Für Browser < IE 11 nicht optimiert. Verwenden Sie bitte einen aktuelleren Browser.
Skip to main content
Ökonwes
  • Sonne
  • Wind
  • Biomasse
  • Mobilität(current)1
  • Nachhaltigkeit
    • Nachhaltigkeit
    • Vernetzung
    • Wasser
    • weitere Energien
    • Ersatz fossiler Energie
    • Umweltschutz
    • Bauen
    • offene Briefe
    • Ansichtssache
    • Buch-Tipp
    • Heroes for future
    • Jobs
    • Ernährung und Gesundheit
    • Ökologisch Investieren
  1. oekonews
  2. Mobilität

Studie: Radverkehr in beengten Straßenverhältnissen sicherer gestalten

25.01.2025

Wie knapp und wie gefährlich sind Überholvorgänge zwischen Kfz und Radfahrenden wirklich? Forschende untersuchten mit modernsten Messtechnologien über 7.000 Überholvorgänge.

RadBEST.jpg
Den Radverkehr in beengten Straßenverhältnissen sicherer gestalten © Salzburg Research

Aus den Ergebnissen entwickelten sie konkrete Handlungsempfehlungen für die sichere und komfortable Führung des Radverkehrs auf Hauptstraßen mit Fahrbahnbreiten unter neun Metern im D-A-CH-Raum.

Die angestrebten hohen Radverkehrsanteile in Städten und Gemeinden erfordern ein durchgängiges, qualitativ hochwertiges Radverkehrsnetz. Die Straßenquerschnitte auf Hauptstraßen sind jedoch oft nicht ausreichend breit, um richtlinienkonforme, baulich getrennte Radverkehrsanlagen zu errichten. Fehlen zudem geeignete Ausweichrouten, bleiben diese Straßenabschnitte meist Lücken im Radverkehrsnetz. An diesen Abschnitten häufen sich sowohl innerorts wie auch außerorts Konflikte, die die objektive und subjektive Verkehrssicherheit beeinflussen.

In einem länderübergreifenden Forschungsprojekt unter der Leitung der Salzburg Research Forschungsgesellschaft wurden daher mittels empirischer Untersuchungen und modernster Messtechnologien konkrete Empfehlungen erarbeitet, wie Radfahren auf Hauptstraßen bei beengten Verhältnissen sicherer und komfortabler gestaltet werden kann. Durch den Einsatz von Open Bike Sensoren, stationären und mobilen Laser-Systemen (LiDAR – Light Detection and Raging) sowie kamerabasierter Analyse konnten erstmals umfassende Daten zur Verkehrssituation und deren Wirkung auf Radfahrende erhoben werden. Die Ergebnisse zeigen: „Es braucht bei Straßen mit beengten Verhältnissen eine ‚deutlichere Sprache der Infrastruktur‘ und/oder restriktive rechtliche Maßnahmen, um einen gewünschten Mindestüberholabstand zu gewährleisten“, sagt Sven Leitinger, Leiter der länderübergreifenden Studie bei Salzburg Research.

Innovative Messmethoden zur Bewertung der Überholvorgänge

Ein maßgeblicher Parameter für die Sicherheit und den Komfort der Radfahrenden ist der Abstand, den Kfz beim Überholen einhalten. Ein Überholabstand von 1,5 Metern im Ortsgebiet wird als sicher empfunden – das entspricht auch dem gesetzlich vorgeschriebenen Mindestüberholabstand in Deutschland und Österreich. Ein besonderer Schwerpunkt im Forschungsprojekt lag daher auf der objektiven Ermittlung der tatsächlichen Überholabstände in zahlreichen Feldstudien.

In den Feldstudien kamen verschiedene Methoden der Datenerfassung und -analyse zum Einsatz: Open Bike Sensoren, stationäre und mobile LiDAR-Sensoren, Videobeobachtungen, humansensorische Messungen und Befragungen. „Insbesondere mit der eingesetzten LiDAR-Sensorik, unter anderem in Form eines Forschungsfahrrades, wurde ein neuer innovativer Messansatz eingesetzt, mit dem der gesamte Überholvorgang erstmals objektiv erfasst werden kann“, sagt Sven Leitinger vom auf Bewegungsdatenanalyse spezialisierten Forschungsinstitut Salzburg Research.

Insgesamt wurden über 7.000 Kfz-Überholvorgänge von Radfahrenden auf 22 Teststrecken in Deutschland, Österreich und der Schweiz analysiert.

Ergebnisse der Feldstudien: Überholabstände sind zu gering

Die umfangreichen Feldtests zeigten klar: Die herkömmliche Radfahrinfrastruktur bzw. ein Mischverkehr von Kfz und Fahrrädern ohne Fahrradinfrastruktur führt bei beengten Verhältnissen überwiegend nicht zum gewünschten Überholverhalten. „Trotz unterschiedlichster Charakteristika liegen die Mediane der Überholabstände bei fast allen Teststrecken zwischen 1,0 und 1,3 Metern und damit unter dem in Österreich und Deutschland geltenden Mindestüberholabstand von 1,5 Metern. Auffällig gering sind die Abstände in der Währinger Straße in Wien“, berichtet der Salzburg Research-Forscher Leitinger.

