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Österreich erhält nach 15 Jahren neuen hochpräzisen Windatlas mittels moderner Technik: regional mehr Wind-Potenzial als bisher angenommen

16.08.2026

Neue Daten zeigen: Zusätzliche Potenzialräume in mehreren Bundesländern.

WindparkPrellenkirchen.jpg
Die repowerten Windräder in Prellenkirchen konnten zum Jahresende in Betrieb genommen werden. © EVN © EVN

Wien - Die international tätigen Windmessungs-Spezialisten des Planungsbüros Energiewerkstatt haben im Auftrag des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) und in Kooperation mit der Europäischen Weltraumorganisation ESA den bislang genauesten Windatlas für Österreich erstellt – neue Daten zeigen: Österreich hat zusätzliche Potenzialräume in mehreren Bundesländern.
 

Österreich verfügt in mehreren Regionen über mehr Windkraft-Potenzial als bisher angenommen. Das zeigt der neue Windatlas 2026, den die Energiewerkstatt aus Oberösterreich in Kooperation mit dem BMIMI und der Europäischen Weltraumorganisation ESA erstellt hat. Die erstmals seit 15 Jahren umfassend aktualisierte Analyse basiert auf modernsten Klimamodellen, Satellitendaten und Windmessungen und liefert die bislang genaueste Darstellung der Windverhältnisse in Österreich. Die Karte zeigt auch zusätzliche Potenzialräume und schafft eine neue wissenschaftliche Grundlage für die zukünftige Bewertung von Windkraftstandorten.
 

„Wer die Energiewende erfolgreich gestalten will, braucht präzise Daten. Mit dem Windatlas 2026 schaffen wir die bislang beste Grundlage, um das Windkraftpotenzial in Österreich wissenschaftlich fundiert zu bewerten und die Energieplanung auf ein neues Niveau zu heben. Besonders erfreulich ist, dass dabei österreichische Kompetenz und europäische Weltraumtechnologie zusammenwirken. So entstehen Innovationen, die unsere Energieversorgung unabhängiger, resilienter und wettbewerbsfähiger machen“, sagt Peter Hanke, Bundesminister für Innovation, Mobilität und Infrastruktur.“
 

Neue Erkenntnisse für sechs Bundesländer

 

Der Windatlas 2026 zeigt zusätzliche Potenzialräume in Oberösterreich, Kärnten, Niederösterreich, der Steiermark, Salzburg und Tirol. In Oberösterreich stechen insbesondere das südliche Traunviertel sowie das nördliche und nordöstliche Mühlviertel hervor. Diese Gebiete liegen derzeit überwiegend innerhalb der geplanten Windkraft-Ausschlusszonen. Im Grenzraum zwischen Niederösterreich und der Steiermark zeigen sich etwa im Alpenvorland großflächige Gebiete mit besseren Windverhältnissen als bisher angenommen. Außerdem in den Mürzsteger Alpen und der Region Semmering. Weitere interessante Potenzialflächen finden sich in Salzburg von den Loferer und Leoganger Steinbergen bis in die Berchtesgadener Alpen sowie in Tirol im Bereich der Ötztaler und Zillertaler Alpen. Der Windatlas zeigt jedoch nicht nur zusätzliche Potenzialräume, sondern auch Regionen, in denen das Windpotenzial geringer ausfällt als bisher angenommen – darunter Gebiete westlich von Graz oder die Region rund um den Vorarlberger Rätikon.
 

Modernste Datengrundlage für die Windkraftplanung

Für den Windatlas kombinierte die Energiewerkstatt hochaufgelöste Klimamodelle mit Satellitendaten der ESA, Geländedaten und Windmessungen aus ganz Österreich. Dadurch konnten die Windverhältnisse mit einer räumlichen Auflösung von 100 mal 100 Metern berechnet werden. Das Ergebnis ist die bisher präziseste Darstellung der Windressourcen Österreichs und eine wichtige wissenschaftliche Grundlage für die Bewertung möglicher Windkraftstandorte.
„Erdbeobachtungsdaten und Satellitentechnologien leisten einen wichtigen Beitrag, um die Energiewende mit präzisen Informationen zu unterstützen. Der Windatlas 2026 zeigt beispielhaft, wie moderne Weltraumtechnologien in konkrete Anwendungen für Energieplanung und Infrastruktur überführt werden können. Dies zeigt in der Praxis die Wirkung der GTIF-Aktivitäten, die die ESA gemeinsam mit den österreichischen Stakeholdern initiiert hat, um Erdbeobachtungsdaten und -instrumente in einsatzbereite Entscheidungsunterstützungssysteme zu überführen", so Rune Floberghagen, Europäische Weltraumorganisation (ESA).
 

Neue Datengrundlage für die Energieplanung

Die im Windatlas dargestellten Potenzialflächen sind als fachliche Suchräume zu verstehen und stellen keine unmittelbaren Standortempfehlungen dar. Konkret heißt das, dass auch weiterhin an möglichen Standorten Wind gemessen wird, denn aufgrund der Kleinräumigkeit von Windverhältnissen und der Topographie kann der Wind vor Ort vom Atlas abweichen. Für konkrete Windkraftprojekte müssen weiterhin Aspekte wie Naturschutz, Raumordnung, Netzanschluss und Genehmigungsfähigkeit berücksichtigt werden. Gleichzeitig liefert der Windatlas eine neue wissenschaftliche Grundlage für zukünftige Planungs- und Entscheidungsprozesse.
 

„Die Zusammenarbeit mit der Europäischen Weltraumorganisation ESA bestätigt den hohen wissenschaftlichen und technischen Anspruch unseres Projekts. Die Kombination aus modernsten Klimamodellen, Satellitendaten und Windmessungen ermöglicht eine deutlich präzisere Bewertung der Windverhältnisse als bisher und schafft eine fundierte Grundlage für zukünftige Planungen“, sagt Andreas Krenn, Geschäftsführer der Energiewerkstatt.
 

Windernte ermöglicht Versorgungssicherheit

 

„Bereits bisher war klar, dass wir mit ähnlichen Zielen wie Deutschland 125 % des österreichischen Stromverbrauchs durch die Windenergie abdecken können. Vor dem Hintergrund ständiger geopolitscher Spannung rund um fossile Energie hat Österreich so die Chance, heimische Energie zu nutzen, um mehr Sicherheit und günstige Energie im eigenen Land zu erzeugen,“ so Florian Maringer, Geschäftsführer der IG Windkraft.

Europäische Zusammenarbeit bringt modernste Technologie nach Österreich

Der Windatlas 2026 wurde im Rahmen der vom BMIMI und von der ESA unterstützten GTIF-Austria-Aktivitäten umgesetzt. GTIF steht für „Green Transition Information Factories“ und verfolgt das Ziel, hochwertige Erdbeobachtungs- und Geodaten für konkrete Anwendungen der Energiewende nutzbar zu machen. Die Zusammenarbeit mit der ESA unterstreicht den hohen wissenschaftlichen und technischen Anspruch des Projekts.
 

Windatlas online frei verfügbar

 

Der Windatlas 2026 steht Fachleuten, Behörden, Unternehmen und der interessierten Öffentlichkeit kostenlos zur Verfügung. Über eine interaktive Online-Karte können die Windverhältnisse und Potenzialflächen österreichweit eingesehen werden.

 

Links

  • Weitere Informationen unter: windatlas.energiewerkstatt.org 
  • https://gtif-austria.info
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