Klimaschutz mit Vorbildwirkung: Diese Klima-Manager treiben Österreichs Energie - und Verkehrswende an
Bad Schallerbach/Wien - Österreichs Energiewende wird vor allem in den Regionen gestaltet. Dort sind es die Klima- und Energie-Managerinnen und -Manager der Klima- und Energie-Modellregionen (KEM), die Projekte entwickeln, Menschen vernetzen und konkrete Maßnahmen umsetzen. Bei der diesjährigen KEM-Hauptveranstaltung in Bad Schallerbach wurden nun die herausragendsten Persönlichkeiten und Initiativen des Jahres ausgezeichnet.
Zum „KEM-Manager des Jahres 2026“ wurde Stefan Czamutzian aus der niederösterreichischen KEM Wagram gewählt. Die Auszeichnung würdigt sein langjähriges Engagement für den Ausbau erneuerbarer Energien und die enge Zusammenarbeit von Gemeinden, Betrieben, Landwirtschaft, Forschung und Bevölkerung.
Unter seiner Mitwirkung entstanden in der Region Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 1,35 Megawatt Peak. Besonders sichtbar wurde die Vorreiterrolle der KEM Wagram mit der Inbetriebnahme der größten schwimmenden Photovoltaikanlage Mitteleuropas im Jahr 2023. Die auf zwei Schotterteichen in Grafenwörth errichtete Anlage mit 24,5 Megawatt Peak erzeugt Strom für rund 7.500 Haushalte. Mittlerweile hat die Region über mehr als 1,5 Kilowatt Photovoltaikleistung pro Einwohnerin und Einwohner.
Die Auszeichnung als „KEM-Managerin des Jahres“ ging an die Oberösterreicherin Stephanie Steinböck von der KEM Inn-Hausruck. Sie überzeugte die Jury mit einem regionsübergreifenden Mobilitätsprojekt, das gemeinsam mit 144 Gemeinden, dem Regionalmanagement Oberösterreich und drei benachbarten Modellregionen entwickelt wurde. Erstmals entstand eine durchgängige Planungsgrundlage für ein modernes Alltagsradwegenetz, das den Umstieg vom Auto auf das Fahrrad erleichtern soll.
Steinböck sieht den Erfolg vor allem im gemeinsamen Engagement der Region: Gemeinden, Unternehmen, Schulen und engagierte Bürgerinnen und Bürger würden bei den Themen Energiewende, Ressourcenschonung und nachhaltige Mobilität zunehmend an einem Strang ziehen.
Regionales Essen für Schulen ausgezeichnet
Neben den Persönlichkeiten des Jahres wurde auch das „Projekt des Jahres 2026“ ausgezeichnet. Die Ehrung ging an die KEM Vorderwald in Vorarlberg für das Projekt „LOKAL Schullokal“.
In den Gemeinden Doren, Hittisau und Lingenau wurden mit Unterstützung von KEM-Managerin Monika Forster eigene Frischeküchen aufgebaut. Ziel ist, Schulen mit hochwertigen Lebensmitteln aus der Region zu versorgen und gleichzeitig Landwirtschaft, Klima und regionale Wertschöpfung zu stärken. Mittlerweile beliefern die Küchen auch umliegende Gemeinden und gelten als beispielhaftes Modell für nachhaltige Gemeinschaftsverpflegung.
Regionen als Motor der Energiewende
Für Klimaschutzminister Norbert Totschnig sind die Klima- und Energie-Modellregionen ein unverzichtbarer Bestandteil der österreichischen Klimapolitik. Sie treiben Klimaschutzprojekte voran, vernetzen regionale Akteure und machen die Umsetzung vor Ort möglich.
Auch Bernd Vogl, Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds, betonte die Bedeutung der mittlerweile 130 KEM-Managerinnen und -Manager in ganz Österreich. Sie seien die treibende Kraft hinter zahlreichen Projekten, die Gemeinden unabhängiger von fossilen Energieträgern machen und die Energiewende in den Regionen sichtbar voranbringen.
Die diesjährigen Auszeichnungen zeigen auf, dass erfolgreiche Klimapolitik dort beginnt, wo engagierte Menschen konkrete Lösungen für ihre Region entwickeln: von innovativen Solar - und Mobilitätsprojekten bis hin zu regionalen Lebensmitteln auf den Tellern der Schülerinnen und Schüler.