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PV-Expert:innen: Klima-Investitionsfreibetrag statt Photovoltaik-Förderung

20.08.2026

Neues Modell forciert Ausbau erneuerbarer Energie ohne zusätzliche Budgetkosten

Hansesun-Photovoltaik.jpg
Hansesun realisiert PV-Anlagen in der gesamten Bodenseeregion © Hansesun
Wien/Röthis  - Eine einfache Lösung ohne Mehrkosten fürs Budget schlagen Expert:innen aus der Photovoltaik-Branche vor: Ein Klima-Investitionsfreibetrag soll die zuletzt scharf kritisierte PV-Förderung ersetzen. Den Vorschlag präsentierten sie diese Woche Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner. Mit dem Investitionsfreibetrag würde der Bau privater Anlagen unterstützt und der Bau neuer Anlagen angekurbelt. Die bestehenden Fördermittel von rund 60 Millionen Euro sollen in den Abbau jener 25.000 Anträge gehen, die derzeit auf eine Förderung warten.

Ein finanzieller Anreiz zum Bau neuer Photovoltaik-Anlagen, Batteriespeicher und Ladesysteme, Sicherheit für die Kund:innen, Planbarkeit für die Branche und eine unbürokratische Abwicklung: Das sind die wichtigsten Vorteile des Vorschlags, den Vertreter:innen der Photovoltaik-Branche bei einem Gespräch diese Woche an Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner übergaben.

Initiiert wurde das Treffen von Hansesun Austria, dem größten PV-Anbieter Westösterreichs.   CVertreten waren der europaweit tätige PV-Großhändler Energy 3000 solar GmbH aus dem burgenländischen Müllendorf, der Bundesverband Photovoltaic & Battery Austria und die Innung der Elektro‑, Gebäude‑, Alarm- und Kommunikationstechniker.

 

2500 Euro Steuerersparnis für typische Anlage
Kern des Vorschlags: ein Klima-Investitionsfreibetrag mit fünf Jahren Laufzeit, der für die Hälfte der Investitionskosten geltend gemacht werden kann. Er wäre ein Impuls für den Bau neuer Photovoltaikanlagen, die Installation von Batteriespeichern, Ladestationen und Energiemanagementsystemen. Auch weitere Maßnahmen zum Klimaschutz können in das Modell integriert werden, etwa die energetisch-thermische Sanierung oder Wärmepumpen.
 

Für eine typische PV-Anlage mit Batteriespeicher und Investitionen von 20.000 Euro brächte der Klima-Investitionsfreibetrag rund 2500 Euro Steuerersparnis. Allein die Umsatzsteuer-Einnahmen für eine solche Anlage liegen bei 4000 Euro, dazu kommen Steuereinnahmen auf die Löhne und Gehälter der beteiligten Unternehmen. Über den Bau zusätzlicher Anlagen würde sich das System komplett selbst finanzieren.
 

„Nach dem verheerenden letzten Fördercall ist das Geschäft komplett eingebrochen. Viele Kundinnen und Kunden warten ab. Ein neuer Impuls ist für den Ausbau der Photovoltaik in Österreich dringend nötig, um die Klimaziele zu erreichen“, ist der Initiator der Expert:innenrunde, Andreas Müller von Hansesun Austria überzeugt. „Die Zahl an PV-Anlagen würde deutlich erhöht. Das bringt auch dem Staat neue Einnahmen. Eine Win-Win-Situation für das Budget, die Unternehmen und die Kundinnen und Kunden.“
 

Bestehende Förderanträge abarbeiten

Das aktuelle Förderbudget von 60 Millionen Euro soll genützt werden, um die bestehende Warteliste von 25.000 Anträgen abzubauen, forderten die Vertreter:innen der PV-Branche. Einige Länder haben dafür ebenfalls bereits Unterstützung signalisiert. „Die Kundinnen brauchen Verlässlichkeit für ihre geplanten oder bereits umgesetzten Anlagen. Würden sie leer ausgehen, wäre das ein verheerendes Signal des Staates“, so Müller.
 

Zukünftig können aus diesem Budgettopf auch besonders innovative Projekte gefördert werden, etwa im Bereich Fassaden-Photovoltaik oder Langzeitspeicher auf Basis von grünem Wasserstoff.
 

Weitere Gespräche geplant

Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner sagte weitere Gespräche mit der Branche zu den unterschiedlichen Fördermodellen zu. Sie sollen in den kommenden Wochen stattfinden. Ein Ergebnis soll noch vor dem kommenden Fördercall im Oktober präsentiert werden. Da die Entscheidungshoheit für Steuerangelegenheiten im Finanzministerium liegt, lädt bis dahin die PV-Branche ihrerseits Finanzminister Markus Marterbauer ein, die Vorzüge des Klima-Investitionsfreibetrag bei einem persönlichen Gespräch aus erster Hand zu erfahren.

 

Beispielrechnung für den Klima-Investitionsfreibetrag
 

Typische Photovoltaikanlage inklusive Batteriespeicher im Privatbereich:

- Investitionskosten für PV-Anlage und Speicher: 20.000 Euro
— davon 50 %: 10.000 Euro
— Klima-Investitionsfreibetrag pro Jahr bei Verteilung auf 5 Jahre: 2.000 Euro
— Steuerersparnis: 500 Euro pro Jahr (bei einem durchschnittlichen Einkommenssteuersatz von 25 %)
— gesamte Steuerersparnis über 5 Jahre: 2.500 Euro

 

Vertreter:innen beim Expertengespräch:
- Hansesun Austria GmbH, Röthis/Vorarlberg, größter PV-Anbieter Westösterreichs
— Energy 3000 solar GmbH, Müllendorf, europaweit tätiger PV-Großhändler
— Bundesverband Photovoltaic & Battery Austria
— Bundesinnung der Elektro‑, Gebäude‑, Alarm- und Kommunikationstechniker

 

 

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