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Verkehr einziger Sektor mit steigenden CO2–Emissionen

29.03.2016

Klimafreundliches Mobilitätsangebot muss verbessert werden, ökologische Steuerreform ist umzusetzen

© sxc.hu
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Wien –Im Dezember wurde der Klimavertrag von Paris unterzeichnet. Das Abkommen bedeutet, dass der Verkehr bis zum Jahr 2050 erdölfrei werden muss. Der Verkehr ist Österreichs größtes Sorgenkind beim Klimaschutz – und der einzige Sektor mit im Vergleich zum Jahr 1990 steigenden Treibhausgas–Emissionen.
Die Sektoren Gebäude und Verkehr verursachten im Jahr 1990 etwa gleich viele Treibhausgas–Emissionen. Durch zahlreiche Maßnahmen hat der Bereich "Gebäude und Raumwärme" seine klimaschädlichen Emissionen seither um 42 Prozent reduziert, jene des Verkehrs sind hingegen um 58 Prozent gestiegen. Heute verursacht der Verkehr rund drei Mal so viele klimaschädlichen Emissionen wie der Sektor Gebäude, verdeutlicht der VCÖ.
Einen Teil des Problems machen Transit–Lkw aus, die aufgrund der niedrigen Dieselbesteuerung in Österreich volltanken und damit Österreichs Klimabilanz verschlechtern. So kosten 100 Liter Diesel in Italien um 25 Euro mehr als in Österreich. Laut WIFO macht die Steuerbegünstigung von Diesel jährlich rund 640 Millionen Euro pro Jahr aus. „Wird Diesel gleich hoch besteuert wie Eurosuper, fällt ein Teil des so genannten Tanktourismus weg, aber nicht der ganze. Darüber hinaus muss Österreich weitere Maßnahmen für einen klimafreundlichen Verkehr setzen, wie die Verkehrsdaten zeigen„, stellt VCÖ–Expertin Ulla Rasmussen fest.
So sind die mit dem Auto gefahrenen Kilometer seit dem Jahr 1990 von 55,7 auf 76,6 Milliarden Personenkilometer gestiegen, der Lkw–Transport hat sich im gleichen Zeitraum sogar mehr als verdoppelt auf über 50 Milliarden Tonnenkilometer. „Während es bei der Personenmobilität in den vergangenen zehn Jahren eine Abflachung beim Autoverkehr und eine stärkere Zunahme bei der umweltfreundlichen Mobilität gab, nimmt der Lkw–Verkehr weiterhin ungebremst zu„, macht Rasmussen aufmerksam.
Der VCÖ fordert daher ein rasches Maßnahmenpaket, um den Verkehr auf Klimakurs zu bringen. Dazu zählt der starke Ausbau des umweltfreundlichen Mobilitätsangebots. Es braucht in den Ballungsräumen häufigere Öffi–Verbindungen und ein dichteres Netz. Großen Aufholbedarf hat Österreich bei der Radfahrinfrastruktur, insbesondere bei Radschnellwegen vom Umland in die Städte. Wesentlich ist zudem ein Stopp der Zersiedelung. Das Konzept des Energiesparhauses ist zu einem Verkehrssparhaus weiter zu entwickeln, betont der VCÖ.
„Für Österreich ist die Positionierung als Klimaschutz–Vorreiter auch eine große wirtschaftliche Chance. Global werden in den nächsten Jahrzehnten klimafreundliche Lösungen und Produkte stark nachgefragt werden. Nimmt Österreich eine Vorreiterrolle ein, dann wird Klimaschutz für den heimischen Arbeitsmarkt eine Joblokomotive„, betont VCÖ–Expertin Ulla Rasmussen.
Auch eine ökologische Steuerreform, die den Ressourcenverbrauch höher besteuert und die Steuern auf Arbeit senkt, kurbelt den Arbeitsmarkt an und bringt gleichzeitig Österreich den Klimazielen näher.
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29.03.2016 | Autor*in: holler
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