Mehr Strom aus weniger Wasser: Tschechisches Wasserkraftwerk Kořensko wird für 100 Millionen Kronen modernisiert
Kořensko gehört zur Moldau-Kaskade und verfügt über eine Gesamtleistung von 3,8 Megawatt. Bei beiden Maschinensätzen werden die Turbinen, Generatoren, Schaltanlagen zur Leistungsabführung sowie das Leitsystem vollständig erneuert.
„Der Betrieb wird umweltfreundlicher, vor allem aber effizienter, weil die Maschinensätze künftig auch halb so große Durchflussmengen wie heute energetisch nutzen können“, erklärt Róbert Heczko, Direktor der Wasserkraftwerke des tschechischen Energiekonzerns ČEZ.
Auch bei wenig Wasser soll Strom fließen
Der entscheidende Vorteil der Modernisierung liegt damit nicht in einer höheren installierten Leistung, sondern in der besseren Nutzung des vorhandenen Wassers.
Die neuen Maschinensätze sollen bereits bei deutlich geringeren Durchflussmengen wirtschaftlich arbeiten können. Das ist insbesondere angesichts zunehmender Schwankungen der Wasserführung von Bedeutung. Ein Kraftwerk, das auch bei niedrigerem Durchfluss effizient arbeitet, kann einen größeren Teil des verfügbaren Wassers zur Stromerzeugung nutzen.
Damit soll Kořensko künftig flexibler auf unterschiedliche hydrologische Bedingungen reagieren können.
Erster Maschinensatz soll im September wieder in Betrieb sein
Die umfangreichste Modernisierung seit der Inbetriebnahme des Kraftwerks begann im vergangenen Frühjahr. Zunächst wurde der erste Maschinensatz vollständig demontiert.
Die Arbeiten schreiten inzwischen voran. Im September soll der erste Maschinensatz wieder vollständig in Betrieb gehen. Anschließend beginnt die Modernisierung des zweiten Maschinensatzes.
Während der bisherigen Arbeiten konnte der zweite Maschinensatz weiter Strom produzieren. Im August wird jedoch auch er vorübergehend abgeschaltet. Grund dafür sind unter anderem die Installation eines gemeinsamen Leitsystems und die Modernisierung der Schaltanlage.
Nach Abschluss der Arbeiten am ersten Maschinensatz soll die Erneuerung des zweiten beginnen. Die gesamte Modernisierung von Kořensko soll im Frühjahr 2027 abgeschlossen sein.
Kořensko ist Teil der Moldau-Kaskade
Das Kraftwerk liegt bei Všemyslice im Bezirk České Budějovice. Es nutzt den natürlichen Durchfluss der Moldau unterhalb des Zusammenflusses mit der Lainsitz.
Kořensko ist Teil eines größeren Systems von Wasserkraftwerken entlang der Moldau. ČEZ hat in den vergangenen Jahren bereits mehrere Anlagen der Moldau-Kaskade modernisiert, darunter Lipno I, Slapy, Kamýk und Vrané.
„Durch die Modernisierungen erhöhen wir die Sicherheit, Zuverlässigkeit und Effizienz ihres Betriebs“, sagt Pavel Šleška, Direktor der Abteilung konventionelle Energie bei ČEZ.
In die Erneuerung der Wasserkraftwerke der Moldau-Kaskade hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren bereits mehr als 1,5 Milliarden Kronen investiert. Damit wurde nach Unternehmensangaben mehr als die Hälfte der Maschinensätze der Moldau-Kraftwerke modernisiert. #
Weitere Kraftwerke folgen
Mit Kořensko ist die Modernisierung der Moldau-Kaskade noch nicht abgeschlossen. Nach den Arbeiten an den kleineren Kraftwerken Kořensko und Lipno II will ČEZ die Erneuerung des Kraftwerks Hněvkovice abschließen.
Danach stehen auch größere Anlagen auf dem Programm. Geplant ist die Modernisierung der Wasserkraftwerke Štěchovice und Orlík.
Die Investitionen sollen die tschechische Wasserkraft langfristig leistungsfähiger und zuverlässiger machen. Gerade bei zunehmenden Schwankungen der Wasserführung gewinnt dabei die Fähigkeit an Bedeutung, auch geringere Wassermengen effizient zur Stromproduktion zu nutzen.
Kořensko soll damit nach 34 Jahren Betrieb nicht einfach nur technisch erneuert werden. Die Anlage soll vor allem besser auf die Bedingungen einer sich verändernden Wasserlandschaft vorbereitet sein.