Sonnenstrom für St. Clare: Wie eine PV-Anlage in Uganda Bildung möglich macht
Mitte 2024 ging dort eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Kinderheims in Betrieb. Das vom österreichischen Energieunternehmen PÜSPÖK gemeinsam mit Partnern realisierte Projekt „Solar Power for Children“ versorgt heute rund 150 Kinder mit sauberer Energie.
Dabei geht es um weit mehr als um einige Kilowattstunden Sonnenstrom. Die stabile Stromversorgung schafft die Voraussetzung dafür, dass sich das Kinderheim und die Schule weiterentwickeln können.
Beleuchtung, Unterricht, technische Geräte und der tägliche Betrieb des Kinderheims werden durch die zuverlässigere Energieversorgung erleichtert. Gleichzeitig entstehen Möglichkeiten, die vorher kaum oder gar nicht vorhanden waren.
Geplant beziehungsweise bereits angestoßen sind unter anderem zusätzliche landwirtschaftliche Flächen, Tierhaltung und ein Brunnen für die lokale Bevölkerung. Auch Ausbildungsangebote wie eine Schneiderwerkstatt werden dadurch möglich.
„Zuverlässiger Strom ist in vielen Regionen Afrikas keine Selbstverständlichkeit“, sagt PÜSPÖK-Geschäftsführer Lukas Püspök. Gerade deshalb seien Projekte wichtig, die saubere Energie mit Bildung und wirtschaftlicher Entwicklung verbinden.
Bemerkenswert ist auch die Dimension der Anlage: Sie erzeugt bereits heute etwa doppelt so viel Strom, wie aktuell benötigt wird. Der Überschuss ist damit kein Problem, sondern vielmehr ein Entwicklungspotenzial.
Denn die zusätzliche Energie kann künftig für weitere Infrastruktur genutzt werden. Damit wird die PV-Anlage gewissermaßen zum Energiefundament für die nächsten Projekte.
Technisch betreut wird die Anlage direkt vor Ort. Odur Robson, ein gelernter Elektriker, war bereits am Bau beteiligt und kümmert sich heute um Betrieb und Wartung. Gleichzeitig absolviert er eine Ausbildung zum Berufsschullehrer für Elektrotechnik.
Damit bleibt nicht nur die Energie in Uganda und auch technisches Know-how wird vor Ort aufgebaut.
Hinter dem Engagement steht auch eine persönliche Geschichte. Der Entwicklungshelfer Josef „Pepo“ Haubenwallner unterstützt das Kinderheim St. Clare seit vielen Jahren. Nun soll sein Einsatz von der nächsten Generation weitergeführt werden.
Sein Enkel Lukas Weiss gründete gemeinsam mit Christian Mahr, Projektentwickler bei PÜSPÖK, den Verein „Pannonia for Africa“. Ziel ist es, die Unterstützung für St. Clare langfristig fortzusetzen.
„Mein Großvater hat sich über viele Jahre mit großem Einsatz für das Kinderheim engagiert. Dieses Engagement möchten wir nun in die nächste Generation weitertragen“, sagt Weiss.
Die Pläne gehen bereits über die bestehende Energieversorgung hinaus. Der Verein will als nächsten Schritt eine eigene Schule für bis zu 300 Kinder aus dem Kinderheim und der umliegenden Region errichten.
Auch ein weiteres Energieprojekt ist geplant: Für ein nahegelegenes Krankenhaus soll eine eigene Photovoltaikanlage entstehen.
So könnte aus einem einzelnen Solarprojekt ein ganzer Entwicklungsschub werden: Sonnenstrom ermöglicht Bildung, Bildung schafft neue Perspektiven und die Energieinfrastruktur wächst mit den Menschen vor Ort.
Das Beispiel St. Clare zeigt eindrucksvoll, was erneuerbare Energie leisten kann, wenn sie dort eingesetzt wird, wo Strom nicht nur eine Frage des Klimaschutzes ist, sondern eine Voraussetzung für Entwicklung und Zukunftschancen.