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Ökostromausbau muss auch weiterhin aus allen erneuerbaren Energiequellen stammen

06.09.2017

Biomasse und Biogas sind neben Wasser, Wind und Sonne wichtig für den weiteren Ökostromausbau in Österreich

© Murau / Biomasse-Heizkraftwerk
© Murau / Biomasse-Heizkraftwerk
Bundeskanzler Christian Kern hat gestern Einblicke in sein Energiekonzept bis 2030 gegeben. "Es ist sehr begrüßenswert, wenn der Herr Bundeskanzler die notwendige Beschleunigung des Ökostromausbaus von derzeit 9 TWh auf insgesamt 33 TWh bis 2030 unterstützt. Österreich verbraucht derzeit rund 70 TWh Strom und importiert netto 10 TWh. Mit der Ende Juni im Parlament beschlossenen Ökostromnovelle können rd 2 TWh Ökostrom erzeugt werden. Der Anteil von erneuerbaren Energien im Stromsektor, inklusive Großwasserkraft, könnte damit bei gleichbleibendem Stromverbrauch von derzeit 70% auf rd 72 % ansteigen. "Um 100% Ökostrom bis 2030 zu erreichen ist allerdings, wie von Bundeskanzler Kern angeführt, eine Verdoppelung bis Verdreifachung der Ausbauraten bei Ökostrom auf rund 3 TWh pro Jahr notwendig", konstatiert Peter Molnar, Geschäftsführer von Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ). 3 TWh, oder 3 Mrd kWh entsprechen dem Jahresbedarf für 1 Mio E-Autos, die auch im Winter Ökostrom benötigen.
Neben dem absolut notwendigen starken Ausbau von Wasser-, Wind- und Sonnenkraftwerken, ist aber auch eine Absicherung der Stromproduktion durch kontinuierlich und vor allem im Winter einspeisende Biomasse- und Biogaskraftwerke notwendig. "Österreich importierte heuer an vielen Tagen im Jänner fast 60% des benötigten Stroms aus Kohle- und Atomkraftwerken in Deutschland und Tschechien. Strom aus heimischen Biomasse- und Biogasanlagen reduziert diese winterliche Importabhängigkeit. Es kommt daher immer auch auf das Wann und Wo der Einspeisung von Ökostrom an, nicht nur auf die reinen Erzeugungskosten" rechnet Erwin Mayer, stellvertretender Geschäftsführer des EEÖ, vor. "In Zukunft wird auch die Einspeisung und Verstromung von Biomethan in die bestehende Gasinfrastruktur notwendig sein, um die fossile Abhängigkeit zu verringern. Auch dafür sind Biomasse- und Biogasanlagen der 2. und 3. Generation geeignet", schließt sich Peter Molnar an.
"Nur ein beschleunigter Ausbau von Wasser-, Wind- und Sonne sowie ein maßvoller Ausbau von Biomasse- und Biogasökostromanlagen gewährt auch in Zukunft eine hohe, ganzjährige Versorgungssicherheit in Österreich. Das Hauptaugenmerk der Politik muss deshalb auf dem Zurückdrängen der stark ansteigenden Atom- und Kohlestromimporte und der Absicherung und des Ausbaus aller vorhandenen Ökostromkapazitäten liegen" fordern Peter Molnar und Erwin Mayer. Sie erhoffen sich in den Wahlprogrammen aller Parteien klare Bekenntnisse zum Ökostromausbau in Form von Zielen und Ausbautempo zu finden.
Quelle: Erneuerbare Energie Österreich

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06.09.2017 | Autor*in: holler
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