Für Browser < IE 11 nicht optimiert. Verwenden Sie bitte einen aktuelleren Browser.
Skip to main content
Ökonwes
  • Sonne
  • Wind
  • Biomasse
  • Mobilität
  • Nachhaltigkeit(current)1
    • Nachhaltigkeit
    • Vernetzung
    • Wasser
    • weitere Energien
    • Ersatz fossiler Energie(current)2
    • Umweltschutz
    • Bauen
    • offene Briefe
    • Ansichtssache
    • Buch-Tipp
    • Heroes for future
    • Jobs
    • Ernährung und Gesundheit
    • Ökologisch Investieren
  1. oekonews
  2. Nachhaltigkeit
  3. Ersatz fossiler Energie

Netzpaket als Frontalangriff:  Deutsche Ministerin Reiche bremst Erneuerbare – Kohle und Gas bleiben verschont

14.02.2026

Vollends falsche Signale, denn die einzige nachhaltige Lösung sind 100 % heimische, dezentrale Erneuerbare Energien.

Stromnetz.jpg
© Terranaut pixabay.com

 

Von Anfang an hatte Katherina Reiche, Deutschlands derzeitige Wirtschafts- und Energieministerin,  keinen Zweifel daran gelassen, wohin die Reise gehen soll: Der Ausbau der Erneuerbaren Energien müsse „gebremst“ und stärker an den Netzausbau gekoppelt werden. Nun liegt ein erster Referentenentwurf aus dem  deutschen Bundeswirtschaftsministerium vor – das sogenannte Netzpaket.
 

Was als technische Reform verkauft wird, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als massiver Eingriff in die Investitionsgrundlagen der Energiewende, wie Hans-Josef Fell im Detail aufzeigt. 
 

Abschaffung der Redispatch-Entschädigung – aber nur für Erneuerbare
 

Kernpunkt des Entwurfs ist eine neue Regelung für sogenannte Redispatch-Maßnahmen. In stark belasteten Netzgebieten sollen neu angeschlossene Erneuerbare-Energien-Anlagen künftig keine Entschädigung mehr erhalten, wenn sie vom Netzbetreiber abgeregelt werden.
 

Für Investoren bedeutet das: unkalkulierbare Risiken.
Für Banken: höhere Risikoaufschläge.
Für Projekte: sinkende Wirtschaftlichkeit.

Der Ausbau von Wind- und Solarenergie würde so faktisch ausgebremst.

Brisant ist jedoch die Ungleichbehandlung: Auch Kohle- und Erdgaskraftwerke werden bei Netzüberlastung abgeregelt – und erhalten weiterhin finanzielle Kompensation über die Netzentgelte!  Eine Abschaffung dieser Zahlungen für fossile Kraftwerke sieht das Netzpaket nicht vor.

Damit entsteht ein klarer Wettbewerbsvorteil für Kohle und Erdgas – zulasten der Erneuerbaren. 


Angriff auf den Einspeise- und Anschlussvorrang
 

Ein weiterer zentraler Punkt betrifft den Anschluss- und Einspeisevorrang. Dieses Prinzip war neben der 20-jährigen Einspeisevergütung eine tragende Säule des EEG aus dem Jahr 2000.

Nun sollen Netzbetreiber bei Anlagen über 135 Kilowatt eigene Priorisierungskriterien entwickeln dürfen. In der Praxis bedeutet das:

Erneuerbare verlieren ihren Vorrang.

Neue Erdgaskraftwerke oder stromintensive Großverbraucher wie Rechenzentren könnten bevorzugt angeschlossen werden.

Das würde die Systematik des EEG grundlegend verändern – und Investitionssicherheit zerstören. 


Breiter politischer Widerstand
 

Der Gesetzentwurf stieß unmittelbar auf Widerstand.

Bündnis 90/Die Grünen starteten die Kampagne „Rettet die Erneuerbaren Energien“, die innerhalb von zwei Tagen fast 100.000 Unterstützer fand.

Auch aus der SPD kam Kritik. Die energiepolitische Sprecherin Nina Scheer warnte, Ausbaubegrenzungen und Redispatch-Vorbehalte schwächten Investitionsanreize massiv und gefährdeten insbesondere Flexibilitäten, Speicher und grünen Wasserstoff.

Selbst aus dem konservativen Lager kommt deutlicher Widerspruch:
Ursula Heinen-Esser, Präsidentin des Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE), sprach von der Gefahr einer „Zubaublockade“ mit möglichen Energieengpässen und steigenden Preisen. 
 

Dass diese Kritik aus CDU-nahen Kreisen kommt, macht sie  besonders bemerkenswert.  


Deutsche Bundesnetzagentur torpediert Speicherausbau

Parallel dazu sorgt die Bundesnetzagentur im sogenannten AGNes-Prozess für zusätzliche Verunsicherung.

Speicher – ob Batterien oder Pumpspeicher – sind entscheidend, um schwankende Solar- und Windstromerzeugung auszugleichen. Nachdem frühere Doppelbelastungen (EEG-Umlage und Netzentgelte beim Ein- und Ausspeichern) Investitionen jahrelang behinderten, setzte zuletzt eine Investitionswelle ein.

Nun prüft die Bundesnetzagentur neue Netzentgelte für Speicher – inklusive möglicher Baukostenzuschüsse. Sogar bestehende Anlagen könnten rückwirkend ihre zugesagte Befreiung verlieren.

