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Studie: Junge Menschen blicken immer pessimistischer in die Zukunft

12.07.2026

Während Umwelt- und Klimaschutz weiterhin als wichtig angesehen werden, verliert das Thema im Vergleich zu anderen gesellschaftlichen Herausforderungen deutlich an Priorität.

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Jugendliche © Surprising_Media pixabay.com

Dessau-Roßlau-  Gleichzeitig wächst der Pessimismus hinsichtlich der Zukunft von Umwelt, Klima und Gesellschaft. Das geht aus der aktuellen Studie „Zukunft? Jugend fragen!“ des Umweltbundesamtes (UBA) hervor.
 

Besonders auffällig ist der Rückgang der Bedeutung des Umwelt- und Klimaschutzes. Zwar halten noch 73 Prozent der 14- bis 22-Jährigen das Thema für wichtig, doch nur noch 30 Prozent bewerten es als „sehr wichtig“. Bei der Erhebung im Jahr 2021 lag dieser Wert noch bei 50 Prozent. Andere Themen wie Kriminalität und öffentliche Sicherheit (54 Prozent) sowie soziale Gerechtigkeit (53 Prozent) stehen inzwischen deutlich stärker im Fokus der jungen Generation.
 

Wachsende Zukunftssorgen 

Noch deutlicher zeigt sich der Stimmungswandel beim Blick in die Zukunft. Rund 69 Prozent der Befragten blicken pessimistisch auf die Entwicklung von Umwelt und Klima. Noch stärker ausgeprägt ist die Skepsis gegenüber der gesellschaftlichen Entwicklung Deutschlands: 73 Prozent äußern sich pessimistisch – ein deutlicher Anstieg gegenüber 54 Prozent im Jahr 2021.
 

Selbst die persönliche Zukunft wird kritischer bewertet. Zwar überwiegt hier weiterhin der Optimismus, doch inzwischen rechnen 30 Prozent der jungen Menschen mit einer negativen Entwicklung. Das sind elf Prozentpunkte mehr als noch vor vier Jahren.
 

UBA-Präsident Dirk Messner sieht darin ein ernstes Warnsignal: Der zunehmende Zukunftspessimismus müsse Politik und Gesellschaft zu denken geben. Ziel müsse es sein, kommenden Generationen einen lebenswerten Planeten zu hinterlassen und junge Menschen stärker in umweltpolitische Entscheidungen einzubeziehen.
 

Demokratie genießt hohes Vertrauen 

Trotz der wachsenden Sorgen zeigt die Studie auch ein grundsätzlich hohes Vertrauen in demokratische Strukturen. 88 Prozent der Befragten halten das Leben in einer Demokratie für sehr wichtig, und 69 Prozent bewerten die Europäische Union positiv.

Gleichzeitig sehen viele junge Menschen gesellschaftlichen Handlungsbedarf. 78 Prozent sind der Meinung, dass die sozialen Unterschiede in Deutschland zu groß sind.
 

Kritik an Politik und Wirtschaft 

Mit den bisherigen Maßnahmen im Umwelt- und Klimaschutz zeigen sich die Befragten überwiegend unzufrieden. Nur 26 Prozent finden, dass die Bundesregierung ausreichend handelt. 69 Prozent vertreten die Auffassung, dass sie zu wenig für den Umwelt- und Klimaschutz tut.

Auch Industrie und Wirtschaft sowie das Verhalten der Bevölkerung werden kritisch bewertet: Lediglich 30 Prozent halten deren Engagement für ausreichend. Zudem wünschen sich 70 Prozent der jungen Menschen, dass ihre Forderungen in der Klimapolitik stärker berücksichtigt werden.
 

Nachhaltigkeit bleibt Teil des Alltags 

Trotz der wachsenden Skepsis bleibt nachhaltiges Verhalten für viele Jugendliche selbstverständlich. Der Kauf von Bio- oder fair gehandelten Produkten sowie die Unterstützung von Online-Petitionen oder die Teilnahme an Demonstrationen gehören für viele weiterhin zum Alltag. Allerdings zeigt der Vergleich mit früheren Erhebungen, dass sowohl nachhaltiger Konsum als auch gesellschaftliches Engagement seit 2021 insgesamt leicht zurückgegangen sind.
 

Langzeitstudie seit 2017 

Die Studienreihe „Zukunft? Jugend fragen!“ untersucht seit 2017 regelmäßig das Umweltbewusstsein sowie die politischen Erwartungen junger Menschen zwischen 14 und 22 Jahren. Für die aktuelle Erhebung wurden im Dezember 2025 insgesamt 1.311 Jugendliche und junge Erwachsene repräsentativ befragt. Die Untersuchung entstand im Auftrag des Umweltbundesamtes und wurde vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut Verian durchgeführt.
 

Die Ergebnisse zeigen ein widersprüchliches Bild: Junge Menschen stehen weiterhin hinter Umwelt- und Klimaschutz, fühlen sich jedoch angesichts wirtschaftlicher, sozialer und gesellschaftlicher Krisen zunehmend verunsichert. Der Wunsch nach mehr politischer Mitsprache bleibt dabei ebenso groß wie die Sorge um die Zukunft.

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