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Sonnenstrom statt Krisenschock: Österreich muss jetzt auf Photovoltaik setzen

25.03.2026

Faktencheck statt politischer Warteschleife: Das Potenzial der Photovoltaik- und Speicherbranche in der aktuellen Öl- und Gaskrise ist igroß - Ausbau ist mehr als sinnvoll für Unabhängigkeit

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Christoph Dolna-Gruber von der Österreichischen Energieagentur , Vera Immitzer, Geschäftsführerin von PV Austria. und Christoph Mair, Vorstandsmitglied von PV Austria © Michael Hedl objektiv.gesehen

Wien - Während geopolitische Spannungen im Nahen Osten erneut die Energiepreise nach oben treiben, rückt  die Abhängigkeit Österreichs  von Öl und Gas wieder ins Zentrum.  Branchenvertreter und Expert:innen sind sich einig: Die aktuellen Turbulenzen sind kein Ausnahmefall, sondern ein strukturelles Problem. Die Lösungen liegt längst auf dem Tisch.

Öl, Kohle, Gas – Wir haben uns in der Vergangenheit angewöhnt, unsere Energieversorgung an andere Länder auszulagern. Damit haben wir auch die Kontrolle abgegeben, das bekommen wir aktuell wieder zu spüren“, so Christoph Dolna-Gruber  von der Österreichischen Energieagentur.  Es geht  nun darum, rasch eine Systemperspektive aufzubauen und die Verschränkung von Stromproduktion mit Stromspeicherung, Wärme und Mobilität. zu forcieren. Wer ein Elektroauto hat, ist unabhängig von den Treibstoffpreisen. Wer ein Elektroauto und eine PV-Anlage hat, dem gehen zu einem großen Teil auch Strompreisentwicklungen nicht nahe,  sagt Dolna-Gruber.

Der Bundesverband Photovoltaic Austria (PV Austria) warnt eindringlich vor politischem Stillstand. Die Branche fordert,  endlich klare und verlässliche Rahmenbedingungen für den Ausbau erneuerbarer Energien umzusetzen – allen voran der Photovoltaik.  

„Photovoltaik und Stromspeicher ermöglichen es der Bevölkerung, sich aktiv an der Energiewende zu beteiligen“, betont Vera Immitzer, Geschäftsführerin von PV Austria. Doch dafür brauche es Planungssicherheit: Sowohl Unternehmen als auch Haushalte müssten wissen, wie die gesetzlichen Spielregeln in Zukunft aussehen.

Konkrete Forderungen an die Politik

Aus Sicht der Branche ist klar, wo angesetzt werden muss: 
Der Ausbau erneuerbarer Energien stockt nicht an technischen Möglichkeiten, sondern an politischen Rahmenbedingungen. PV Austria fordert unter anderem:

  • Die rasche Umsetzung des Elektrizitätswirtschaftsgesetzes (ElWG) samt begleitender Verordnungen
  • Den sofortigen Beschluss des Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetzes (EABG)
  • Den Abbau bürokratischer Hürden und einheitliche Genehmigungsverfahren
  • Eine gezielte Speicheroffensive zur besseren Nutzung von Solarstrom
  •  
Ausbau vorhanden – Dynamik gefährdet

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen wächst  Photovoltaik in Österreich weiter: Im vergangenen Jahr wurden rund 62.300 neue Anlagen installiert. Sie liefern zusätzliche 1,6 Gigawatt Leistung. Insgesamt deckt Solarstrom mittlerweile etwa 15 Prozent des heimischen Stromverbrauchs ab.

Doch die Dynamik lässt nach – der Ausbau ging im Vergleich zum Jahr davor um 22 Prozent zurück.  Die Ziele sind ambitioniert, aber erreichbar: Bis 2030 sollen 21 Terawattstunden Solarstrom erzeugt werden, bis 2040 sogar 41.
 

Speicher als Schlüssel zur Unabhängigkeit

Entscheidend für die Zukunft ist die Kombination aus Photovoltaik und Stromspeicherung. Denn nicht nur die Menge an erzeugter Energie zählt, sondern vor allem deren Verfügbarkeit zum richtigen Zeitpunkt.

„Der wahre Wert liegt darin, Energie genau dann bereitzustellen, wenn sie gebraucht wird“, so Immitzer. Moderne Batteriespeicher machen genau das möglich – und werden bereits bei neun von zehn neuen Anlagen mitgedacht.

 Wirtschaftlicher Vorteil für Haushalte und Betriebe

Die Vorteile sind nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch spürbar:

  • PV-Anlagen liefern über Jahrzehnte stabile Energie
  • Sie senken den Strompreis am Großhandelsmarkt
  • Haushalte erreichen mit Speichern bis zu 80 % Eigenversorgung
  • Unternehmen profitieren von geringeren Netzkosten
  •  

In Kombination mit E-Mobilität entsteht ein zusätzlicher Effekt: Wer sein Elektroauto mit selbst produziertem Strom lädt, entkoppelt sich weitgehend von fossilen Preisschwankungen.
 

Flexibilität als neues Systemprinzip 

Mit dem wachsenden Anteil erneuerbarer Energien verändert sich auch das Energiesystem selbst. Künftig wird Flexibilität zur zentralen Größe: Strom muss dann verfügbar sein, wenn er gebraucht wird – nicht nur dann, wenn er produziert wird.

Christoph Mair, Vorstandsmitglied von PV Austria und Bereichsleiter MEA Solar bei eww Anlagentechnik GmbH. , sieht hier klaren Handlungsbedarf: Es brauche neue Strommarkt- und Netzmodelle, die flexible Nutzung belohnen. Speicher spielen dabei eine Schlüsselrolle – vom Einfamilienhaus bis zur Industrieanlage.
 

Die Lösungen sind da - Handeln ist notwendig 


Die Branche steht bereit, die technologischen Lösungen sind vorhanden. Was fehlt, ist politische Konsequenz.

Die aktuelle Öl- und Gaskrise zeigt einmal mehr:  Energieunabhängigkeit ist keine Vision für die Zukunft, sondern eine Notwendigkeit der Gegenwart. Ohne entschlossene Maßnahmen drohen auch künftig Preisschocks – mit direkten Folgen für Haushalte und Wirtschaft.

Oder anders gesagt: Die nächste Krise kommt bestimmt. Die Frage ist nur, ob Österreich dann besser vorbereitet ist und endlich die Energiewende viel ambitionierter vorantreibt. 

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Der Ausbau von Photovoltaik ging im Vorjahr massiv zurück © PV Austria
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PV und Strompreis: Photovoltaik senkt den Preis © PV Austria

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25.03.2026 | Autor*in: Doris Holler-Bruckner
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