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Mehr Wert aus Bauschutt: Sortierung als Gamechanger

04.08.2026

Die Zukunft des Baustoffrecyclings entscheidet sich an der Qualität der zurückgewonnenen Rohstoffe. Genau hier kommt der Sortierung eine Schlüsselrolle zu: Sie schafft die Voraussetzung, um wertvolle mineralische Bestandteile gezielt voneinander zu trennen und hochwertige Sekundärrohstoffe zu gewinnen. Ein Schweizer Vorzeigeprojekt zeigt, welches Potenzial in dieser Technologie bereits heute steckt.

Anlage BRT
Ein Blick auf die Zukunft des Baustoffrecyclings: Die BRT Baustoff Recycling Thurgau AG zeigt, wie moderne Sortiertechnik scheinbar ausgeschöpftes Material wieder zu wertvollen Rohstoffen macht. © BRT
Gleisdorf, 4. August 2026 – Der größte Abfallstrom Europas steckt voller ungenutzter Möglichkeiten: Bau- und Abbruchabfälle könnten maßgeblich zur Rohstoffversorgung der Kreislaufwirtschaft beitragen – ihr Potenzial wird vielerorts aber noch bei weitem nicht ausgeschöpft. Brechen, Sieben und Waschen gehören in vielen Anlagen zwar längst zum Standard, den entscheidenden Unterschied macht jedoch erst die sensorgestützte Sortierung: Sie trennt wertvolle Materialströme präzise voneinander und hebt die Qualität von Recyclingbaustoffen spürbar an.
Wie diese Schlüsseltechnologie in der Praxis für Mehrwert sorgt, zeigt die BRT Baustoff Recycling Thurgau AG in der Schweiz vor. Das Unternehmen gilt als fachkompetenter Partner der mineralischen Kreislaufwirtschaft Vorreiter der mineralischen Kreislaufwirtschaft und setzt auf mehrere Aufbereitungsmaschinen von Binder+Co – darunter insbesondere zwei CLARITY-Sortieranlagen, die am Ende des Prozesses einen entscheidenden Qualitätsschritt übernehmen.
Bild2 Martin-Feldmann.jpg

Aufbereitung zu Primärmaterial-Standard möglich

„Wir bearbeiten vor allem Aushubmaterial, welches chemisch verschmutzt oder mit Bauschutt vermischt ist“, erklärt Martin Feldmann, Geschäftsführer der BRT AG. Dabei gelinge es dennoch, rund 75 Prozent des aufbereiteten Materials wieder als Sand und Kies in den Stoffkreislauf zurückzuführen.
Der Weg dorthin beginnt bereits bei der Materialannahme. Je nach Herkunft und Belastung wird das angelieferte Aushubmaterial bewertet, in unterschiedlichen Lagern zusammengeführt und anschließend gleichmäßig der nassmechanischen Aufbereitung zugeführt. Dort wird es gewaschen, gebrochen und in verschiedene Korngrößen getrennt. Erst danach folgt jener Schritt, der in der Aufbereitung von Baurestmassen zunehmend zum entscheidenden Erfolgsfaktor wird: Die CLARITY-Anlagen von Binder+Co erkennen dabei mithilfe hochauflösender Kameras und intelligenter Bildauswertung selbst kleinste Farbunterschiede und Materialmerkmale. „Vor allem dank der optischen Sortierung können wir heute das aufbereitete Material als Primärkies wieder in Umlauf bringen“, betont Feldmann. Auch Ziegelbruch wird zuverlässig von hochwertigem Kies getrennt, Fremdstoffe werden ausgeschleust und die Produktqualität deutlich erhöht.
Der Nutzen dieser Sortierung reicht weit über die Anlage hinaus. Der Großteil des sortierten Sands und Kies fließt direkt in die Betonproduktion des angrenzenden Betonwerks – nur ein kleiner Teil wird als lose Komponente separat vermarktet. Auch der ausgeschleuste Ziegelbruch findet Verwendung, etwa als Zuschlagsstoff für Dachsubstrate oder in unnormierte Betonsorten. Entscheidend ist dabei stets die Reinheit der Materialien, denn nur hochwertige Sekundärrohstoffe finden dauerhaft Akzeptanz im Markt.
Clartiy Anlage von Binder+Co
Die CLARITY-Sortieranlagen von Binder+Co übernehmen bei BRT den entscheidenden Qualitätsschritt: Mithilfe hochauflösender Kameras und intelligenter Bildauswertung werden wertvolle mineralische Bestandteile präzise von Fremdstoffen getrennt. © BRT

