Für Browser < IE 11 nicht optimiert. Verwenden Sie bitte einen aktuelleren Browser.
Skip to main content
Ökonwes
  • Sonne
  • Wind
  • Biomasse
  • Mobilität
  • Nachhaltigkeit(current)1
    • Nachhaltigkeit
    • Vernetzung
    • Wasser(current)2
    • weitere Energien
    • Ersatz fossiler Energie
    • Umweltschutz
    • Bauen
    • offene Briefe
    • Ansichtssache
    • Buch-Tipp
    • Heroes for future
    • Jobs
    • Ernährung und Gesundheit
    • Ökologisch Investieren
  1. oekonews
  2. Nachhaltigkeit
  3. Wasser

Rechenzentren brauchen nicht nur Strom, auch Wasser wird zum Standortfaktor

30.09.2026

Die Rechenzentrumskapazitäten  sollen massiv ausgebaut werden. Doch mit dem wachsenden Bedarf an Rechenleistung steigt auch die Bedeutung von Wasser, Kühlung und Abwärmenutzung. Ein Beispiel aus Ingolstadt zeigt, wie sich Energieeffizienz, Wasserschutz und Wärmenutzung miteinander verbinden lassen.

pexels-Rechenzentrum .jpg
© panumas nikhomkhai pexels.com
Der Boom bei Künstlicher Intelligenz und digitalen Anwendungen lässt den Bedarf an Rechenleistung rasant steigen. Deutschland will  beispielsweise seine Rechenzentrumskapazitäten bis 2030 mindestens verdoppeln. Für KI und Hochleistungsrechnen soll sich die Rechenleistung sogar vervierfachen. Damit wird neben Strom und geeigneten Standorten eine weitere Ressource immer wichtiger: Wasser.
 

Wie viel Wasser Rechenzentren tatsächlich benötigen, lässt sich derzeit allerdings nur unvollständig erfassen. Für 2024 weisen verfügbare Meldungen einen Wassereinsatz von rund 1,85 Milliarden Litern aus. Die Zahl bildet jedoch nur einen Teil des Marktes ab. Für das Berichtsjahr 2025 hatten bis Anfang Juli 2026 lediglich 482 von schätzungsweise rund 1.000 meldepflichtigen deutschen Rechenzentren Daten übermittelt.

 

Nicht jede Kühlung braucht gleich viel Wasser

Wie hoch der Wasserbedarf ausfällt, hängt wesentlich von der eingesetzten Kühltechnik ab. Verdunstungskühlungen können Wärme mit vergleichsweise wenig Strom abführen, benötigen dafür aber Wasser. Trockene Rückkühler kommen mit deutlich weniger Wasser aus, können bei hohen Außentemperaturen jedoch mehr Strom und größere Kühlflächen benötigen.

Ein niedriger Energieverbrauch bedeutet deshalb nicht automatisch die bessere Gesamtbilanz. Entscheidend sind Standort, Klima, Wasserverfügbarkeit, Strommix, Auslastung und die Möglichkeit, entstehende Abwärme weiterzuverwenden.
 

Auch die derzeit verwendete Kennzahl Water Usage Effectiveness (WUE) hat Grenzen. Sie erfasst im Wesentlichen den direkten Wasserbedarf am Standort. Der Wasserbedarf für die Stromerzeugung und die Herstellung der IT-Hardware bleibt dabei außen vor. Nach einer Modellierung der Internationalen Energieagentur entfielen 2023 von einem weltweiten Wasserbedarf von mehr als 500 Milliarden Litern rund 140 Milliarden Liter auf den direkten Betrieb und etwa 373 Milliarden Liter auf die Bereitstellung des benötigten Stroms.
 

Energieeffizienz darf nicht gegen Wasserschutz ausgespielt werden

Die deutsche Regulierung setzt bisher vor allem beim Energieverbrauch an. Für neue Rechenzentren gilt seit 1. Juli 2026 ein maximaler PUE-Wert von 1,2. Zusätzlich müssen Betreiber einen Teil der entstehenden Abwärme nutzbar machen.
 

Bei der Wasserbilanz fehlen vergleichbare verbindliche Effizienzgrenzwerte bisher. Die EU arbeitet allerdings an einem Bewertungssystem, das neben Energieverbrauch und erneuerbaren Energien auch Wasserfußabdruck und Abwärmenutzung stärker berücksichtigen soll. Vorgesehen ist unter anderem ein Nachhaltigkeitslabel von A bis G für größere Anlagen.
 

