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Vorarlberg hält an Windkraft fest - aber nicht um jeden Preis

29.08.2026

Nach dem Aus für das Windkraftprojekt auf der Alpe Rauz betonen Landeshauptmann Markus Wallner und Energielandesrat Markus Klien, dass Vorarlberg weiterhin auf Windenergie setzen will. Entscheidend seien jedoch Wirtschaftlichkeit, Naturverträglichkeit und Akzeptanz vor Ort.

VorarlbergRheintal.jpg
© Leonhard Niederwimmer
Bregenz  - Das geplante Windkraftprojekt auf der Alpe Rauz wird nach Abschluss der Windmessungen nicht weiterverfolgt. Für die Vorarlberger Landesregierung bedeutet das allerdings keineswegs eine Absage an die Windenergie. Landeshauptmann Markus Wallner und Energielandesrat Markus Klien bekräftigen, dass Windkraft künftig einen Beitrag zur Energieversorgung des Landes leisten soll – allerdings unter klaren Bedingungen.

„Windkraft kann in Vorarlberg ein sinnvoller und nachhaltiger Teil des Energiemixes sein“, sagt Wallner. Projekte sollten aber nur dort verfolgt werden, „wo die wirtschaftlichen, ökologischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen“.
 

Alpe Rauz: Zu wenig Wind für einen wirtschaftlichen Betrieb 

Ausschlaggebend für das Ende der Planungen auf der Alpe Rauz ist die gemessene Windleistung. Nach Angaben der illwerke vkw wurden dort rund 1.000 Volllaststunden pro Jahr ermittelt. Für einen wirtschaftlich sinnvollen Betrieb wären nach Einschätzung des Unternehmens etwa 2.000 Volllaststunden erforderlich.
 

Damit sei die Entscheidung für die Alpe Rauz klar, so Wallner: „Mein Zugang zur Windkraft ist kein ideologischer, sondern ein pragmatischer.“ Wenn ein Projekt wirtschaftlich, ökologisch und gesellschaftlich sinnvoll sei, werde man es weiterverfolgen. Das Ergebnis auf der Alpe Rauz habe keine Auswirkungen auf andere mögliche Windkraftstandorte im Land.
 

Windkraft soll Winterstrom liefern 

Energielandesrat Markus Klien sieht insbesondere bei der saisonalen Energieversorgung Potenzial. Vorarlberg wolle einen breiten Mix erneuerbarer Energien nutzen, um die Energieautonomie voranzutreiben. Windkraft könne dabei vor allem im Winter eine wichtige Rolle spielen.

„Es geht aber nicht darum, Windkraft um jeden Preis auszubauen“, betont Klien. Projekte müssten einen nachhaltigen Mehrwert für Vorarlberg bringen, wirtschaftlich vernünftig umsetzbar sein und mit Natur und Landschaft vereinbar sein. Ebenso wichtig sei die Akzeptanz in den betroffenen Gemeinden.

Damit rückt neben der Wirtschaftlichkeit  auch die Frage der regionalen Einbindung in den Mittelpunkt. Land und Projektbetreiber setzen auf eine enge Zusammenarbeit mit Gemeinden und Grundstückseigentümern, um tragfähige Projekte entwickeln zu können.
 

Nur ein kleiner Teil Vorarlbergs kommt grundsätzlich infrage 

Dass die Auswahl geeigneter Standorte in Vorarlberg begrenzt ist, zeigt eine Windpotenzialerhebung aus dem Jahr 2023. Demnach könnten rund 4,3 Prozent der Landesfläche nach technischen und geografischen Kriterien grundsätzlich für Windkraftanlagen geeignet sein.
 

Diese Zahl beschreibt allerdings noch keine tatsächlich nutzbare Fläche. Berücksichtigt wurden zunächst Kriterien wie Windgeschwindigkeit, Hangneigung und Untergrund. In einem weiteren Schritt müssen zahlreiche zusätzliche Faktoren geprüft werden - darunter Natur- und Landschaftsschutz, Siedlungsgebiete, Abstände und mögliche Schallemissionen.
 

Das Aus für die Alpe Rauz ist damit kein Aus für die Windkraft in Vorarlberg. Vielmehr setzt die Landesregierung auf eine gezielte Standortsuche: Windräder sollen dort entstehen, wo ausreichend Wind vorhanden ist und gleichzeitig Wirtschaftlichkeit, Natur- und Landschaftsschutz sowie die Zustimmung der Bevölkerung zusammenpassen.

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29.08.2026 | Autor*in: Doris Holler-Bruckner
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