Bei den Testfahrten mit dem Forschungsfahrrad konnten auch Distanzen und Geschwindigkeiten zwischen dem Kfz und dem Fahrrad zu unterschiedlichen Zeitpunkten – in der Annäherung, beim Ausscheren und beim Vorbeifahren – erhoben werden. „Insbesondere bei Teststrecken mit höheren Verkehrsmengen kam es zu knapperem Auffahren der Kfz, längerem Hinterherfahren mit kleinem Abstand, risikobereiteren Überholmanövern und gefährlicherem Wiedereinscheren vor den Fahrradfahrenden“, so Leitinger weiter.

Empfohlene Lösungsansätze für mehr Sicherheit an Engstellen

In beengten Hauptverkehrsstraßen, wo herkömmliche Radverkehrsanlagen gemäß den Richtlinien aus Platzgründen nicht realisierbar sind, bedarf es innovativer und neuer Lösungsansätze, um das Radfahren für alle Verkehrsteilnehmenden sicherer und attraktiver zu gestalten und damit wichtige Lücken im Radverkehrsnetz zu schließen. Für derartige Engstellen gibt es keine optimale Lösung. Ein zentraler Lösungsansatz ist jedoch, durch geeignete Maßnahmen dafür zu sorgen, dass Kfz-Überholvorgänge mit ausreichend großem Abstand zu Radfahrenden erfolgen oder ganz unterlassen werden.

Für Straßenbreiten zwischen 6,5 und 9,5 Metern wird die Einführung von breiten Radstreifen und schmäleren Kernfahrbahnen bei Tempo 30 empfohlen, um die Überholabstände zu optimieren. Für noch engere Abschnitte schlagen die Forschenden qualifizierten Mischverkehr mit einer max. zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h und zusätzlichen Markierungen – Piktogrammketten/Sharrows – zur Erhöhung der Sichtbarkeit von Radfahrenden vor. Zusätzlich wurden konkrete Empfehlungen zu rechtlichen Aspekten in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie Vorschläge für asymmetrische Radverkehrsführung, bei punktuellen Engstellen, in Einrichtungsfahrbahnen sowie für partizipative Prozesse zur Einbindung relevanter Akteure erarbeitet, um evidenzbasierte Entscheidungen zur Radverkehrsführung zu fördern.

Die Handlungsempfehlungen bilden eine wichtige Grundlage für die praktische Umsetzung in Städten und Gemeinden in der D-A-CH-Region. Ziel ist es, bestehende Netzlücken zu schließen und den Radverkehr sicherer und attraktiver und den Verkehr insgesamt klimafreundlicher zu gestalten.

Publikation

Sven Leitinger, Hannah Wies, Martin Loidl, Christian Werner, Jochen Eckart, Michael Fath, Carsten Hagedorn, Rebecca Hunziker, Lena Ruegge, Michael Szeiler, Mark Richter, Marlene Mellauner, Maria Fleischer (2024): RADBEST: Radverkehrsführung bei beengten Straßenverhältnissen. Ein Projekt finanziert im Rahmen der D-A-CH Kooperation, Verkehrsinfrastrukturforschung 2022, D-A-CH 2022, Endbericht 2024.

Online verfügbar (Kurzfassung + gesamter Bericht):  srfg.at/radbest-endbericht
  • Drucken
  • Empfehlen
25.01.2025
Zum vorigen Artikel voriger Artikel

Balearia: Bald zwei elektrische Schnellfähren für die Strecke Tarifa-Tanger  

Zum nächsten Artikel nächster Artikel

Wie lässt sich Radverkehr in Niederösterreich verbessern

oekonews

Tageszeitung für Erneuerbare Energie und Nachhaltigkeit. Samstag, 12. September 2026, 70.128 Artikel Online

Weitere Themen

  • Fahrradstraße Meiselstraße gewinnt VCÖ-Mobilitätspreis Wien
  • Rad-Demo: DAN Lio unterstützt live mit kultigem neuen Fahrrad-Song
  • VCÖ-Mobilitätspreis NÖ:  Einfach nachhaltig unterwegs zur Verkehrswende
  • Emmisionsfreie Woche der Islamischen Föderationen: Zu Fuß, mit dem Rad und öffentlich zur Moschee
  • Österreich: E-Autos wachsen deutlich stärker als der Gesamtmarkt
  • Europa: 22% Elektroauto-Anteil am Markt und im Betrieb billiger als Benziner
  • Mehr Kinder gehen zu Fuß zur Schule
  • 936 Kilometer ohne Ladestopp: Reichweitenrekord für siebensitzige Elektro-SUV mit dem Škoda Peaq
  • Niederösterreich bekommt neue Akkuzüge: Mehr Komfort für Kamptal- und Erlauftalbahn
  • Autonomes Fahren erreicht London: Wayve und Uber starten Robotaxi-Fahrten in Großbritannien
  • zum ersten Set
  • zurück zum vorigen Set
  • 1(current)
  • 2
  • 3
  • weiter zum nächsten Set
  • zum letzten Set
11.835 Artikel | Seite 1 von 1.184

Newsletter

zur Anmeldung

Termintipp

Termin-Tipp buchen

Oekotermine

Werben auf oekonews

Direkt an der Zielgruppe

Wichtiger Artikel

STUDIE: Ohne Energiewende mehr Rohstoffverbrauch
  • Suche
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Über oekonews
  • Haftung
  • RSS
© 2026 oekonews.at
RadBEST.jpg

Den Radverkehr in beengten Straßenverhältnissen sicherer gestalten © Salzburg Research