Ingolstadt zeigt, wie Abwärme und Wasser zusammenspielen können

Ein interessantes Beispiel findet sich auf dem incampus in Ingolstadt. Auf dem 75 Hektar großen Areal einer ehemaligen Raffinerie muss belastetes Grundwasser im Rahmen der Altlastensanierung dauerhaft abgepumpt und gereinigt werden. Bis zu 200 Kubikmeter Wasser pro Stunde werden dafür gefördert.
 

Statt das Wasser ausschließlich für die Sanierung zu nutzen, wird seine relativ konstante Temperatur zusätzlich für Heizung und Kühlung des Campus eingesetzt. Wärmetauscher übertragen die thermische Energie, anschließend wird das gereinigte Wasser wieder versickert. Die technischen Heiz- und Kühlkreisläufe bleiben dabei vom Grundwasser getrennt.
 

Auf diese Weise entstehen rund 1,5 Megawatt Heiz- und Kühlleistung aus einem Wasserstrom, der für die Grundwassersanierung ohnehin benötigt wird.
 

Auch das Rechenzentrum ist in das Energiesystem eingebunden. Seine Abwärme wird nicht einfach an die Umgebung abgegeben, sondern in ein Niedrigtemperaturnetz eingespeist. Wärmepumpen und thermische Speicher sorgen dafür, dass Erzeugung und Wärmebedarf zeitlich aufeinander abgestimmt werden können.
 

Rechenzentren müssen als Gesamtsystem geplant werden

Das Beispiel zeigt einen Ansatz, der auch für künftige Standorte interessant sein kann: Nicht Stromversorgung, Kühlung, Wasser und Abwärme isoliert betrachten, sondern als zusammenhängendes Energiesystem.
 

Das wird angesichts des Klimawandels wichtiger. Steigende Temperaturen erhöhen den Kühlbedarf, gleichzeitig können Dürreperioden die Verfügbarkeit von Wasser einschränken. Damit kann die Wasserfrage zunehmend zu einem wirtschaftlichen und planerischen Standortfaktor werden.
 

Für neue Rechenzentren reicht es daher künftig wahrscheinlich nicht mehr, lediglich ausreichend Strom, Glasfaser und Fläche zu finden.  Genauso wichtig wird die Frage, welche Kühlung an einem Standort langfristig möglich ist und ob sich für die kontinuierlich anfallende Abwärme Abnehmer finden lassen.
 

Der incampus in Ingolstadt zeigt dabei ein Prinzip mit Potenzial: Was für den einen Teil des Systems Abwärme oder ein notwendiger Wasserstrom ist, kann für einen anderen Teil eine wertvolle Energiequelle sein.

Die effizienteste Lösung könnte daher nicht die einzelne Technologie sein, sondern das Zusammenspiel mehrerer Systeme.

  • Drucken
  • Empfehlen
30.09.2026
Zum vorigen Artikel voriger Artikel

March bekommt wieder mehr Raum

Zum nächsten Artikel nächster Artikel

„Mein Wiener Wasser Moment“: Endspurt für den Neptun Staatspreis – jetzt Fotos und Videos einreichen!

oekonews

Tageszeitung für Erneuerbare Energie und Nachhaltigkeit. Samstag, 10. Oktober 2026, 70.365 Artikel Online

Weitere Themen

  • Österreich bekommt digitales  Wasserentnahmeregister
  • EU startet Plattform für mehr Wasserresilienz:  Gemeinsam gegen Dürre und Wasserknappheit
  • March bekommt wieder mehr Raum
  • Rechenzentren brauchen nicht nur Strom, auch Wasser wird zum Standortfaktor
  • „Mein Wiener Wasser Moment“: Endspurt für den Neptun Staatspreis – jetzt Fotos und Videos einreichen!
  • 100 Jahre Strom aus Trinkwasser: Wiens Hochquellenleitung liefert bis heute Ökostrom
  • WMO: Wasserkreislauf gerät mehr und mehr aus dem Gleichgewicht
  • Stadt Wien verteilt kostenlose Trinkflaschen an 17.000 Taferlklassler*innen
  • Wasserzukunft: Niederösterreich stärkt Versorgung und Wasserrückhalt
  • EU-Wasserrecht unter Druck: Umweltverbände werfen Kommission Fehlverhalten vor
  • zum ersten Set
  • zurück zum vorigen Set
  • 1(current)
  • 2
  • 3
  • weiter zum nächsten Set
  • zum letzten Set
789 Artikel | Seite 1 von 79

Newsletter

zur Anmeldung

Termintipp

Termin-Tipp buchen

Oekotermine

Werben auf oekonews

Direkt an der Zielgruppe

Wichtiger Artikel

STUDIE: Ohne Energiewende mehr Rohstoffverbrauch
  • Suche
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Über oekonews
  • Haftung
  • RSS
© 2026 oekonews.at
pexels-Rechenzentrum .jpg

© panumas nikhomkhai pexels.com