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Oberösterreich in der Windkraft-Abstiegszone, Niederösterreich unterdurchschnittlich

09.05.2026

Von der Beschleunigung des Windkraftausbaus in Österreich ist auch mit dem #EABG-Entwurf nichts zu sehen

WEB Windpark Grafenschlag 20240127  (12).jpg
Seit Jahren wird in fast allen Bundesländern beim Windkraftausbau gebremst, dabei wäre das Potential riesig, wie die IG Windkraft regelmäßig aufzeigt. Die größte Energiekriese aller Zeiten sollte uns eigentlich antreiben die Windkraft auszubauen und so die Strompreise zu senken und unabhängiger von Energieimporten zu werden. Wenn man sich aber den Entwurf der Regierung zum Erneuerbaren Ausbau Beschleunigigungsgesetz, EABG, ansieht, bekommt man eher den Eindruck, dass die Versäumnisse durch die Blockaden von Bundesländern und Gemeinden beim Windkraftausbau einzementiert werden soll. Eine Beschleunigung ist da nicht zu erkennen. Wenn hier nicht nachgebessert wird, dann wird das EABG ein Erneuerbaren-Ausbau-Bremsgesetz und man muss nichteinmal die Abkürzung ändern.
Windkraft pro km2 2025.jpg

Unterdurchschnittlich im Bundesländervergleich

Niederösterreich wird ja gerne als Windkraftbundesland Nr. 1 hingestellt, vermutlich um damit argumentieren zu können, dass man jetzt nicht mehr viel machen muss. Ja, man kann natürlich anerkennen, dass NÖ im Vergleich der Bundesländer in Österreich und Deutschland seit Ende 2023 einen Platz aufgeholt und Thüringen überholt hat. Mit 121,1 kW pro km² Landesfläche liegt NÖ aber noch immer auf Platz 13 von 25 Bundesländern und damit nicht in der oberen Tabellenhälfte. Von Vorbild kann man also nicht wirklich sprechen, da liegt NÖ sogar weit hinter dem Durchschnitt von Deutschland mit 190,4 kW pro km² Landfläche. Das Burgenland, das es hier auf den 3. Platz schafft, ist das einzige Österreichische Bundesland in den Topplätzen und hat mit 375,7 kW pro km² gleich mehr als 3 mal so viel Windkraftleistung pro km² installiert als Niederösterreich.

Oberösterreich mit roter Laterne auf dem Weg zur De-Industralisierung

Wären wir beim Fußball wäre Oberösterreich in der Abstiegszone und ist damit auf dem besten Weg zur De-Industralisierung. Die IG Windkraft hat für Oberösterreich ein Windkraftpotential von 330 Anlagen ermittelt, tatsächlich stehen in Oberösterreich aber nur 31. Nichteinmal 10% des Potentials sind in Oberösterreich ausgeschöpft, dabei könnten regionale Windräder den Strompreis senken, wie die Pilotregion des Windkraft Bügerbeteiligung in Waidhofen/Thaya im Waldviertel zeigt. Gerade im Winter, wo diese Anlagen mehr Strom erzeugen, sind wir auf diese Energie besonders angewiesen. Statt dessen hat man den Eindruck, dass die Oberösterreichische Regierung weiter blockieren will und die Bunderegierung zementiert die Versäumnisse mit zu geringen Vorgaben für OÖ im EABG ein, statt für Antrieb zu sorgen.
Als zur Jahrtausendwende gegen die Inbetriebnahme des AKW Temelin an den tschechischen Grenzen demonstriert wurde, hat es immer wieder geheißen, stellen wir Windräder auf und zeigen wir, dass es Atomkraftwerke nicht braucht. Von diesem Spirit sind die Landesregierungen in Oberösterreich und Niederösterreich aktuell nicht erfasst, statt dessen gibt es viel heiße Luft. Zur Gleichen Zeit steigen über den Kühltürmen von Temelin in den heißen Monaten Dampfsäulen auf und verschwenden wertvolles Wasser und die Äcker in Europa trocknen aus, weil der Mut zu einer raschen Energiewende fehlt. Schön reden hilft uns leider nicht weiter, jetzt muss gehandelt werden, bei echten Beschleunigungszonen und dem EABG für eine echte Beschleunigung der Energiewende.
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Waldwindpark Grafenschlag im Waldviertel © Ing. Martin Litschauer

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Auswertung des Windkraftausbaus in D und AT pro Bundesland © Energielix Energiewende GmbH