Lebensmittel retten statt wegwerfen: Erster Offener Kühlschrank in Rankweil eröffnet
Bürgermeisterin Katharina Wöß-Krall bedankte sich bei Gemeindemitarbeiterin und Projektleiterin Patricia Gohm sowie dem ehrenamtlichen Team rund um Irmgard Morscher vom Obst- und Gartenbauverein Rankweil für die Umsetzung: „Mit dem Offenen Kühlschrank haben wir ein niederschwelliges Angebot gegen Lebensmittelverschwendung für alle Menschen in Rankweil und Umgebung geschaffen.“
Die Idee wurde bereits seit mehreren Jahren im Ausschuss für Umwelt, Klima und Landwirtschaft diskutiert. Auch im Obst- und Gartenbauverein bestand der Wunsch nach einer Möglichkeit, überschüssige Ernte sinnvoll weiterzugeben.
„Wir haben immer wieder erlebt, dass es Ernteüberschüsse gibt und viele nicht wissen, wohin damit. So entstand der Wunsch, auch in Rankweil einen Offenen Kühlschrank einzurichten“, erklärt Irmgard Morscher.
Ein zentraler Gedanke des Projekts: Der Kühlschrank ist ausdrücklich für alle offen. Wer zu viel eingekauft, im Garten zu viel geerntet oder Lebensmittel übrig hat, kann sie bringen. Wer etwas brauchen kann, darf sich bedienen.
„Es geht darum, Lebensmittel sinnvoll zu verwenden und Ressourcen zu schonen. Alle sind willkommen, Lebensmittel zu bringen oder mitzunehmen“, betont Morscher.
Damit soll auch ein gesellschaftliches Signal gesetzt werden: Lebensmittel zu retten ist keine Frage von Bedürftigkeit, sondern von einem bewussteren Umgang mit wertvollen Ressourcen.
Im Offenen Kühlschrank können unter anderem frische und abgepackte Lebensmittel sowie selbstgemachte Produkte wie Marmeladen abgegeben werden. Nicht erlaubt sind hingegen rohes Fleisch, bereits angebrochene Verpackungen oder offensichtlich verdorbene Lebensmittel.
„Hygiene ist natürlich ein großes Thema bei solch einem Projekt. Die Beispiele anderer Gemeinden zeigen aber, dass das Konzept gut funktioniert – natürlich muss es dazu aber auch gut betreut werden“, sagt Projektleiterin Patricia Gohm.
Die Betreuung erfolgt durch ein ehrenamtliches Team. Damit soll sichergestellt werden, dass der Kühlschrank regelmäßig kontrolliert und sauber gehalten wird.
Bei der Eröffnung war auch Ingrid Benedikt dabei. Sie gründete 2018 den ersten Offenen Kühlschrank in Vorarlberg und unterstützte auch das Rankweiler Projekt mit ihrer Erfahrung.
„Rankweil ist mittlerweile der 15. Offene Kühlschrank in Vorarlberg. Das erfüllt mich mit großer Freude“, so Benedikt.
Rund um das Thema Lebensmittelrettung bietet ihr Team außerdem Restekochkurse und Workshops an. Dabei geht es darum, zu zeigen, wie sich aus übrig gebliebenen Lebensmitteln noch schmackhafte Gerichte zubereiten lassen.
Für den weiteren Betrieb des Offenen Kühlschranks werden engagierte Menschen gesucht.
Wer das Rankweiler Team unterstützen möchte, kann sich bei Irmgard Morscher unter +43 650 3807737 oder per E-Mail melden.
Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag: 7.00 bis 20.15 Uhr
Samstag und Sonntag: 7.30 bis 11.30 Uhr
Links
Verwandte Artikel
- ESG-Kriterien: Wie Transparenz und externe Prüfung grünes Wirtschaften glaubwürdig macht
- Weniger haben, mehr wert: Warum langlebige Schmuckstücke wieder wichtiger werden
- Sommerliche Überhitzung in Wohnungen
- Erfolgsfaktor Mitarbeiterbindung
- Nachhaltiges Wohnen - Tipps für die ökologische Badsanierung
- ZEIGE ALLE BERICHTE ZU DIESEM THEMA