Sonnenschutz statt Klimaanlage: So bleibt es im Sommer angenehm
„Entscheidend ist, die Erwärmung von Wohnräumen durch gute Planung und wirksamen Sonnenschutz von vornherein möglichst gering zu halten“, betont Oberösterreichs Wirtschafts- und Energielandesrat Markus Achleitner. Ziel müsse es sein, den Energieverbrauch für die Kühlung zu reduzieren und gleichzeitig für ein angenehmes Raumklima zu sorgen.
Hitze möglichst draußen halten
Besonders große, unbeschattete Fensterflächen können an heißen Tagen erhebliche Mengen an Sonnenenergie in Gebäude eintragen. Hinzu kommen interne Wärmequellen wie Beleuchtung, Elektrogeräte oder Haushaltsgeräte. Je weniger Wärme in die Räume gelangt, desto geringer ist später der Aufwand für die Kühlung.
Als besonders effektiv gilt außenliegender Sonnenschutz. Rollläden, Raffstores oder Außen-Screens stoppen die Sonneneinstrahlung bereits vor der Fensterscheibe. Je nach System, Farbe und Steuerung kann der solare Wärmeeintrag laut Land Oberösterreich um bis zu 90 Prozent reduziert werden. Auch der Energiebedarf für die Kühlung lässt sich dadurch deutlich senken.
Innenliegende Vorhänge oder Jalousien sind demgegenüber weniger wirksam, da die Sonnenstrahlung die Verglasung bereits passiert hat und die Wärme somit teilweise schon im Gebäude angekommen ist.
„Wir wollen hohe Sommertemperaturen nicht mit möglichst viel Energie ausgleichen, sondern den Wärmeeintrag bereits an der Gebäudehülle reduzieren“, sagt Achleitner. Ein wirksamer Sonnenschutz könne daher sowohl den Wohnkomfort verbessern als auch den Bedarf an technischer Kühlung verringern.
Sommerlichen Wärmeschutz von Anfang an planen
Bei Neubauten und Sanierungen sollte der sommerliche Wärmeschutz bereits in der Planungsphase berücksichtigt werden. Eine gute Dämmung bremst das Aufheizen des Gebäudes, während ausreichend Speichermasse in Wänden und Decken dazu beitragen kann, Temperaturspitzen abzufedern. Auch bauliche Verschattungselemente wie Balkone oder Dachvorsprünge sowie eine geeignete Bepflanzung können die direkte Sonneneinstrahlung reduzieren.
Darüber hinaus lohnt sich ein Blick auf die Wärmequellen im Gebäude. LED-Beleuchtung und energieeffiziente Elektrogeräte erzeugen weniger Abwärme. Geräte, die nicht benötigt werden, sollten vollständig abgeschaltet werden.
„Zeitgemäßes Bauen bedeutet, Gebäude ganzjährig zu denken. Sommerlicher Wärmeschutz ist daher ebenso ein Qualitätsmerkmal wie Energieeffizienz im Winter“, so Achleitner.
Kostenlose Beratung für Hausbau und Sanierung
Unterstützung bei der Planung bietet der OÖ. Energiesparverband. Das kostenlose und produktunabhängige Beratungsangebot richtet sich unter anderem an Menschen, die ein Gebäude errichten oder sanieren, die Heizung tauschen, eine Photovoltaikanlage installieren oder Maßnahmen gegen sommerliche Überhitzung umsetzen möchten.
Auch Fragen rund um Elektromobilität können im Rahmen des Beratungsangebots behandelt werden. Nach Angaben des Energiesparverbandes stehen die Expertinnen und Experten praxisnah und unabhängig zur Verfügung.
Gerhard Dell, Geschäftsführer des OÖ. Energiesparverbandes, empfiehlt, frühzeitig aktiv zu werden: Mit einer vorausschauenden Planung und den richtigen Maßnahmen lasse sich der Wohnkomfort auch während längerer Hitzeperioden deutlich verbessern.