Uruguay will Energiewende auf die nächste Stufe heben
Bereits heute stammt im Durchschnitt rund 97 Prozent des in Uruguay erzeugten Stroms aus erneuerbaren Energien. Diese Unabhängigkeit mache das Land weniger anfällig für internationale Krisen und Preisschwankungen bei fossilen Energieträgern.
Doch Cardona sieht keinen Grund, sich auf den bisherigen Erfolgen auszuruhen. In den kommenden fünf Jahren sollen 500 Megawatt zusätzliche Kapazität aus erneuerbaren Energien entstehen, mit einem Schwerpunkt auf Solarenergie. Geplant sind unter anderem vier neue Photovoltaikprojekte in verschiedenen Landesteilen. Auch die Verwandlung bestehender Kraftwerksparks in Hybridprojekte mit Speichern und neue Regeln für die Mikroerzeugung sollen das Energiesystem weiter stärken.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Elektromobilität. Das öffentliche Ladenetz soll bis Jahresende von derzeit rund 435 auf 600 Ladestationen wachsen. Auch bei Elektrobussen will Uruguay weiter zulegen: Nachdem das Ziel von 15 Prozent elektrischer Busse bereits Ende 2025 übertroffen wurde, soll der Anteil bis Ende 2026 auf 20 Prozent steigen.
„Wir müssen uns auf das Uruguay der Zukunft vorbereiten – auf das Uruguay, das wir uns in 25 Jahren wünschen“, sagte Cardona. Dabei gehe es nicht allein darum, mehr Energie zu erzeugen, sondern diese in Investitionen, Arbeitsplätze, Innovation und neue Chancen für die Bevölkerung umzuwandeln. Für die Ministerin sind Energie- und Industriepolitik daher zwei Seiten derselben Entwicklungsstrategie. Und: Unabhängigkeit ist klar erneuerbare Energie.