Tschechien: Nach zehn Jahren ist Schluss mit den Plänen für eine neue Uranmine bei Brzkov
Für die Gemeinden Brzkov, Věžnice, Polná und Přibyslav bedeutet die Entscheidung einen Erfolg. Sie hatten sich seit Jahren gegen die Pläne für eine mögliche neue Uranmine gewehrt.
Auch die Umweltorganisation Calla begrüßt das Ende des Vorhabens. Energieberater Edvard Sequens verweist auf die erheblichen Folgekosten des früheren Uranabbaus in Tschechien.
Bis Ende 2025 kosteten die staatlichen Sanierungsmaßnahmen nach Angaben von Calla bereits rund 63 Milliarden Kronen (etwa 2,5 Milliarden Euro) – Sozialprogramme für ehemalige Bergleute nicht eingerechnet. Weitere Milliarden dürften für die Beseitigung der Altlasten erforderlich sein.
Besonders schwer wiegen die Folgen des chemischen Uranabbaus in Stráž pod Ralskem. Zwischen 1968 und 1996 wurden dort große Mengen verschiedener Chemikalien in den Untergrund eingebracht. Dadurch wurden unter anderem unterirdische Wasservorkommen erheblich belastet.
Die Altlasten der tschechischen Uranindustrie sind umfangreich: Im Land befinden sich laut Calla noch 386 Abraumhalden mit insgesamt 46 Millionen Kubikmetern Material sowie 20 Schlammteiche mit radioaktivem Schlamm und einem Gesamtvolumen von 57,3 Millionen Kubikmetern.
„Angesichts der Umweltschäden in Milliardenhöhe, die die Uranindustrie hinterlassen hat, sollte dies ein endgültiges Ende sein“, erklärte Sequens. Der Uranabbau in Tschechien war 2017 mit den letzten Förderungen in Rožná beendet worden. Das nun eingestellte Verfahren bei Brzkov beendet damit einen mehr als zehn Jahre dauernden Versuch, neue Uranressourcen für den Abbau zu erschließen.