Texas verbrennt Milliarden Liter Wasser für Kohle und Gas
Eine neue Analyse des Sierra Club zeigt: Gas-, Kohle- und Atomkraftwerke verschlangen allein im Jahr 2024 rund 100 Milliarden Gallonen Wasser – obwohl erneuerbare Energien und Batteriespeicher kaum Wasser benötigen.
Besonders hoch ist der Verbrauch von Gaskraftwerken mit 56 Milliarden Gallonen pro Jahr. Kohlekraftwerke verbrauchten weitere 34 Milliarden, Kernkraftwerke rund 26 Milliarden Gallonen. Die Daten stammen aus einer Auswertung von zehn Jahren Statistiken der US-Energiebehörde EIA und wurden im neuen Bericht „Watts Wasting Texas Water“ veröffentlicht.
Die Studie zeigt ein deutliches Missverhältnis: Kohlekraftwerke lieferten 2024 nur etwa 12 Prozent des Stroms in Texas, verursachten aber rund 31 Prozent des wasserbezogenen Verbrauchs der Stromerzeugung. Erneuerbare Energien deckten dagegen bereits 30 Prozent des Strombedarfs – mit minimalem Wasserverbrauch.
Laut Sierra Club könnten die von Kohlekraftwerken verbrauchten Wassermengen jedes Jahr rund eine Million texanische Haushalte versorgen. Das entspricht etwa zehn Prozent aller Haushalte des Bundesstaates.
Die Umweltorganisation kritisiert scharf, dass Texas Milliarden in Wasseraufbereitung und Entsalzungsanlagen investiert, während wasserintensive Kraftwerke weiterhin bevorzugt werden.
„Es ist unfassbar, dass wir über Trinkwasserknappheit sprechen, während fossile Kraftwerke weiterhin riesige Mengen kostbaren Wassers verbrauchen“, sagt Lindsay Mader vom Sierra Club. Erneuerbare Energien und Batteriespeicher seien längst verfügbar und könnten das Stromnetz deutlich wasserschonender versorgen.
Zusätzlichen Druck auf die Wasserressourcen erzeugen laut Bericht auch Rechenzentren. Diese verbrauchen direkt etwa acht Milliarden Gallonen Wasser jährlich – hinzu kommt der hohe Wasserbedarf der Kraftwerke, die ihre Stromversorgung sicherstellen.
Der Sierra Club fordert deshalb einen schnellen Ausbau erneuerbarer Energien und von Batteriespeichern sowie eine Neubewertung der großzügigen Wasserrechte für Kohle- und Gaskonzerne. Angesichts der zunehmenden Dürreperioden und sinkender Wasserstände sei ein Umdenken dringend notwendig.
„Texas braucht mehr Wasser für Menschen, Flüsse und Ökosysteme – nicht für veraltete fossile Kraftwerke“, heißt es im Bericht.