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Schwer bekömmlich: Flammschutzmittel in Aalen

05.11.2005

Greenpeace fordert eine starke EU–Chemikalienverordnung

Europäische Aale sind stark mit Industriechemikalien belastet. Die heute von Greenpeace europaweit veröffentlichte Studie "Swimming in Chemicals" ("Ein Bad in Chemikalien") belegt die weit verbreitete Belastung der Fische mit bromierten Flammschutzmitteln und Polychlorierten Biphenylen (PCBs). Die nachgewiesenen Stoffe stehen im Verdacht, bei Kindern zu Lernschwierigkeiten und Verhaltensstörungen zu führen und das Nervensystem sowie die Schilddrüse zu schädigen. Greenpeace fordert, dass in der neuen EU–Chemikalienverordnung REACH (Registrierung, Evaluierung und Autorisierung von Chemikalien) der Ersatz von gefährlichen Chemikalien durch sichere Alternativen verbindlich vorgeschrieben wird. Die erste Lesung des Gesetzestextes für REACH findet vom 15. bis 17. November im EU–Parlament statt.
"Die Ergebnisse sind eine Zumutung für alle Fischliebhaber. Mit jeder Portion Aal nimmt der Verbraucher neben gesunden Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen einen Giftcocktail zu sich", sagt Greenpeace Chemie–Expertin Ulrike Kallee. "Die derzeitige Chemikalienpolitik ist nicht in der Lage, Verbaucher und Umwelt vor gefährlichen Chemikalien zu schützen. SPD und Union müssen sich in Brüssel für eine starke Chemikaliengesetzgebung einsetzen."
Flammschutzmittel werden Kunststoffen und Textilien zugesetzt, um sie schwer brennbar zu machen. Sie finden sich in Computern, Fernsehern oder Kabeln, aber auch in Stoffspielzeug. Einige der untersuchten Industriechemikalien werden in Deutschland noch immer in Tausenden von Tonnen eingesetzt, während andere seit mehr als 20 Jahren verboten sind. In die Umwelt gelangen die schädlichen Stoffe zum Beispiel über die Kunststoff– und Textilhersteller, deren Abwässer die Flüsse belasten. Der Mensch nimmt die Chemikalien über die Nahrung auf.

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05.11.2005 | Autor*in: pawek
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