PV Austria fordert bessere Regeln für Speicher
„Der Begutachtungsentwurf geht bereits in die richtige Richtung. Damit die Verordnung jedoch die Praxis nicht ausbremst, müssen die verbleibenden Hürden für Speicher und Netznutzer noch beseitigt werden“, sagt Vera Immitzer, Geschäftsführerin von PV Austria.
Wie dringend der Ausbau von Batteriespeichern ist, zeigt laut PV Austria eine aktuelle Analyse des Verbands. Demnach wären in Österreich bereits heute rund 16 Gigawattstunden Speicherkapazität notwendig, um die Strompreise in den teuren Abendstunden zu senken. Das wäre etwa das Fünffache der derzeit installierten Kapazität.
„Die PV- und Speicherbranche kann Projekte rasch umsetzen, braucht dafür aber Rahmenbedingungen, die diese Investitionsentscheidungen begünstigen“, betont PV-Austria-Vorstandsvorsitzender Herbert Paierl.
Kritisch sieht der Verband die geplante Berechnung der Netzanschlusskosten. Der aktuelle Entwurf sieht eine deutlich umfangreichere und damit aus Sicht von PV Austria kompliziertere Berechnungsgrundlage vor.
Der Verband plädiert dafür, sich stärker an den Vorgaben des neuen Elektrizitätswirtschaftsgesetzes (ElWG) zu orientieren. Damit sollen vor allem kleine PV-Anlagen nicht durch zusätzliche Kosten oder unnötige bürokratische Hürden belastet werden.
Besonders wichtig ist PV Austria eine Gleichbehandlung verschiedener Speichersysteme. Nach den derzeit diskutierten Regeln könnten nur bestimmte Speicher als „systemdienlich“ eingestuft werden, etwa Stand-Alone-Batterien an stark ausgelasteten Netzknoten.
Nicht berücksichtigt wären hingegen sogenannte Co-Location-Speicher, die direkt mit PV- oder Windkraftanlagen verbunden sind. PV Austria hält das für nicht sachgerecht. Auch solche Batteriespeicher können Strom aus dem Netz aufnehmen und damit zur Entlastung beitragen.
Der Verband fordert daher, auch Co-Location-Batterien als systemdienlich anzuerkennen. Gleichzeitig müssten klare und praxistaugliche Kriterien festlegen, wann ein Netzbereich tatsächlich stark ausgelastet ist und wo Speicher einen konkreten Beitrag zur Netzentlastung leisten können.
Positiv bewertet PV Austria grundsätzlich die geplante Möglichkeit einer flexiblen Netznutzung. Stromkundinnen und -kunden sowie Batteriespeicher könnten künftig innerhalb bestimmter Leistungsgrenzen flexibler gesteuert werden und dafür von reduzierten Netzkosten profitieren.
Damit dieses Modell in der Praxis angenommen wird, fordert der Verband allerdings stärkere finanzielle Anreize und mehr Planungssicherheit. Unter anderem sollte der Arbeitspreis spürbar sinken. Eine zeitlich definierte Preisbindung könnte zudem Investitionsentscheidungen erleichtern.
Bis zur geplanten Finalisierung der Verordnung im Herbst will PV Austria den Dialog mit der E-Control fortsetzen. „Nur mit praxistauglichen Rahmenbedingungen können Speicher ihren Beitrag zu einem stabilen und leistbaren Stromsystem leisten“, so Paierl.
Für den weiteren Ausbau von Photovoltaik und Batteriespeichern wird damit entscheidend sein, ob die neuen Regeln Investitionen erleichtern oder durch komplexe Vorgaben und zusätzliche Kosten bremsen.