S8 Marchfeld-Schnellstraße: „Auf-den-Kopf-Stellen hilft nicht“
Wien & NÖ – Die Diskussion um die Marchfeld-Schnellstraße S8 flammt erneut auf aber an den grundlegenden Fakten ändert das nichts. Die Umweltorganisation VIRUS und die BürgerInitiative Marchfeld (BIM) weisen nach jüngster Berichterstattung darauf hin, dass das Projekt nach wie vor keine rechtskräftige Bewilligung besitzt und seine Umsetzung damit äußerst unwahrscheinlich ist.
„Auch wenn sich alle Befürworter der S8 auf den Kopf stellen – die Realität bleibt dieselbe“, sagt Wolfgang Rehm, Sprecher beider Organisationen. „Dieses Projekt ist nicht genehmigt und hat damit die schlechtesten Realisierungschancen aller österreichischen Autobahnvorhaben. Darüber sollte man die Bevölkerung nicht täuschen.“
Zwar seien noch einige außerordentliche Rechtsmittel möglich gewesen: Neben zwei ordentlichen Revisionen und einer Amtsrevision beim Verwaltungsgerichtshof wurden zu Jahresbeginn auch zwei Beschwerden beim Verfassungsgerichtshof eingebracht. Doch auch das ändert am Grundstatus nichts.
„Sollte eines dieser Rechtsmittel erfolgreich sein, müsste das Bundesverwaltungsgericht dort weitermachen, wo es 2024 aufgehört hat – mit hoher Wahrscheinlichkeit ein jahrelanger Fortgang des Verfahrens“, erklärt Rehm. „Bleibt es jedoch bei der bisherigen Entscheidung, ist die S8 schlicht nicht genehmigt.“
Für VIRUS und BIM steht fest: Statt weiter auf ein rechtlich blockiertes und verkehrlich schlechter bewertetes Autobahnprojekt zu setzen, braucht es realistische und nachhaltige Lösungen.
Rehm: „Andere Verkehrsmittelwahl, ein verlässlicher öffentlicher Verkehr in kurzen Intervallen und wirksame Ortsumfahrungen sind jetzt das Gebot der Stunde.“ Einige dieser Alternativen seien vom Land bereits geplant gewesen – doch man habe schließlich auf eine vom Bund zu finanzierende Autobahn gesetzt. „Daraus wurde erwartbar nichts“, so Rehm.
Die Organisationen appellieren daher an Politik und Öffentlichkeit, die tatsächliche Lage anzuerkennen und sich auf zukunftstaugliche Mobilitätskonzepte zu konzentrieren.