PV-Anlage per Dachfoto planen: Kostenloses Werkzeug setzt Module direkt ins Bild
Das Prinzip ist einfach: Die Perspektive des Fotos wird anhand der Ziegelreihen entzerrt. Aus deren Teilung lässt sich anschließend der Maßstab bestimmen. Besonders interessant ist das für die Praxis, weil sich auch eigene Deckmaße hinterlegen lassen – etwa für unterschiedliche österreichische Ziegelformate.
Hindernisse auf dem Dach können direkt auf dem Foto als Sperrflächen markiert werden. Dazu gehören beispielsweise Schornsteine, Gauben oder Dachfenster. Das Programm berücksichtigt diese Flächen bei der Modulbelegung.
Am Ende entsteht ein übersichtliches A4-Ergebnisblatt mit den wichtigsten Eckdaten der geplanten Anlage: Modulanzahl, installierte Leistung in kWp, belegte Dachfläche sowie die benötigte Anzahl an Mittel- und Endklemmen.
Wie gut die Methode funktioniert, zeigt ein bereits realisiertes Referenzprojekt. Die Anlage wurde zunächst ausschließlich anhand eines einzigen Drohnenfotos geplant und anschließend tatsächlich gebaut.
Das Ergebnis:
- 24 PV-Module
- 11,28 kWp
- 47,95 m² belegte Fläche
- 32 Mittel- und 32 Endklemmen
- ermittelte Dachgröße: 13,84 × 6,40 Meter
Bemerkenswert: Die Dachabmessungen wurden dabei nicht durch ein vorheriges Aufmaß vor Ort, sondern aus der Ziegelteilung des Fotos abgeleitet.
Das Werkzeug kann kostenlos und ohne Registrierung genutzt werden. Es läuft direkt im Browser und ist auch für macOS und Windows verfügbar. Nach Angaben der Entwickler wird die Berechnung lokal auf dem Gerät durchgeführt - das verwendete Foto verlässt das Gerät also nicht.
Das macht die Anwendung vor allem für eine schnelle Vorplanung, Variantenvergleiche und erste Machbarkeitschecks interessant.
Allerdings ersetzt die Fotoplanung keine vollständige technische PV-Auslegung. Ertrag, Verschattung und Strangauslegung werden vom Programm nicht berechnet. Für die konkrete Umsetzung bleiben daher eine detaillierte Planung und die technische Prüfung vor Ort notwendig.
Der interessante Ansatz: Statt zunächst kompliziert zu vermessen, wird das Dach dort vermessen, wo die Information bereits sichtbar ist – in den Ziegelreihen des Fotos. Für eine erste PV-Belegung könnte das die Planung deutlich einfacher und schneller machen.