Künstliche Intelligenz als nächster Schritt

Die Schweiz gilt dabei im Umgang mit Bauabfällen als besonders streng reguliert. Die Verordnung über die Vermeidung und die Entsorgung von Abfällen (VVEA) unterscheidet fünf Belastungsstufen von Aushub- und Ausbruchmaterial – von unverschmutzt bis stark verschmutzt. Den Baustoff-Recyclinganlagen kommt dabei eine wichtige Rolle zu. Genau in diesem anspruchsvollen Umfeld hat sich die BRT Baustoff Recycling Thurgau AG etabliert.
Seit 2023 ist die nassmechanische Aufbereitungsanlage in Betrieb – ausgestattet mit mehreren Sieb- und Sortiermaschinen von Binder+Co. „Nun geht jede bei uns aufbereitete Tonne nicht mehr auf die Deponie, sondern wird wieder in den Baustoffmarkt zurückgeführt“, bringt Feldmann den Ansatz auf den Punkt. Gleichzeitig sieht er die Branche vor neuen Herausforderungen. Verbundmaterialien und steigende Qualitätsanforderungen werden künftig noch leistungsfähigere Aufbereitungsverfahren verlangen. Deshalb sei es wichtig, neue Technologien kontinuierlich zu prüfen und dort einzusetzen, wo sie Mehrwert schaffen.
Bislang sortiert die CLARITY vorwiegend farbbasiert. Dank KI-Unterstützung lässt sich künftig aber auch schwarzes Material – etwa Asphalt und Schlacke – zuverlässig von schwarzem Kies trennen. „Wir sind sehr interessiert am neuesten KI-Upgrade, um die restliche Verschmutzung in Form von Schlacke und Belag entnehmen zu können, und auch um die Performance der anderen Fraktionen noch zu erhöhen“, sagt Feldmann. Die Anforderungen an Recyclingbaustoffe steigen dabei weiter und mit ihnen auch die Bedeutung leistungsfähiger Sortiertechnologien.

Optische Sortierung als Gamechanger im Baustoffrecycling

Binder+Co sieht gerade in der Sortierung den nächsten Entwicklungsschritt im Baustoffrecycling auch angesichts wachsender Ressourcenknappheit bei Kies und Sand sowie dem Ziel der CO2-Reduktion. „Brechen, Sieben und Waschen sind heute Stand der Technik. Erst durch die Sortierung wird jedoch eine optimale und durchgängige Verwertung der mineralischen Baustoffe möglich“, erklärt Manfred Berghofer, Verkäufer für Sortiertechnik, Mineralien und Bauschutt bei Binder+Co. Angesichts knapper werdender Primärrohstoffe, steigender Deponiekosten und zunehmend strenger gesetzlicher Anforderungen werde die Sortierung künftig eine Schlüsselrolle übernehmen.
Auch regulatorisch dürfte der Druck steigen: Berghofer erwartet in naher Zukunft eine Verschärfung der EU-Regeln im Bauschuttrecycling – ähnlich den bereits strengen Schweizer Vorgaben. Unternehmen, die schon heute auf eine effektive Sortierung setzen, seien darauf vorbereitet. „Erst die präzise Trennung der Materialien schafft jene Qualität, die aus Bauschutt wieder einen gefragten Rohstoff macht“, so Berghofer. „Die Sortierung wird damit zum eigentlichen Gamechanger der mineralischen Kreislaufwirtschaft und Unternehmen wie BRT zeigen vor, dass diese bereits heute möglich ist.“
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Ein Blick auf die Zukunft des Baustoffrecyclings: Die BRT Baustoff Recycling Thurgau AG zeigt, wie moderne Sortiertechnik scheinbar ausgeschöpftes Material wieder zu wertvollen Rohstoffen macht. © BRT

Bild2 Martin-Feldmann.jpg

"Dank der optischen Sortierung können wir das Material als Primärkies wieder in Umlauf bringen." Martin Feldmann, Geschäftsführer der BRT AG © BRT

Clartiy Anlage von Binder+Co

Die CLARITY-Sortieranlagen von Binder+Co übernehmen bei BRT den entscheidenden Qualitätsschritt: Mithilfe hochauflösender Kameras und intelligenter Bildauswertung werden wertvolle mineralische Bestandteile präzise von Fremdstoffen getrennt. © BRT