Temelín wehrt sich gegen geplante Verbrennungsanlage für gefährliche Abfälle
Temelín / Tschechien – In der südböhmischen Gemeinde Temelín regt sich Widerstand gegen den Bau einer Verbrennungsanlage für industrielle gefährliche Abfälle am Standort Hůrka. Die Gemeinderäte kritisieren vor allem, dass sie über das Projekt des spanischen Unternehmens Quail, das zur FCC-Gruppe gehört, nicht rechtzeitig informiert wurden.
Das Vorhaben befindet sich derzeit im Umweltverträglichkeitsprüfungsverfahren (UVP). Bürgermeister Josef Váca kündigte an, alle rechtlichen Mittel auszuschöpfen, um gegen die Entscheidung vorzugehen. Laut Gemeinde seien notwendige Studien vom Kreis schon im vergangenen Juni genehmigt worden – Temelín habe jedoch erst im Januar davon erfahren. Stellungnahmen im Rahmen der UVP sind noch bis Ende Februar möglich.
In der Bevölkerung wachsen die Sorgen über zusätzliche Umweltbelastungen. Befürchtet werden vor allem mehr Schwerverkehr sowie unklare Auswirkungen der Verbrennung gefährlicher Industrie- und Krankenhausabfälle. Das Gebiet sei bereits durch den Ausbau des nahegelegenen Kernkraftwerks Temelín stark belastet.
Das Unternehmen FCC weist die Kritik zurück. Die Anlage werde alle Sicherheitsstandards erfüllen und neue Arbeitsplätze schaffen. Geplant sind Investitionen von ein bis zwei Milliarden Kronen. Während der Bauphase könnten mehrere hundert Jobs entstehen, im laufenden Betrieb rund 35 Dauerarbeitsplätze. Pro Jahr sollen etwa 20.000 Tonnen Abfälle verbrannt werden. Der zusätzliche Verkehr werde sich laut Unternehmen auf maximal sechs Lkw pro Tag beschränken. Sollten alle Genehmigungen erteilt werden, könnte der Bau in etwa drei Jahren beginnen, die Inbetriebnahme ist bis 2030 vorgesehen.