen Einsatzszenarien brauche es jedoch entsprechende Rahmenbedingungen und finanzielle Mittel.
Der Bundesfeuerwehrverband verlangt konkret eine Finanzierung der notwendigen Spezialausrüstung und Ausbildung durch den Bund. Außerdem soll die seit 2022 bestehende Sonderinvestitionsprämie von jährlich 20 Millionen Euro valorisiert werden. Auch die Kostensätze für Feuerwehreinsätze sollen evaluiert werden.
Ein weiterer Punkt betrifft Selbständige und Landwirte: Eine 2019 beschlossene Entgeltfortzahlung bei Feuerwehreinsätzen gilt derzeit unter bestimmten Voraussetzungen für Dienstnehmer. Der Feuerwehrverband fordert seit Jahren eine Ausweitung auf Selbständige und Landwirte sowie ein einfacheres Verfahren.
Die Feuerwehr verweist dabei auch auf die Folgen für die Wälder selbst. Waldbrände gefährden nicht nur Menschen und Siedlungen, sondern können die Schutzfunktion des Waldes beeinträchtigen, Erosion fördern und langfristige Folgekosten verursachen. Bereits das 2022 veröffentlichte Aktionsprogramm „Brennpunkt Waldbrand“ hatte auf diese Risiken hingewiesen.
Damit wird Waldbrandvorsorge zunehmend zu einer Aufgabe, die über die eigentliche Brandbekämpfung hinausgeht: Neben gut ausgerüsteten und ausgebildeten Einsatzkräften geht es auch um Waldpflege, Infrastruktur, Wasserversorgung und eine verlässliche Einsatzplanung für Zeiten, in denen mehrere Extremereignisse gleichzeitig auftreten.
Die Feuerwehren sehen sich für die kommenden Herausforderungen grundsätzlich gut vorbereitet. Sie warnen jedoch davor, dass die steigenden Anforderungen dauerhaft nicht allein von Gemeinden und ehrenamtlichen Einsatzkräften getragen werden können.