Münchner Batterie-Start-up Furo erhält 4 Millionen Dollar
Das Münchner Start-up Furo, früher unter dem Namen Lumera Energy bekannt, hat eine Finanzierungsrunde über 4 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Angeführt wird die Runde von TQ Ventures, beteiligt sind unter anderem Neo, Sandberg Bernthal Venture Partners und CDTM Venture Capital.
Das Unternehmen entwickelt Software zur Optimierung von gewerblichen und industriellen Batteriespeichern. Anders als herkömmliche Speichersteuerungen, die häufig mit festen Zeitfenstern und Schwellenwerten arbeiten, berücksichtigt Furo Strompreise, Wetterprognosen und individuelle Verbrauchsdaten bis zu 48 Stunden im Voraus.
Batterie wird zum intelligenten Energiemanager
Die Software entscheidet laufend, ob ein Speicher geladen, entladen oder freie Kapazität am Strommarkt vermarktet werden soll. Dabei werden verschiedene Einsatzmöglichkeiten gleichzeitig berücksichtigt – etwa Peak Shaving, Eigenverbrauchsoptimierung, Netzentgeltreduktion, Tarif-Arbitrage und Stromhandel.
Laut Furo können Unternehmen dadurch ihre Stromkosten um bis zu 40 Prozent reduzieren. Bei Projekten mit Partnern wie BayWa seien dadurch Amortisationszeiten von teilweise weniger als fünf Jahren möglich – statt der ursprünglich kalkulierten zehn bis 15 Jahre.
Furo arbeitet dabei hardwareunabhängig und vertreibt seine Plattform über Installateure, Projektentwickler, Speicherhersteller und Energieversorger. Nach Unternehmensangaben wird die Software inzwischen von mehr als 800 Unternehmen an über 6.000 Standorten in Deutschland und Europa eingesetzt.
Mit dem neuen Kapital will Furo die Software weiterentwickeln, in weitere europäische Märkte expandieren und das Team ausbauen.
Der Ansatz zeigt, wohin sich Batteriespeicher entwickeln: Nicht allein die Größe der Batterie entscheidet über ihre Wirtschaftlichkeit, sondern zunehmend die intelligente Steuerung, die Strompreise, Erzeugung und Verbrauch laufend aufeinander abstimmt.