Südwind-Stiftungspreis geht an zwei engagierte Frauen aus der Buckligen Welt und dem Wechselland
Wiesmath/Mönichkirchen - Zwei Frauen, zwei Gemeinden und jahrzehntelanges Engagement für andere Menschen: Der diesjährige Südwind-Stiftungspreis im Gedenken an Leopoldine Reisenbauer geht an Karoline Reidinger aus Mönichkirchen und Helga Handler aus Wiesmath. Die Jury würdigt damit ihren langjährigen persönlichen Einsatz für Fairen Handel, Nachhaltigkeit und gelebte Solidarität.
Das mit insgesamt 1.000 Euro dotierte Preisgeld wird zwischen den beiden Preisträgerinnen geteilt. Die Auszeichnung verbindet damit heuer die Bucklige Welt und das Wechselland.
Pionierin des Fairen Handels in Mönichkirchen
Karoline Reidinger wurde von der Marktgemeinde Mönichkirchen für den Stiftungspreis nominiert. Über viele Jahre setzte sie sich mit großem persönlichem Engagement für FAIRTRADE ein und war maßgeblich an der Umsetzung und Weiterentwicklung entsprechender Initiativen in der Gemeinde und in der FAIRTRADE-Region Bucklige Welt-Wechselland beteiligt.
„Frau Reidinger ist eine Pionierin in Sachen FAIRTRADE-Gemeinden“, betont Ingrid Schwarz von Südwind Niederösterreich. Auf ihre Initiative hin wurde Mönichkirchen gemeinsam mit Wiener Neustadt als eine der ersten FAIRTRADE-Gemeinden Niederösterreichs ausgezeichnet.
2027 steht in Niederösterreich das 20-jährige Jubiläum der FAIRTRADE-Gemeinden an. Reidinger war von Beginn an eine wichtige Kooperationspartnerin. In der Buckligen Welt und im Wechselland entstanden seither zahlreiche Projekte und Initiativen rund um Fairen Handel und globale Verantwortung.
Mit der Auszeichnung wollen die Marktgemeinde Mönichkirchen und Südwind Niederösterreich diesen langjährigen Einsatz für eine faire und nachhaltige Gemeinde und Region würdigen.
Seit Jahrzehnten für Menschen da
Die zweite Preisträgerin, Helga Handler aus Wiesmath, engagiert sich seit vielen Jahren in ganz unterschiedlichen Bereichen für ihre Mitmenschen.
In der Pfarre Wiesmath sorgte sie über Jahrzehnte dafür, dass Produkte aus dem Weltladen angeboten werden. Mehrmals jährlich fuhr sie dafür nach Wiener Neustadt, holte die Waren ab, baute Verkaufstische im Pfarrheim auf und präsentierte die Produkte bei Veranstaltungen. Dabei beriet sie die Kundinnen und Kunden mit viel persönlichem Einsatz.
Ihr Engagement beschränkte sich jedoch nicht auf den Fairen Handel. Handler half über viele Jahre bei der Organisation der Seniorenrunden im Pfarrheim und besuchte kranke und alleinstehende Menschen. Wenn es ihre Gesundheit erlaubt, ist sie weiterhin als Lektorin in der Pfarre aktiv.
Hilfe für eine geflüchtete Familie
Besonders hervorgehoben wurde bei der Nominierung durch Elisabeth Braunstorfer auch eine Hilfsaktion, die mehr als 30 Jahre zurückliegt.
Handler nahm damals ein junges Ehepaar mit zwei kleinen Kindern, das vor dem Krieg aus dem ehemaligen Jugoslawien geflüchtet war, bei sich zu Hause auf. Sie kümmerte sich um Essen und Kleidung, unterstützte den Familienvater bei der Suche nach einer Arbeitsstelle und ermöglichte den Kindern Kontakte zu anderen Familien in Wiesmath.
So konnte die Familie die Zeit bis zu einer späteren dauerhaften Unterbringung in einem sicheren Umfeld verbringen.
„Frau Handler hat vieles zum Wohle anderer geleistet. Für mich ist sie eine aufgeschlossene, selbstbewusste Botin der Menschlichkeit“, sagt Elisabeth Braunstorfer.
„In Vielfalt verbunden“
Dass der Stiftungspreis heuer an zwei Frauen aus unterschiedlichen Teilen der Region geht, hat für Südwind eine besondere Bedeutung. „Die Wertschätzung für beide Frauen ist auch deshalb so besonders, weil es sowohl eine Vertreterin aus der Buckligen Welt als auch eine Vertreterin aus dem Wechselland ist, die von der Jury ausgewählt wurde“, erklärt Ingrid Schwarz.
Damit bekommt auch das regionale Leitbild „In Vielfalt verbunden“ beim Südwind-Stiftungspreis eine besondere Bedeutung. Beide Preisträgerinnen stehen auf ihre jeweils eigene Weise für die Grundgedanken des Preises: Fairen Handel, globale Verantwortung, Solidarität und den Einsatz für andere Menschen.