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Kostbar Markt: Lebensmittel retten statt verschwenden

16.08.2026

Online-Plattform bringt überschüssige Lebensmittel aus Landwirtschaft und Produktion zu sozialen Einrichtungen

kostbar-markt-gruppenfoto groß - (c)BMLUK-Hemerka.jpg
Der Kostbar Markt ging im Rahmen einer Lebensmittelübergabe mit Bundesminister Norbert Totschnig von der Pilotphase in den Vollbetrieb über. Über die Plattform werden überschüssige Lebensmittel an soziale Einrichtungen vermittelt. © BMLUK Rene Hemerka

In Österreich landen jedes Jahr rund 288.800 Tonnen Lebensmittel bereits in der Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion nicht auf dem Teller. Gleichzeitig steigt der Bedarf an Lebensmittelspenden bei Sozialmärkten und karitativen Einrichtungen. Eine neue Online-Plattform soll beide Entwicklungen zusammenbringen: Der Kostbar Markt vermittelt überschüssige, aber noch genusstaugliche Lebensmittel dorthin, wo sie gebraucht werden.
 

Nach einer erfolgreichen Pilotphase seit Anfang 2026 wurde die Plattform nun im Rahmen einer Lebensmittelübergabe beim Wiener Hilfswerk offiziell in den Vollbetrieb überführt. Das Projekt wurde vom Landwirtschafts- und Umweltministerium (BMLUK) beauftragt und wird von der Organisation Unverschwendet betrieben.
 

Umweltminister Norbert Totschnig betont: „Lebensmittel sind ein kostbares Gut und gehören auf den Teller, nicht in den Müll.“ Der Kostbar Markt sorge dafür, dass Überschüsse aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion rasch und unkompliziert an soziale Einrichtungen weitergegeben werden können. Damit werde Lebensmittelverschwendung reduziert und gleichzeitig würden Sozialeinrichtungen entlastet.

 

Überschüsse auf der einen, steigender Bedarf auf der anderen Seite

Das Problem ist komplex: Während der Lebensmitteleinzelhandel seine Warenplanung und den Umgang mit Überschüssen zunehmend optimiert hat, stehen soziale Einrichtungen gleichzeitig vor einem wachsenden Bedarf an Lebensmittelspenden.
 

Viele der vorhandenen Überschüsse sind allerdings nicht unmittelbar für die Weitergabe geeignet. Gebrochene Karotten, Marillen mit Schönheitsfehlern oder große Mengen ungewaschener Kartoffeln sind zwar noch einwandfrei genießbar, benötigen aber zusätzliche Arbeitsschritte. Waschen, Sortieren, Portionieren, Verpacken oder der Transport können für landwirtschaftliche Betriebe und Produzenten zur Hürde werden.
 

Genau hier setzt der Kostbar Markt an. Die Plattform soll diese zusätzlichen Schritte koordinieren und damit auch Waren zugänglich machen, die sonst nicht oder nur schwer den Weg zu sozialen Einrichtungen finden würden. Dazu gehören unter anderem Retourwaren, Restposten, Fehletikettierungen, Fehlfüllungen, Nachernten sowie genießbare B- und C-Ware.
 

Mehr als 4.000 Tonnen Überschüsse angeboten

 

Dass Bedarf besteht, zeigen die Zahlen aus der Pilotphase: Mehr als 4.000 Tonnen Lebensmittelüberschüsse wurden seit Beginn des Projekts angeboten. 824 Tonnen konnten bereits gerettet und an mehr als 80 gemeinnützige Organisationen in ganz Österreich vermittelt werden. Das entspricht rund 1,6 Millionen Mahlzeiten.
 

Die Größenordnungen reichen dabei von kleinen Mengen bis zu großen Lieferungen. So wurden beispielsweise 4,5 Kilogramm Gemüse an eine kleine soziale Einrichtung in Tirol vermittelt, während in Wien 18 Paletten Lebensmittel an eine größere Organisation gingen.
 

Cornelia und Andreas Diesenreiter von Unverschwendet sehen darin einen wichtigen nächsten Schritt: „Jedes gerettete Lebensmittel ist eines zu viel für den Müll und eines mehr für Menschen, die Unterstützung brauchen.“ Über Unverschwendet seien bereits mehr als 25 Millionen Kilogramm überschüssige Lebensmittel angeboten worden.
 

Digitale Drehscheibe für Lebensmittelspenden

 

Das Prinzip des Kostbar Marktes ist bewusst einfach gehalten. Landwirtschaftliche Betriebe, Produzenten und Händler können sich ebenso wie gemeinnützige Organisationen kostenlos auf der Plattform registrieren. Überschüsse werden online angeboten, soziale Einrichtungen können passende Angebote annehmen. Das Team des Kostbar Marktes unterstützt bei der Vermittlung und bei Bedarf auch bei der praktischen Abwicklung.
 

Auch das Wiener Hilfswerk begrüßt die neue Möglichkeit. Die Nachfrage in den Sozialmärkten sei weiterhin hoch, insbesondere bei Grundnahrungsmitteln sowie Obst und Gemüse. Für armutsgefährdete Menschen seien Lebensmittelspenden daher von großer Bedeutung.
 

Mit dem Vollbetrieb soll die Plattform nun weiter wachsen und zu einer dauerhaften Drehscheibe für Lebensmittelüberschüsse werden. Das Ziel: weniger Lebensmittel im Abfall und mehr Lebensmittel auf den Tellern jener Menschen, die sie dringend brauchen.
 

Für Betriebe mit Lebensmittelüberschüssen und soziale Einrichtungen, die Lebensmittel benötigen:
kostbarmarkt.at — Kontakt: hi@kostbarmarkt.at, +43 660 1024585 (Mo.–Fr., 9–14 Uhr).

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