Ein solcher Eingriff in bestehende Investitionen wäre ein massiver Vertrauensbruch – nicht nur gegenüber der Erneuerbaren-Branche, sondern gegenüber dem Wirtschaftsstandort insgesamt. 


Absurdistan der Netzkosten
 

Die Argumentation der Netzagentur wirkt paradox:

Speicher sollen Netzentgelte zahlen, um Kosten gerechter zu verteilen.
Doch gerade Speicher senken Redispatch-Kosten – einen zentralen Treiber der Netzentgelte.

Wer Speicher verteuert, verhindert Kostensenkung – und erhöht am Ende die Netzentgelte weiter. 


Geopolitische Dimension
 

Die Debatte ist nicht nur energiepolitisch relevant, sondern sicherheitspolitisch.

Ein Ausbau neuer Erdgaskraftwerke würde die Abhängigkeit von LNG-Importen verstärken – etwa aus den USA oder Katar. Fossile Importe finanzieren geopolitische Machtstrukturen, autoritäre Regime und militärische Konflikte.

Die einzige nachhaltige Strategie lautet:
100 % heimische, dezentrale Erneuerbare Energien.

Das Netzpaket wirkt hingegen wie eine Rolle rückwärts – mit Risiken für Klimaschutz, Versorgungssicherheit, Preisstabilität und geopolitische Souveränität. 


Entscheidung im deutschen Bundestag offen

Ob der Entwurf in dieser Form überhaupt das Bundeskabinett erreicht, ist unklar. Innerhalb der Bundesregierung gibt es Widerstand. Auch im Bundestag dürfte das Gesetz so kaum mehrheitsfähig sein.

Doch allein die Diskussion sendet ein fatales Signal an Investoren. 


Jetzt braucht es öffentlichen Druck
 

Was als technische Netzreform daherkommt, ist in Wahrheit ein fundamentaler Eingriff in die Investitionslogik der Energiewende.

Unter dem Narrativ „überlasteter Netze“ werden zentrale Schutzmechanismen ausgehöhlt:

  • verlässlicher Netzanschluss

  • Einspeisevorrang

  • kalkulierbare Erlöse

  • Investitionsschutz

Die Branche, Umweltverbände, Energiegemeinschaften und Klimabewegungen sind nun gefordert, gemeinsam Druck aufzubauen.

Die Energiewende ist kein ideologisches Projekt.
Sie ist industriepolitische Notwendigkeit, Klimaschutzstrategie und sicherheitspolitisches Fundament zugleich.

Ein Netzpaket, das Wind und Solar bremst, während Kohle und Gas geschont werden, läuft diesem Ziel diametral entgegen.
 

Links

  • Hans-Josef Fell: Der Gesetzentwurf zum Netzpaket von Ministerin Reiche ist ein Frontalangriff gegen den Ausbau der Erneuerbaren Energien und lässt die Kohle- und Erdgaskraftwerke ungeschoren
  • Drucken
  • Empfehlen
14.02.2026
Zum vorigen Artikel voriger Artikel

Münchener Sicherheitskonferenz: “Break Free From Tyrants”

Zum nächsten Artikel nächster Artikel

Satellitendaten: Polnische Kohlebergwerke setzen trotz EU-Verbots weiter Methan frei

oekonews

Tageszeitung für Erneuerbare Energie und Nachhaltigkeit. Samstag, 7. März 2026, 68.437 Artikel Online

Weitere Themen

  • Atomausstieg muss geLINGEN – Keine Deals mit Putin!
  • Preissturz bei Speichern: Batterien werden zum neuen Rückgrat der Energiewende
  • Nahostkrieg lässt Energiepreise steigen: Radikaler Ausbau erneuerbarer Energien als klare Lösung!
  • Landwirtschaftskammer: Österreich muss Energie-Abhängigkeit beenden – Erneuerbare als Schutzschild gegen Krisen
  • atomstopp: Linzer Hauptplatz könnte über einen Kilometer hoch mit atomar verseuchter Fukushima-Erde gefüllt werden.
  • Frankreichs neuer Energieplan:  Demokratischer Rückschritt, ökologisches Risiko und wirtschaftlicher Irrweg
  • Uranatlas: Atomenergie verstärkt die geopolitische Abhängigkeit Europas von Russland
  • AKWs um 500 Milliarden unterversichert - NGOs bei EU-Kommission für neue AKW-Haftpflicht
  • Elektrifizierung als Billionen-Investition – warum Stromnetze, Batterien und Industrieausrüster vor einem neuen Zyklus stehen
  • Produktionsstopp in Katar treibt Gaspreise in die Höhe
  • zum ersten Set
  • zurück zum vorigen Set
  • 1(current)
  • 2
  • 3
  • weiter zum nächsten Set
  • zum letzten Set
13.050 Artikel | Seite 1 von 1.305

Newsletter

zur Anmeldung

Termintipp

Hainburg ’84 – Eine Bewegung setzt sich durch Termin-Tipp buchen

Oekotermine

Werben auf oekonews

Direkt an der Zielgruppe

Wichtiger Artikel

STUDIE: Ohne Energiewende mehr Rohstoffverbrauch
  • Suche
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Über oekonews
  • Haftung
  • RSS
© 2026 oekonews.at
Stromnetz.jpg

© Terranaut pixabay.com