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Klimaziel in Gefahr: Österreich hinkt bei Elektro-Lkw hinterher – Unternehmen zeigen, dass es anders geht

11.07.2025

Während Länder wie die Niederlande, Dänemark oder Norwegen beim Umstieg auf Elektro-Lastwagen voranschreiten, bleibt Österreich im europäischen Vergleich deutlich zurück.

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© WK Wien Florian Wieser/ Simon Lindenthaler, Leiter Unternehmenskommunikation & CSR bei Lidl Österreich, und Margarete Gumprecht, Obfrau der Sparte Handel in der WK Wien, mit einem der E-Lkw von Lidl.

Wien – Dabei gäbe es gute Beispiele im eigenen Land – wie  gestern bei der VCÖ-Fachkonferenz deutlich wurde. Pionierunternehmen zeigten eindrucksvoll: Elektro-Lkw bestehen den Alltagstest. Doch politische Rückschritte gefährden den Fortschritt.

Laut einer aktuellen Analyse des VCÖ fahren in den Niederlanden bereits 83 Prozent der neuzugelassenen mittelschweren Lkw (Klasse N2) mit Strom – in Österreich sind es gerade einmal 12 Prozent. Besonders ernüchternd: „Dieser Anteil wird weiter sinken, weil mit 1. Juli die NoVA für Verbrenner-Transporter abgeschafft wurde“, kritisiert VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky. „Damit werden Diesel-Transporter um viele tausend Euro billiger. Der Anreiz für den Kauf von Elektro-Transportern sinkt dadurch. Ein teurer Rückschritt für das Ziel, den E-Anteil zu erhöhen.“

Dabei ist der Handlungsdruck groß. Der Straßengüterverkehr verursacht rund 40 Prozent der CO₂-Emissionen des österreichischen Verkehrssektors. Seit 1990 haben sich die Emissionen verdoppelt. „Neben dem Vermeiden und Verlagern auf die Schiene ist das Ersetzen der Diesel-Lkw durch Elektro-Lkw die zentrale Maßnahme, um den Schwerverkehr auf Klimakurs zu bringen“, betont Jaschinsky.
 

Unternehmen gehen voran – mit Erfolg

Dass es auch anders geht, zeigen österreichische Unternehmen, die bereits auf Elektromobilität in der Logistik setzen. So etwa das steirische Unternehmen Innofreight, das mit E-Lkw Gipstransporte zum Bahnhof bringt. Statt mit Diesel-Lkw wird die 28 Kilometer lange Strecke vom Werk in Tragöß nach Kapfenberg nun mit Strom zurückgelegt. Die Hauptstrecke erfolgt auf der Bahn. Hannes Pichler von Innofreight bringt es auf den Punkt: „Die Physik ist hier im Einsatz für die Umwelt. Die Kombination aus Gefälle und Ladung sorgt für eine Rückgewinnung an Energie, das schafft nur die E-Mobilität.“

Auch das Transportunternehmen Schlager aus Oberösterreich hat  positive Erfahrungen gesammelt: In nur 16 Monaten wurden mit E-Lkw bereits 720.000 Kilometer zurückgelegt. Rund 168.000 Liter Diesel konnten eingespart werden. Hubert Schlager ist überzeugt: „Die E-Mobilität in der Logistik ist gekommen, um zu bleiben.“

Hofmann & Neffe setzt seit Februar 2023 auf eine E-Sattelzugmaschine und betreibt mittlerweile sieben E-Lkw. „Die Elektromobilität dient uns als effiziente Technologie. Software-Updates sind häufiger als technische Fehler. Die Kundennachfrage ist vorhanden“, berichtet Geschäftsführerin Elisabeth Andrieux.

Der Lebensmittelhändler Lidl Österreich setzt derzeit sechs E-Lkw in Ostösterreich ein und erweitert den Fuhrpark nun auch auf die Steiermark, Kärnten, Osttirol und den Westen Österreichs. Allein in der Region Wundschuh sollen 20 große E-Lkw die Belieferung übernehmen, in Laakirchen werden 30 weitere angeschafft.  Simon Lindenthaler von Lidl: „Bis zum Jahr 2030 will Lidl Österreich österreichweit keine Fahrzeuge mit fossilen Treibstoffen mehr für die Filialbelieferung einsetzen.“
 

Europa zieht davon 

Während Österreich zögert, schreitet Europa voran. Die Analyse des VCÖ zeigt ein deutliches Bild:

  • Niederlande: 83 % der N2-Neuzulassungen elektrisch 
  • Dänemark: 54 %
  • Schweden: 45 %
  • Österreich: nur 12 %
  •  

Auch bei den kleineren E-Transportern zeigt sich ein ähnliches Bild: In Norwegen haben bereits über 40 Prozent der Neuzulassungen einen Elektromotor, in Österreich sind es gerade einmal 13,2 Prozent. „Der Trend geht eindeutig Richtung Elektro. Wer jetzt noch falsche Anreize für Verbrenner setzt, stellt sich gegen die Entwicklung und gegen den Klimaschutz“, mahnt der VCÖ.

Fazit

Österreich hat das Know-how, die Unternehmen und die Technologie, um im Straßengüterverkehr emissionsfrei zu werden. Doch  die derzeitigen politische Rahmenbedingungen bremsen statt fördern. Die gestern präsentierten Praxisbeispiele machen Mut – jetzt braucht es jedoch  den politischen Willen, den Aufholbedarf ernsthaft anzugehen! 

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