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Riskante Begleiter im Alltag: Wenn falsch entsorgte Akkus brandgefährlich werden

17.02.2026

Dramatische Folgen durch Brände: Lithium-Akkus sollten unbedingt richtig entsorgt werden!

EAK Medienevent 3 ©EAK.jpg
Eindrucksvolle Demonstration eines Akkubrands durch die Feuerwehr © EAK Richard Tanzer
Anlässlich des „Tages der Batterie“ am 18. Februar luden die Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle (EAK), das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) sowie der Österreichischer Bundesfeuerwehrverband zu einer eindrucksvollen Demonstration nach Wien-Inzersdorf. Auf dem Gelände der Saubermacher Dienstleistungs AG wurde in einem Live-Experiment gezeigt, welche zerstörerische Kraft in falsch entsorgten Lithium-Akkus steckt – und welche Gefahren dadurch für Mensch, Umwelt und Entsorgungsbetriebe entstehen.


 Millionen Akkus im Restmüll 

Lithium-Akkus sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken – ob in E-Zigaretten, Laptops, kabellosen Kopfhörern oder elektrischen Zahnbürsten. Doch ihre Entsorgung wird zunehmend zum Problem: Laut Schätzungen der Montanuniversität Leoben landen in Österreich jährlich rund drei Millionen Lithium-Batterien im Restmüll. In den kommenden Jahren könnte sich diese Zahl auf sechs Millionen verdoppeln.
 

Die Folgen sind dramatisch. 2025 wurden in Österreichs Entsorgungs- und Recyclingbetrieben 36 größere Brandereignisse registriert. In mehreren Fällen stehen falsch entsorgte Lithium-Batterien als mögliche Brandursache im Raum. Insgesamt brennt es in der Abfallwirtschaft statistisch bis zu sechs Mal pro Tag.
 

„Thermisches Durchgehen“ als Brandursache 

Wird ein Lithium-Akku im Müllfahrzeug oder in der Sortieranlage beschädigt, kann es zum sogenannten „thermischen Durchgehen“ kommen – einer Kettenreaktion, bei der sich der Akku selbst entzündet. Im Restmüll trifft der Funke auf ideale Bedingungen: große Mengen leicht brennbarer Materialien lassen selbst kleine Zündquellen zu Großbränden anwachsen.

Für die Feuerwehr bedeuten solche Brände enorme Herausforderungen. Sie können sich über Tage hinziehen, erfordern hohen Personal- und Mitteleinsatz und führen zu erheblicher Schadstoffbelastung in der Luft. Auch kontaminiertes Löschwasser muss aufwendig entsorgt werden.
 

Steigende Mengen, mangelndes Bewusstsein 

Während Lithium-Batterien 2024 bereits 46,5 Prozent der in Verkehr gebrachten Gerätebatterien ausmachten, liegt ihre Sammelquote erst bei 13,3 Prozent. Ein Grund ist ihre lange Lebensdauer von fünf bis acht Jahren – oft sogar deutlich länger. Dadurch gelangen viele Akkus zeitverzögert in den Entsorgungsstrom.

Hinzu kommt Unwissen: Neben Smartphones, Laptops oder Powerbanks enthalten auch vermeintlich harmlose Produkte wie E-Vapes, blinkende Haarreifen oder Kinderspielzeug Lithium-Akkus. Viele dieser Geräte sind beim Wegwerfen noch nicht vollständig entladen und bergen weiterhin ein erhebliches Brandrisiko.
 

Wirtschaftliche Schäden in Millionenhöhe 

Die finanziellen Folgen für Entsorgungsbetriebe sind gravierend. Die Schadenssummen gehen bereits in die Millionen, Versicherungsprämien steigen massiv oder Versicherer ziehen sich ganz zurück. Das gefährdet langfristig die Stabilität der Recycling-Infrastruktur.
 

Appell an Bevölkerung und Politik 

Umweltminister Norbert Totschnig betonte die zentrale Rolle der Abfallwirtschaft für Ressourcen- und Klimaschutz. Bereits im Rahmen eines Runden Tisches zu Batterien wurde eine verstärkte Informationskampagne vereinbart, darunter die Weiterentwicklung der Initiative „Her mit Leer“. Ziel ist es, das Bewusstsein für die richtige Entsorgung zu schärfen.
 

Klar ist: Nur durch das Zusammenspiel von Politik, Wirtschaft und Bevölkerung lässt sich das Brandrisiko nachhaltig reduzieren. Batterien und Akkus gehören keinesfalls in den Restmüll, sondern ausschließlich zu den vorgesehenen Sammelstellen. Jeder einzelne Beitrag zählt – für eine sichere Abfallwirtschaft und den Schutz von Mensch und Umwelt.

AkkubrandPK.jpg
v.l.n.r.: Berthold Kren, BM Norbert Totschnig, Elisabeth Giehser, Martin Mittnecker © EAK Richard Tanzer
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17.02.2026 | Autor*in: Doris Holler-Bruckner
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Eindrucksvolle Demonstration eines Akkubrands durch die Feuerwehr © EAK Richard Tanzer

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