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Solarenergie als Schlüsseltechnologie: Singapur will Photovoltaikleistung bis 2035 auf 5,3 GW ausbauen

29.12.2025

Fassaden-PV, Schwimmende Solarkraftwerke und mehr sollen PV-Ausbau vorantreiben

solarprojekt-schwimmend-singapur-sunseap.jpg
Schwimmende PV-Anlage in Singapur © Sunseap

Singapurs Stromsystem ist schon immer von besonderen strukturellen Rahmenbedingungen geprägt:  Der Stadtstaat hat nur sehr begrenzte Flächen, kaum eigene Energieressourcen und sieht sich zugleich mit einem stark steigenden Strombedarf konfrontiert- angetrieben durch Klimatisierung, fortschreitende Elektrifizierung und den Ausbau digitaler Infrastrukturen. Als Nettoenergieimporteur ohne nennenswerte Alternativen zur Eigenversorgung folgt Singapur daher einer klar definierten energiepolitischen Strategie.
 

Zentral ist dabei das sogenannte „Four Switches“-Modell der Regierung, das auf vier Säulen beruht: (noch) Erdgas, Solarenergie, regionale Stromnetze sowie CO₂-arme Technologien. Innerhalb dieses Rahmens kommt der Solarenergie eine besondere Rolle zu: Sie ist die wichtigste heimische erneuerbare Energiequelle des Landes. Vor diesem Hintergrund prognostiziert GlobalData, eine führende internationale Analyseplattform, einen deutlichen Ausbau der Photovoltaik in Singapur: Die installierte Solarleistung soll von rund 1,57 GW im Jahr 2024 auf etwa 5,33 GW bis 2035 steigen.

Zweistelliges Wachstum der Solarenergie

Laut dem Bericht „Singapore Power Market Trends and Analysis by Capacity, Generation, Transmission, Distribution, Regulations, Key Players and Forecast to 2035“  von Global Data wird die Solar-PV-Kapazität in Singapur im Zeitraum 2024 bis 2035 mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von rund 11,7 Prozent zulegen. Dieses Wachstum basiert auf einer kontinuierlichen Installation von Solaranlagen auf Dächern, schwimmenden Anlagen auf Wasserflächen sowie ausgewählten großskaligen Projekten. Die Integration von Solarenergie in urbane und industrielle Umgebungen steht dabei im Mittelpunkt der staatlichen Programme.
 

Politische Programme als Wachstumstreiber 

Der Ausbau wird maßgeblich durch energiepolitische Instrumente im Rahmen des Singapore Green Plan 2030 unterstützt, der bis 2030 eine Solarleistung von mindestens 2 GW vorsieht. Ergänzt wird dieser Plan durch konkrete Umsetzungsprogramme wie SolarNova, das öffentliche Gebäude systematisch mit Photovoltaik ausstattet, sowie durch Finanz- und Marktinstrumente wie das Simplified Credit Treatment (SCT)-Schema und das Enhanced Central Intermediary Scheme (ECIS). Diese Maßnahmen verbessern die Wirtschaftlichkeit von Projekten, ermöglichen die Vermarktung überschüssigen Stroms und senken Hürden für dezentrale Solaranlagen in Wohn-, Gewerbe- und Industriebereichen.

Mohammed Ziauddin, Power Analyst bei GlobalData, erklärt: „Singapurs Strategie für saubere Energie spiegelt die Realitäten eines dicht besiedelten und importabhängigen Systems wider. Photovoltaik wird gezielt innerhalb der physischen Grenzen des Landes ausgebaut, während parallel in Speichertechnologien, die Modernisierung von  bestehende Gaskraftwerken und regionale Stromverbindungen investiert wird, um Versorgungssicherheit und Systemstabilität zu gewährleisten.“ 

Trotz des raschen Ausbaus der Solarenergie bleibt Erdgas auf absehbare Zeit noch  die dominierende Energiequelle im singapurischen Strommix. Derzeit entfallen rund 94 bis 95 Prozent der Stromerzeugung auf gasbefeuerte Kraftwerke. Diese liefern die notwendige regelbare Leistung und Flexibilität, um Netzstabilität in einem System mit begrenzten Speicheroptionen und stark schwankender erneuerbarer Erzeugung sicherzustellen. Die installierte Gaskraftwerkskapazität soll daher kurzfristig noch steigen – gestützt durch diversifizierte LNG-Importe, strategische Speicher  usw.

Regionale Vernetzung  als Zukunftsoption 

Ergänzend zur heimischen Stromerzeugung setzt Singapur verstärkt auf regionale Kooperationen. Geplant sind bedingte Genehmigungen für den Import von bis zu 6 GW CO₂-armen Stroms aus Nachbarländern bis 2035.  Der Stadtstaat verfolgt langfristige Dekarbonisierungsoptionen.  Mehre Pilotprojekte sollen sicherstellen, dass das Energiesystem auch über 2035 hinaus flexibel und zukunftsfähig bleibt.
 

Pragmatismus statt Ideologie

„Der singapurische Stromsektor entwickelt sich entlang eines pragmatischen Pfades“, fasst Ziauddin zusammen. „Zuverlässigkeit und Versorgungssicherheit stehen im Vordergrund, während die Emissionsintensität schrittweise gesenkt wird.“ Solarenergie bildet dabei das Rückgrat des heimischen Ausbaus erneuerbarer Energien.  

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