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Schweiz: Mehr als 125.000 Unterschriften gegen neue Atomkraftwerke

21.09.2026

Referendum deutlich über der nötigen Schwelle – Bündnis will Rückkehr zur Kernenergie an der Urne stoppen

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© Miriam Künzli / Greenpeace
Die Schweizer Atomdebatte bekommt eine neue Dynamik: Mehr als 125.000 Menschen haben innerhalb von nur drei Monaten das Referendum gegen den Bau neuer Atomkraftwerke unterschrieben. Damit liegt die Zahl der gesammelten Unterschriften deutlich über dem für ein fakultatives Referendum erforderlichen Minimum von 50.000. Die beglaubigten Unterschriften sollen am 6. Oktober 2026 bei der Bundeskanzlei in Bern eingereicht werden.

Das Besondere an der Sammlung ist nicht nur die absolute Zahl, sondern die Geschwindigkeit: Das Bündnis «Nein zu neuen AKW» startete das Referendum am 30. Juni. Seither haben nach Angaben des Bündnisses und von Greenpeace Schweiz mehr als 125.000 Menschen unterschrieben. Unterstützt wird das Referendum von Organisationen, Politiker:innen verschiedener politischer Lager sowie Vertreter:innen aus der Wirtschaft.
 

Zurück zur Atomkraft – oder weiter mit Erneuerbaren?

Auslöser des Referendums ist ein vom Schweizer Parlament beschlossenes neues Atomgesetz. Es soll den Neubau von Kernkraftwerken wieder ermöglichen. Damit steht die Schweiz vor einer energiepolitischen Richtungsentscheidung: Soll sie nach dem beschlossenen Atomausstieg grundsätzlich auf neue Kernkraftwerke verzichten? Oder die Option für neue Reaktoren wieder öffnen?
 

Das Referendumskomitee argumentiert, die hohe Zahl der Unterschriften zeige, dass ein solcher Kurswechsel keineswegs gesellschaftlicher Konsens sei. Es verweist insbesondere auf die Kosten, die Risiken der Atomenergie sowie die Abhängigkeit von Uranimporten.

Dabei geht es um eine grundsätzliche Frage der Schweizer Energiepolitik: Welche Technologien sollen die Stromversorgung der kommenden Jahrzehnte sichern  und wo sollen dafür Milliardeninvestitionen eingesetzt werden?

 

125.000 Unterschriften: Ein politisches Signal,  aber noch kein Abstimmungsergebnis

Die Zahl ist zunächst ein Erfolg für die Initiator:innen des Referendums, bedeutet aber noch keine Entscheidung über neue AKW. Die Bundeskanzlei muss die eingereichten Unterschriften prüfen und feststellen, wie viele davon gültig sind. Für ein fakultatives Referendum sind innerhalb von 100 Tagen mindestens 50.000 gültige Unterschriften erforderlich. Ist diese Hürde erfüllt, kommt das entsprechende Gesetz vors Volk.

Damit hat die Schweizer Bevölkerung tatsächlich das letzte Wort über die vom Parlament beschlossene Gesetzesänderung.

 

Schweizer Energiepolitik an einem Wendepunkt

Die Auseinandersetzung fällt in eine Phase, in der die Schweiz ihre Stromversorgung gleichzeitig dekarbonisieren und langfristig absichern muss. Das Referendumskomitee verweist auf die Volksentscheide der vergangenen Jahre zur Energiestrategie, zum Klimaschutz und zum Stromgesetz und sieht darin einen politischen Auftrag für den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien.
 

Die Atomfrage ist in der Schweiz allerdings nicht neu. Bereits 2016 stimmten die Schweizer Stimmberechtigten über den geordneten Atomausstieg ab. Die Initiative wurde damals abgelehnt; gleichzeitig blieb der politische Beschluss zum schrittweisen Ausstieg aus der Kernenergie bestehen.
Nun steht die grundsätzliche Frage erneut auf der politischen Agenda: Soll die Tür für neue Atomkraftwerke wieder geöffnet werden?
 

Am 6. Oktober werden die Unterschriften an die Bundeskanzlei übergeben.   Dann wird amtlich geprüft,  , ob die  die 125.000 gesammelten Unterschriften für ein Refererendum ausreichen. Die eingereichte Zahl liegt allerdings bereits deutlich über der gesetzlichen Schwelle.

Die Schweizer Atomdebatte ist damit zurück – und diesmal entscheidet das Volk.

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21.09.2026 | Autor*in: Doris Holler-Bruckner
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