Mehrsprachigkeit kann langsameres Altern fördern
Die Studie, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Nature Aging, zeigt, dass Menschen, die zwei oder mehr Sprachen sprechen, im Alter bessere körperliche und geistige Gesundheitswerte aufweisen. Messungen der biobehavioralen Alterslücke (BAG), eines Indikators für das biologische Altern, ergaben: Je mehr Sprachen jemand beherrscht, desto langsamer altern Körper und Gehirn – unabhängig von Geschlecht, wirtschaftlicher Lage oder Wohnort.
„Mehrsprachigkeit stärkt Gedächtnis, geistige Flexibilität und Problemlösungsfähigkeiten. Auf sozialer Ebene erweitert sie Interaktionsnetzwerke und reduziert Isolation, das sind Schlüsselfaktoren für Wohlbefinden und Langlebigkeit“, erklärt Agustín Ibañez vom BrainLat Institute und Trinity College Dublin. Auch spätes und aktives Sprachenlernen bietet demnach kognitive Vorteile, solange die Sprachen regelmäßig genutzt werden.
Die Forschenden schlagen vor, Sprachlernen als Strategie für gesundes Altern in Bildungs- und Präventionsprogramme zu integrieren , ähnlich wie beispielsweise körperliche Aktivität oder Ernährung. Während die Studie nur europäische Länder untersuchte und keine direkten Ursache-Wirkungs-Beziehungen beweisen konnte, liefert sie klare Hinweise auf die Vorteile von Mehrsprachigkeit für die Gehirn- und Körpergesundheit.