Speicheroffensive: „Auf Worte müssen endlich Taten folgen“
Der Verband sieht deshalb grundsätzlich die neuerliche Ankündigung von Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer, das Fördersystem entsprechend neu auszurichten, als positiv an. Entscheidend sei allerdings, dass es nicht bei Ankündigungen bleibt.
„Wir begrüßen, dass die Bundesregierung die Bedeutung von Speichern für das Energiesystem nun ausdrücklich anerkennt. Entscheidend ist aber, dass aus der angekündigten Speicheroffensive jetzt auch konkrete Maßnahmen werden“, sagt Vera Immitzer, Geschäftsführerin von PV&B Austria.
Batteriespeicher werden wichtiger
Batteriespeicher können eine zentrale Rolle dabei spielen, Solarstrom zeitlich besser nutzbar zu machen. Gerade an sonnigen Tagen entsteht rund um die Mittagszeit häufig ein großes Angebot an PV-Strom. Speicher können diesen Strom aufnehmen und später wieder abgeben – etwa in den Abendstunden, wenn der Strombedarf steigt.
PV&B Austria hat bereits im vergangenen Jahr den aus seiner Sicht notwendigen Speicher- und Flexibilitätsbedarf für Österreich aufgezeigt. Eine aktuelle Folgeanalyse kommt zudem zum Schluss, dass Batteriespeicher bereits heute helfen können, günstigen Solarstrom aus den Mittagsstunden in die teureren Abendstunden zu verschieben.
Damit könnten Speicher nicht nur den Eigenverbrauch von PV-Anlagen erhöhen, sondern auch zur Entlastung des Stromsystems beitragen.
Förderung soll frühzeitig feststehen
PV&B Austria fordert nun möglichst rasch Klarheit darüber, wie die Förderung ab 2027 konkret aussehen soll. Die Unterstützung müsse unkompliziert und bereits früh im kommenden Jahr verfügbar sein.
Minister Hattmannsdorfer hat seit seinem Amtsantritt wiederholt eine Speicheroffensive angekündigt. Der Verband begrüßt daher die neuerliche Ankündigung, will die Bundesregierung aber an der tatsächlichen Umsetzung messen.
„Wir stehen dem Ministerium weiterhin gerne als Sparring-Partner zur Verfügung. Jetzt geht es aber darum, dass auf die Worte auch Taten folgen. Die Branche steht bereit“, betont Immitzer.
Dabei sieht PV&B Austria allerdings nicht nur die Förderpolitik gefordert. Eine reine Umstellung der Förderung reiche nicht aus. Auch steuerliche Erleichterungen für Speicher sollten weiter diskutiert werden. Gleichzeitig müsse die E-Control praxistaugliche Rahmenbedingungen schaffen. Auch die Netzbetreiber sollten Batteriespeicher stärker in ihre Netzentwicklungspläne integrieren.
Damit könnte aus der angekündigten Speicheroffensive ein wichtiger Baustein für ein flexibleres und stärker auf erneuerbaren Energien basierendes Stromsystem werden.