Russland nimmt neuen Mega-Atomreaktor in Kursk in Betrieb
Russland hat zum Jahresende 2025 einen neuen Kernkraftwerksblock im Kraftwerk Kursk II an das Stromnetz angeschlossen. Der Reaktor des Typs VVER-TOI verfügt über eine Leistung von 1250 Megawatt und ist damit der bislang stärkste Vertreter der russischen WWER-Reihe. Nach Angaben des staatlichen Konzerns Rosatom befindet sich der Block derzeit in einer Testphase mit schrittweiser Leistungssteigerung.
Kursk II soll schrittweise die alten RBMK-Reaktoren ersetzen, die seit den 1970er-Jahren in Betrieb waren und inzwischen teilweise abgeschaltet sind. Insgesamt sind vier neue Blöcke geplant. Laut Rosatom soll die neue Anlage eine deutlich höhere Leistung erbringen und eine Laufzeit von 60 Jahren haben.
Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass der Ausbau der Atomkraft mit erheblichen Risiken verbunden bleibt. Neben Sicherheitsfragen stehen auch ungelöste Probleme der Endlagerung radioaktiver Abfälle sowie die lange Bauzeit im Fokus. Baubeginn war 2018 und die Inbetriebnahme des ersten neuen Blocks in Kursk war eigentlich 2022 vorgesehen.
Mit Kursk II verfolgt Russland das Ziel, den Anteil der Kernenergie am nationalen Energiemix von derzeit rund 20 auf 25 Prozent zu erhöhen. Während Rosatom das Projekt als Beitrag zur Versorgungssicherheit darstellt, bleibt Atomkraft international umstritten – nicht zuletzt angesichts steigender Kosten, sicherheitstechnischer Herausforderungen und der Frage, welche Rolle sie in einer nachhaltigen Energiezukunft spielen kann.