Mit dem E-Lkw durch die Nacht: MAN startet grüne Brenner-Offensive
Raubling/Bozen – Ein E-Lkw rollt nachts leise über den Brenner – was nach Zukunft klingt, ist jetzt Realität: In einem vierwöchigen Pilotprojekt testen MAN Truck & Bus und die Spedition Dettendorfer den nächtlichen Einsatz des neuen MAN eTruck zwischen Raubling und Bozen. Möglich macht das eine Ausnahme vom Nachtfahrverbot auf der Inntal-Autobahn, die eindrucksvoll zeigt, wie klimafreundliche Schwerlastlogistik künftig aussehen kann. Wenn man von einer laut MAN in der Logistikbranche üblichen Nutzungsdauer von drei Jahren ausgeht, liegt der Kostenvorteil eines E-Lkws, wenn man ihn mit einem herkömmlichen Diesel vergleicht, auf dieser Route bei etwa 15 Prozent. In akustischen Tests wurde der eTruck bei beschleunigter Anfahrt als rund halb so laut wahrgenommen wie ein herkömmlicher Diesel. Konkret ergibt sich eine Pegeldifferenz von rund zwölf Dezibel. In etwa entspricht dies dem Unterschied zwischen einer Hauptverkehrsstraße und einer ruhigen Straße in einem Wohngebiet.
Ausgehend von einer Jahreslaufleistung von über 110.000 Kilometern auf deutschen Autobahnen ergibt sich:
95 Tonnen CO₂-Ersparnis pro Lkw und Jahr
60.000 Euro Mautvorteil pro Fahrzeug jährlich
40 % Energierückgewinnung durch Rekuperation
Deutlich weniger Lärm – ein Gewinn für Anrainer im Inntal und am Brenner
„Ein starkes Signal für grüne Korridore auf Europas Hauptachsen“, so Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter. Die neue eTruck-Generation von MAN meistert bis zu 800 Kilometer am Tag – bei jeder Jahreszeit. Damit erschließen sich neue, bislang gesperrte Nachtstrecken, besonders für zeitkritische Lieferungen.
Dettendorfer testet seit mehreren Jahren alternative Antriebe von MAN im Realbetrieb. Für Georg Dettendorfer, Geschäftsführer der Spedition Dettendorfer, ist klar: „ Wenn wir den Wandel zur klimafreundlichen Logistik schaffen wollen, brauchen wir Lösungen, die im Alltag funktionieren – über Landesgrenzen hinweg und ohne Einschränkungen beim Serviceversprechen." Dabei spielt auch die Dettendorfer Energy GmbH als „First Mover“ und wichtiger Partner beim Projekt eine zentrale Rolle – durch den Aufbau von Ladeinfrastruktur für den Güterverkehr in Ober- und Niederbayern sowie in Tirol.
Leise, effizient, emissionsfrei – der Brenner-Nightride macht aktuell die Logistik von morgen erlebbar.