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PV Austria fordert bessere Regeln für Speicher

24.07.2026

Der Branchenverband begrüßt Fortschritte bei der neuen Systemnutzungsentgelt-Verordnung, sieht aber noch Nachbesserungsbedarf bei Netzanschlüssen, Batteriespeichern und flexibler Netznutzung.

EcoFlow-PowerOcean-Heimspeicher2.jpg
© www.ecoflow.com
Wien - Der Branchenverband Photovoltaic Austria (PV Austria) sieht im aktuellen Entwurf der neuen Systemnutzungsentgelt-Grundsatzverordnung (SNE-G-V) Verbesserungen gegenüber der ersten Marktkonsultation. Gleichzeitig fordert der Verband weitere Änderungen, bevor die Verordnung im Herbst finalisiert werden soll. Im Mittelpunkt stehen faire Netzanschlusskosten für kleine PV-Anlagen, diskriminierungsfreie Regeln für Batteriespeicher und bessere Rahmenbedingungen für eine flexible Nutzung der Stromnetze.
 

„Der Begutachtungsentwurf geht bereits in die richtige Richtung. Damit die Verordnung jedoch die Praxis nicht ausbremst, müssen die verbleibenden Hürden für Speicher und Netznutzer noch beseitigt werden“, sagt Vera Immitzer, Geschäftsführerin von PV Austria.
 

Speicher als Schlüssel für ein stabiles Stromsystem 

Wie dringend der Ausbau von Batteriespeichern ist, zeigt laut PV Austria eine aktuelle Analyse des Verbands. Demnach wären in Österreich bereits heute rund 16 Gigawattstunden Speicherkapazität notwendig, um die Strompreise in den teuren Abendstunden zu senken. Das wäre etwa das Fünffache der derzeit installierten Kapazität.
 

„Die PV- und Speicherbranche kann Projekte rasch umsetzen, braucht dafür aber Rahmenbedingungen, die diese Investitionsentscheidungen begünstigen“, betont PV-Austria-Vorstandsvorsitzender Herbert Paierl.
 

Einfachere Regeln für kleine PV-Anlagen 

Kritisch sieht der Verband die geplante Berechnung der Netzanschlusskosten. Der aktuelle Entwurf sieht eine deutlich umfangreichere und damit aus Sicht von PV Austria kompliziertere Berechnungsgrundlage vor.
 

Der Verband plädiert dafür, sich stärker an den Vorgaben des neuen Elektrizitätswirtschaftsgesetzes (ElWG) zu orientieren. Damit sollen vor allem kleine PV-Anlagen nicht durch zusätzliche Kosten oder unnötige bürokratische Hürden belastet werden.
 

Auch gekoppelte Speicher berücksichtigen 

Besonders wichtig ist PV Austria eine Gleichbehandlung verschiedener Speichersysteme. Nach den derzeit diskutierten Regeln könnten nur bestimmte Speicher als „systemdienlich“ eingestuft werden, etwa Stand-Alone-Batterien an stark ausgelasteten Netzknoten.
 

Nicht berücksichtigt wären hingegen sogenannte Co-Location-Speicher, die direkt mit PV- oder Windkraftanlagen verbunden sind. PV Austria hält das für nicht sachgerecht. Auch solche Batteriespeicher können Strom aus dem Netz aufnehmen und damit zur Entlastung beitragen.
 

Der Verband fordert daher, auch Co-Location-Batterien als systemdienlich anzuerkennen. Gleichzeitig müssten klare und praxistaugliche Kriterien festlegen, wann ein Netzbereich tatsächlich stark ausgelastet ist und wo Speicher einen konkreten Beitrag zur Netzentlastung leisten können.
 

Flexible Netznutzung braucht attraktive Anreize 

Positiv bewertet PV Austria grundsätzlich die geplante Möglichkeit einer flexiblen Netznutzung. Stromkundinnen und -kunden sowie Batteriespeicher könnten künftig innerhalb bestimmter Leistungsgrenzen flexibler gesteuert werden und dafür von reduzierten Netzkosten profitieren.
 

Damit dieses Modell in der Praxis angenommen wird, fordert der Verband allerdings stärkere finanzielle Anreize und mehr Planungssicherheit. Unter anderem sollte der Arbeitspreis spürbar sinken. Eine zeitlich definierte Preisbindung könnte zudem Investitionsentscheidungen erleichtern.
 

Bis zur geplanten Finalisierung der Verordnung im Herbst will PV Austria den Dialog mit der E-Control fortsetzen. „Nur mit praxistauglichen Rahmenbedingungen können Speicher ihren Beitrag zu einem stabilen und leistbaren Stromsystem leisten“, so Paierl.
 

Für den weiteren Ausbau von Photovoltaik und Batteriespeichern wird damit entscheidend sein, ob die neuen Regeln Investitionen erleichtern oder durch komplexe Vorgaben und zusätzliche Kosten bremsen.

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24.07.2026 | Autor*in: Doris Holler-Bruckner
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