Pelletverbände fordern Kurswechsel in der Wärmepolitik
Statt fossiler Energie müsse verstärkt auf regionale, erneuerbare Wärme gesetzt werden, erklärten die Organisationen in einer gemeinsamen Aussendung.
Hintergrund ist die erneut drohende fossile Energiekrise, die nach Ansicht der Verbände einmal mehr die Abhängigkeit Europas von globalen Energieimporten deutlich mache. Ein grundlegender Kurswechsel in der Wärmepolitik sei daher notwendig. Ziel der Regierungen müsse sein, den Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme deutlich zu beschleunigen.
Die Branche verweist dabei auf steigende Produktionszahlen: In der DACH-Region – also in Deutschland, Österreich und der Schweiz – wurden im vergangenen Jahr erstmals mehr als 6,3 Millionen Tonnen Holzpellets produziert. Das entspricht fast einem Drittel der gesamten europäischen Pelletproduktion und zeige, dass nachhaltige Alternativen zu fossilen Energieträgern bereits in großem Umfang verfügbar seien.
„Jede neue Ölheizung verlängert die Abhängigkeit von politisch fragwürdigen Regimen“, betonen die Geschäftsführer der drei Verbände. Stattdessen müsse stärker auf regionale Energieträger gesetzt werden. Pellets seien nicht nur vergleichsweise kostengünstig und klimafreundlich, sondern stärkten auch die wirtschaftliche Unabhängigkeit.
Ein weiterer Vorteil liege in der regionalen Wertschöpfung. Moderne Pelletkessel und -kaminöfen würden großteils in Österreich und Deutschland entwickelt und produziert. „Damit bleibt nicht nur die Energie, sondern auch die Wertschöpfung der Anlagentechnik in der Region“, erklärt Doris Stiksl, Geschäftsführerin von proPellets Austria.
Auch beim Preis sehen die Verbände wesentliche Vorteile gegenüber fossilen Energieträgern. Die Produktion von zertifizierten ENplus-Pellets werde in der gesamten DACH-Region kontinuierlich ausgebaut, wodurch Haushalte aus einem wachsenden Angebot regionaler Händler wählen könnten. Anders als bei Öl und Gas werde der Pelletpreis vor allem durch Angebot und Nachfrage bestimmt – und weniger durch geopolitische Krisen oder Spekulationen auf den Weltmärkten.
Um den Umstieg zu beschleunigen, fordern die Verbände langfristig gesicherte Förderprogramme für den Heizungstausch. Gleichzeitig sollten keine neuen Anreize mehr für fossile Heizsysteme geschaffen werden. Zudem brauche es klare und verbindliche Zeitpläne für den Ausstieg aus Öl- und Gasheizungen.
Nur durch eine konsequente Hinwendung zu regionalen, erneuerbaren Energiequellen lasse sich die Bevölkerung dauerhaft vor den Risiken globaler Krisen schützen, betont der Schweizer Branchenverband proPellets.ch.